Schilder für mehr Schutz versetzen

von Redaktion

CSU-Stadtrat Michael Krimplstötter will den Schulweg in Willing sicherer machen. Durch die Versetzung von zwei Verkehrszeichen soll die Tempo-30-Zone erweitert werden. Ein früherer Versuch scheiterte. Nun startet er einen neuen Anlauf.

Willing – Mit der Versetzung von zwei Verkehrszeichen will CSU-Stadtrat Michael Krimplstötter den Schulweg in dem Bad Aiblinger Ortsteil Willing sicherer machen. Konkret geht es um das Tempo-50-Schild, das in der Berblinger Straße ortsauswärts auf Höhe des Feldbachweges das Ende der bis dorthin geltenden 30er-Zone signalisiert. Anders positioniert will Krimplstötter außerdem das Tempo-30-Schild sehen, das ortseinwärts hinter der Einmündung des Gartenäckerweges in Schulnähe steht.

Konkrete Vorschläge
zur Entschärfung

„Die beiden Wege münden in Schulnähe nur wenige Meter voneinander entfernt in die Kreisstraße ein und werden von vielen Kindern genutzt, die zu Fuß oder mit dem Rad zu ihrer Unterrichtsstätte unterwegs sind. Dieser Bereich ist eine Gefahrenstelle, in der die Geschwindigkeit in beide Richtungen reduziert werden sollte“, argumentiert der Stadtrat. Er sei bereits von Eltern darauf angesprochen worden, deren Argumente er teile, begründet er seinen Vorstoß.

Deshalb tritt er in einem Schreiben an das Landratsamt dafür ein, das Tempo-50-Schild künftig erst hinter der Einmündung des Feldbachweges zu positionieren. So soll auch an dieser Kreuzung noch Tempo 30 gelten – bestenfalls bis zum Ortsende.

Umgekehrt soll das Tempo-30-Schild, das ortseinwärts hinter der Abzweigung zum Gartenäckerweg steht, nach Krimplstötters Auffassung künftig vor der Einmündung stehen, damit auch in diesem Bereich bereits Tempo 30 gilt. „Das würde die Sicherheit nicht nur für die Schüler, sondern auch für Spazier- und Kirchgänger sowie für Radfahrer erhöhen, die die Berblinger Straße in diesem Bereich queren“, unterstützt sein Fraktionskollege Christian Schönberger Krimplstötters Initiative.

Nach Auskunft von Pressesprecherin Simone Beigel vom Landratsamt Rosenheim befindet sich der Antrag auf Überprüfung der Beschilderung derzeit „in der Anhörung“. Die Kreisverwaltungsbehörde ist für die vorgeschlagene verkehrsrechtliche Anordnung deshalb zuständig, weil es sich bei der Berblinger Straße um eine Kreisstraße handelt.

Erster Vorstoß
im Jahr 2022 scheiterte

Eine fachliche Stellungnahme der Polizei hat das Landratsamt nach eigenen Angaben bereits eingeholt. Krimplstötter könne mit einer „zeitnahen Antwort“ rechnen, heißt es seitens der Pressestelle. Weitere Details wurden nicht bekannt gegeben.

Fakt ist, dass sich der Stadtrat aus Willing bereits im Jahr 2022 mit diesem Anliegen an das Landratsamt gewandt hatte und scheiterte. Es gab daraufhin zwar am Donnerstag, 22. Juni, einen Ortstermin, bei dem neben einem Vertreter des Landkreises als Straßenbaulastträger auch Fachleute der Polizeiinspektion Bad Aibling und der Verkehrsbehörde zugegen waren. Geändert hat sich dennoch nichts.

„Die beteiligten Stellen kamen damals zu dem Ergebnis, dass der bestehende Fußweg über den Friedhofsweg und den Schulweghelfer-Übergang weiterhin die sicherste Verbindung zur Schule darstellt“, erinnert das Landratsamt an die Begründung für seinen negativen Bescheid.

Michael Krimplstötter sieht trotz der Ablehnung von einst durchaus Erfolgsaussichten für seinen neuerlichen Vorstoß. Er begründet diese Hoffnung mit den Ausführungen zu Zeichen 274 der jetzt gültigen Straßenverkehrs-Ordnung, die die „zulässige Höchstgeschwindigkeit“ regelt.

Als Geschäftsleiter der Gemeinde Stephanskirchen, selbst ein Verwaltungsfachmann, erinnert er daran, dass darin unter anderem vorgesehen ist, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Bereich von Schulen in der Regel auf 30 km/h zu beschränken – gegebenenfalls auch temporär. „Die streckenbezogene Anordnung ist auf den unmittelbaren Bereich der Einrichtung und insgesamt auf höchstens 300 Meter Länge zu begrenzen“, heißt es in den Ausführungsbestimmungen. „Das schließt die konkrete Situation in Willing auf jeden Fall ein“, begründet er seinen Optimismus.

Rückendeckung für ihr Ansinnen erhalten Krimplstötter und Schönberger von Bürgermeister Stephan Schlier, der von einer „insgesamt unbefriedigenden Gehweg-Situation in diesem Bereich“ spricht. „Die Sicherheit unserer Schüler ist mir und meinen Mitarbeitern ein ganz wichtiges Anliegen. Dem Ansinnen stehen wir deshalb aufgeschlossen gegenüber und begleiten es, soweit es in unserem Einflussbereich liegt“, sagt Schlier.

Bürgermeister signalisiert
Unterstützung

Die Vorverlegung des ortseinwärts befindlichen Tempo-30-Schildes hält er für „fachlich nachvollziehbar“, wenn dort regelmäßig Schulwegverkehr die Fahrbahn quert. An dieser Stelle würden nämlich „teils erhöhte Geschwindigkeiten“ beobachtet.

Was die Situation ortsauswärts betrifft, hält der Rathauschef die Kombination aus Tempo-50- und Vorfahrtsschild für „ungünstig platziert“. Insofern sieht er zwar ebenfalls Handlungsbedarf, ist aber skeptisch, ob Tempo 30 in Richtung Berbling gleich durchgehend bis zum Ortsende angeordnet werden könne. „Die Einhaltung ist aufgrund der Lage und der Verkehrsführung eher unwahrscheinlich. Kontrollen durch den Zweckverband wären in diesem Bereich wegen des erforderlichen Mindestabstands zur Ortstafel kaum praktikabel“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Artikel 1 von 11