„Erfreuliche Aussichten“ bei den Preisen
Werkleiter Stefan Barber spricht über die Entwicklung der Strom- und Wasserpreise in Bad Aibling. Foto dpa/Barber
Inflation, steigende Lebensmittelpreise, teurere Energiekosten – doch was passiert mit den Strom- und Wasserpreisen in Bad Aibling? Stefan Barber von den Stadtwerken bezieht Stellung und spricht über die Versorgungssicherheit in der Zukunft.
Bad Aibling – Inflation, steigende Lebensmittelpreise, teurere Energiekosten – gerade in diesen Zeiten ist der Satz „Alles wird teurer“ überall zu hören. Doch wie verhält es sich eigentlich mit den Strom- und Wasserpreisen in Bad Aibling? Genau das wollte Stadtrat Dieter Bräunlich (ÜWG) kürzlich während der Stadtratssitzung wissen, als Stefan Barber, Werkleiter der Stadtwerke, über die Finanzpläne des kommenden Jahres sprach.
„Aiblinger Kunde
nicht so wechselwillig“
„Die Stadtwerke waren bei Wasser und Strom schon immer eher günstig“, schickte Barber voraus und machte den Bürgern Hoffnung, denn: „Beim Wasserpreis haben wir derzeit keine Erhöhung vor.“ Und das, obwohl man in dem Bereich sehr viel investiere.
Laut dem Vermögensplan investieren die Stadtwerke im kommenden Jahr über 800.000 Euro ins Wasserwerk. Mit dem derzeitigen Wasserpreis von 1,30 Euro pro Kubikmeter stehe man im Gemeindevergleich aktuell recht gut da, so Barber. „Die Bad Aiblinger Bürger können also damit rechnen, dass der Wasserpreis 2026 und voraussichtlich auch 2027 bestehen bleibt.“ Und laut dem Werkleiter sehe es beim Strompreis ähnlich aus. Hier bewege man sich als Anbieter in einem guten Bereich, man sei nicht der günstigste, aber es gebe auch viele, die teurere Preise aufriefen. „Man muss dazu sagen, dass wir nur bayerischen Ökostrom verkaufen“, betont Barber. Dies sei der teuerste Strom, den man kaufen könne. Und trotzdem biete man „relativ günstige“ Preise an.
Hier gab er den Bürgern mit auf den Weg: „Der Strompreis bleibt erstmal gleich, wird aber zunächst auch nicht gesenkt.“ In Summe müssten die Bürger derzeit also keine Erhöhungen einplanen, was Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) als „erfreuliche Aussichten“ bezeichnete. „Im Gegensatz zu anderen Dingen“ sei dies sehr positiv, bemerkte auch Stadtrat Florian Weber (Bayernpartei), der sich jedoch noch nach der Versorgungssicherheit erkundigte. „Können Sie bestätigen, dass wir hiermit künftig keine Probleme bekommen?“, fragte er den Werkleiter der Stadtwerke.
Laut Stefan Barber stünde eine Gesamtmenge von 2,7 Millionen Kubikmetern pro Jahr zur Verfügung. Derzeit werden 1,9 Millionen Kubikmeter gefördert, „wir haben also noch Luft für fast eine Million Kubikmeter“, rechnete Barber vor. Dennoch sei man für den „Fall der Fälle“ gerüstet, sagte er und verwies dabei auf Kooperationen mit Nachbargemeinden und Notverbünden, wie er etwa mit Rosenheim und Kolbermoor bestehe. Man liefere zwar Wasser auch an andere Gemeinden wie Großkarolinenfeld und Irschenberg. „Wenn aber bei uns mal etwas wäre, könnten uns im Zweifelsfall auch andere helfen“, so Barber.
Zum Thema Strom wollte Richard Lechner (SPD) wissen, wie es sich bei den Stadtwerken mit „frühzeitigen Wechselkunden“ verhalte. Und laut Barber gebe es diese natürlich immer mal wieder, aber: „Der Aiblinger Kunde ist nicht so wechselwillig wie woanders. Das spricht sicher auch für unsere faire Preispolitik.“ Dabei warnte er Stromkunden vor zahlreichen neuen Firmen, die sogenannte „Dumpingpreise“ anböten, was sich später stets schnell als reines Lockangebot herauskristallisieren würde.
Barber ging außerdem noch auf Andreas Winharts (AfD) Frage nach dem Stand der Mangfalltal-Energie GmbH ein, die Anfang 2023 gemeinsam von den Gemeinden Bruckmühl, Bad Feilnbach, Großkarolinenfeld, Tuntenhausen, Feldkirchen-Westerham und der Stadt Bad Aibling gegründet wurde, um regionalen Naturstrom anzubieten. Hierzu erklärte Barber, dass der Zusammenschluss zwar aus sechs Gemeinden bestehe, versorgt würden jedoch nur fünf – Bad Aibling selbst nicht, auch wenn man hier langfristig von Synergieeffekten profitieren könne. „Der Sitz ist bei uns hier, Kunden der MangfalltalEnergie, also auch aus Großkarolinenfeld oder Bad Feilnbach, kommen zu uns, weil wir hier die Servicedienstleistung anbieten.“