Absolute Stille und Gänsehaut-Momente

von Redaktion

Bad Aiblinger Adventssingen ein voller Erfolg – Dank vom Bürgermeister Stephan Schlier

Bad Aibling – Der Advent wird gemeinhin als die „stade Zeit“ bezeichnet. Ein Anspruch, dem er in der Hektik des Alltags eher selten gerecht wird. Eine rühmliche Ausnahme bildete wieder einmal das Bad Aiblinger Adventssingen im vollbesetzten Saal des Kurhauses.

Zwei Stunden absolute Stille während der einzelnen Darbietungen: Nicht nur für die 88-jährige Elke Lindl, die seit Jahren zum Stammpublikum dieser Traditionsveranstaltung zählt, war das „Genuss pur, der das Herz berührt“.

Mit gediegenen Klängen, die sich durchaus mit flotteren Weisen abwechselten, sorgten die Kellerer Klarinettenmusik, das Zsammkema-Trio, der Dreiwinkel-Gsang, das Duo Katharina und Sebastian als die mit Abstand jüngsten Instrumentalisten auf der Bühne sowie der Kirchenchor Tuntenhausen unter der Leitung von Gabi Gröbmeier für ein gut gemischtes Repertoire, das die Besucher auf Weihnachten einstimmte.

Spannungsbogen
bis zum letzten Lied

Es waren nicht zuletzt die musikalischen Gegensätze, die den Spannungsbogen von Anfang an bis zum gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Schlusslied „Zu Bethlehem geboren“ aufrecht erhielten und die Zuhörer in ihren Bann zogen – etliche Gänsehaut-Momente inbegriffen. Für das leise Stück „Bleib bei uns Herr“, das der Kirchenchor sang, war da genauso Platz wie für ein altfränkisches Menuett, mit dem die Kellerer Klarinettenmusik den Abend eröffnet hatte. Mit dem Christina-Walzer verschaffte das Zsammkema-Trio sogar dem Dreivierteltakt noch Raum in der Palette der Darbietungen.

Toni Keller, seit vielen Jahren Sprecher bei dieser Veranstaltung, wartete auch heuer mit einer perfekten Auswahl an Texten auf, die die verbindende Klammer zwischen den einzelnen Musik- und Gesangsblöcken darstellten. Nur eine Kerze an einem schlichten Tisch benötigte er als Lichtquelle für seinen Part. Das viele Herzblut, mit dem er die einzelnen Kurzgeschichten vortrug, war an diesem Abend nicht nur einmal spürbar.

Natürlich durfte auch das traditionelle Hirtenspiel nicht fehlen. Die Texte für die insgesamt sieben Anspielszenen hatte wieder Bärbel Merk geschrieben. Die Kinder und Jugendlichen des Trachtenvereins Edelweiß Bad Aibling, die als Laienspieler auf der Bühne standen, legten ebenso wie Josef und Maria (Ferdinand Huil und Anna Rottmüller) ein beachtliches schauspielerische Talent an den Tag. Weil die kurzen Einakter nicht nur Nächstenliebe, Erbarmen und Großherzigkeit zum Inhalt hatten, sondern auch von Täuschung, Tricksereien, Neid, Gier und Diebstahl zeugten, verkörperten sie Lebensnähe und wurden zu einem lebensnahen Spiegelbild der Gesellschaft.

Als nach der Verkündigung von Christi Geburt als Höhepunkt des Schauspiels der Wunsch nach Frieden auf Erden den Schlusspunkt des Bühnenprogramms markierte, war das auch für Bärbel Merk ein befreiender Moment. Nicht nur im biblischen Sinn, sondern an jenem Abend insbesondere auch mit Blick auf ihre Rolle als Organisatorin des Adventssingens, bei der alle Fäden zusammenliefen. Es hatte wieder einmal alles wunderbar geklappt. „Mir ist natürlich ein Stein vom Herzen gefallen“, bekannte sie freimütig und verriet zugleich ein kleines Geheimnis. „Erste Ideen für die Veranstaltung im nächsten Jahr habe ich schon.“

Alleinstellungsmerkmal
für die ganze Region

Allen Mitwirkenden und Bärbel Merk galt dann auch der besondere Dank von Bürgermeister Stephan Schlier. Er bezeichnete das Bad Aiblinger Adventssingen „als etwas ganz Besonderes, das ein Alleinstellungsmerkmal zwischen München und Salzburg verkörpert“.

Der minutenlange Schlussapplaus war der wohl eindrucksvollste Beweis dafür, dass im Publikum niemand ernste Zweifel an dieser Feststellung des Stadtoberhauptes hegte.

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