Bad Aibling – Drei Jahrzehnte künstlerisches Schaffen – ein Anlass, der viele Menschen nach Bad Aibling lockte: Der Sindlhausener Künstler Uwe Huber feierte kürzlich sein 30-jähriges Jubiläum, und der Andrang in seiner Werkstatt in der Lagerhausstraße war enorm. Die Beliebtheit seiner Werke ist ungebrochen.
Zwischen 1995 und 2003 prägte Huber mit der Künstlerinitiative „Kultur am Bichl“ die Kulturszene in Bad Aibling maßgeblich. In diesem Zeitraum organisierte er zahlreiche Ausstellungen – unter anderem im Kurpark, beim Kunstverein Bad Aibling sowie in der Tenne am Bichl.
Zeichen gegen
Wegwerfgesellschaft
Begonnen hat alles einst auf einem Schrottplatz, wo Uwe Huber schon damals durch die grenzenlose Vielfalt an Dingen und Formen zu seiner Arbeit inspiriert wurde. Dort faszinierte Huber die Vielfalt an Formen und Materialien, die andere bereits aussortiert hatten. Aus tausenden Fundstücken baute er seine ersten Skulpturen – ein frühes Recyclingprojekt, das nicht nur Kreativität zeigte, sondern auch ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzte.
Als Autodidakt fertigt er bis heute jede seiner Skulpturen in reiner Handarbeit. Sein besonderer Schwerpunkt liegt auf Metallarbeiten, bei denen er die Balance zwischen filigraner Ästhetik und einem humorvollen Umgang mit der Gestalt findet. Bestes Beispiel ist hier die vor dem Rathaus am Kreisverkehr in Tuntenhausen aufgestellte „Gruppe Radltour“, die sozusagen der Auftakt zur Ausstellung war.
Zum Jubiläum öffnete Huber seine urige Werkstatt erneut, wo die Besucher im Freien und in den Werkstatträumen eine große Bandbreite seiner Skulpturen bestaunen konnten – kleine, detailreiche Werke ebenso wie großformatige Figuren. Da Adventszeit war, gab es zudem Kuchen und Glühwein. Das Beste der beiden Ausstellungstage: Der Erlös geht, wie in all den Jahren zuvor, an die Wohltätigkeitsorganisation Go Support Gambian Children. In Gambia sind über 40 Prozent der Bevölkerung unter 14 Jahre alt. Kinder sind häufig mit Frühverheiratung und Schwangerschaft, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung, Kinderhandel und körperlicher Misshandlung konfrontiert. „Mit dem Erlös aus dem jährlichen Basar lässt sich für eine Klasse von 60 Schülern wieder ein Schuljahr finanzieren“, erklärte Uwe Huber, der das mittlerweile schon acht Jahre lang praktiziert. Seinen Besuchern gefiel die Aktion, ist sie doch für einen guten Zweck. Über 3.000 Euro kommen alljährlich zusammen, die aus Deutschland nach Gambia fließen.