Bad Aibling – Linderung des Wundschmerzes nach der Operation und gelegentlich auch ein wenig Seelentröster: Diese beiden Funktionen erfüllen die sogenannten Herzkissen für Brustkrebs-Patientinnen und werden deshalb von betroffenen Frauen sehr geschätzt.
Unter dem Motto „Frauen für Frauen“ wurde die Herzkissen-Aktion vom Landesverband Bayern des Katholischen Frauenbundes (KDFB) in Kooperation mit dem Rotkreuz-Klinikum in München ins Leben gerufen und stellt seither eine große Unterstützung für diese Patientinnen dar. Rosmarie Kaderli ist in Bad Aibling Beauftragte des Frauenbundes für das Projekt und hat allein in diesem Jahr zusammen mit einer Handvoll engagierter Helferinnen 300 Herzkissen gefüllt und genäht. 180 Stück, 130 großformatige und 50 kleinere, übergab sie kürzlich an die gynäkologische Abteilung und den Palliativ-Bereich des Krankenhauses Agatharied im Landkreis Miesbach. Bereits im Sommer spendete sie dem Brustzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in München 120 solcher Kissen.
Kaderli engagiert sich schon länger für das Projekt und hat deshalb auch schon einige andere Kliniken mit solchen Kissen versorgt. Wie viele Herzkissen sie bisher insgesamt verschenken konnte und wie umfangreich das hierfür erbrachte Freizeitopfer ist, weiß die 56-Jährige nicht genau. „Das ist für mich auch nicht so wichtig. Hauptsache, ich kann betroffenen Frauen damit ein wenig helfen“, sagt sie.
Nicht nur bei den Empfängern, die sie in diesem Jahr für die genähten Kissen ausgewählt hat, waren die Freude und die Dankbarkeit für die Spende groß. „Da wurde mir überall versichert, dass solche Kissen eine sehr wertvolle Hilfe sind“, berichtet die Fachverkäuferin für Lebensmittel. Das ist der Grund, warum sie auch im kommenden Jahr in ihrem Engagement nicht nachlassen will. Das ist auch ganz im Sinn von Resi Raß, der Ortsvorsitzenden des Frauenbundes. „Wir engagieren uns gerne in diesem Bereich. Ich bin allen dankbar, die mithelfen“, sagt Raß.
Die Herzkissen werden aus reinem Baumwollstoff hergestellt und mit einer weichen Polsterung gefüllt. Dass sich immer wieder Menschen finden, die ihre Arbeit mit einer Stoff- oder Geldspende unterstützen, motiviert die Fachverkäuferin zusätzlich. „Das ist eine Form von Wertschätzung, die mich einfach freut und immer wieder neu antreibt“, gesteht Kaderli.
Geregelte Zeiten, an denen gemeinsam genäht wird, gibt es für das Helferteam nicht. „Ich lege mir beispielsweise immer wieder mal spontan das Material für ein paar Kissen auf den Wohnzimmertisch und nähe sie beim Fernsehschauen“, erzählt die 56-Jährige.
Wer das Projekt des Frauenbundes als Näherin oder mit einer Spende unterstützen will, kann sich unter Telefon 0176/54015880 jederzeit an Rosmarie Kaderli wenden. Norbert Kotter