Bad Aibling – Seit wenigen Tagen liefert die PV-Anlage Strom, die die Gas- und Wärme GmbH Bad Aibling in der Eulenau errichtet hat. Sie umfasst 1.900 Module, die auf einem rund 1,2 Hektar großen Grundstück stehen, das sich im Besitz der Gemeinde Bad Feilnbach befindet.
Langer Weg bis zur
Netzeinspeisung
Betriebsbereit wäre die Anlage nach Auskunft von Stefan Barber, dem Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, bereits im Juni 2025 gewesen. Dass sie erst jetzt ans Mittelspannungsnetz angeschlossen werden konnte, habe mit einigen Maßnahmen zu tun, die vor allem die Netzstromeinspeisung betreffen und vor der Freischaltung noch erforderlich gewesen seien. So hätten zum Beispiel vor diesem Schritt noch der Bau einer sogenannten Übergabeschutz- und einer Trafostation erfolgen müssen.
Nach dem Abschluss aller Baumaßnahmen war darüber hinaus eine technische Prüfung erforderlich, ehe der Betreiber alle notwendigen Zertifikate in Händen hielt, die für die Inbetriebnahme erforderlich waren. Barber geht davon aus, dass die „theoretische Stromerzeugung“ der Anlage etwa bei 1,4 bis 1,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liege. Aufgrund „netzseitiger Regeleingriffe bei den Erzeugungsanlagen“ könne die zu erwartende Einspeisemenge derzeit noch nicht genau abgeschätzt werden.
Der erzeugte Strom soll sowohl an Privat- und Gewerbekunden der Stadtwerke als auch an Kunden der Mangfalltal Energie GmbH verkauft werden. In diesem Verbund arbeiten neben der Stadt Bad Aibling und der Energie Südbayern GmbH die Gemeinden Bad Feilnbach, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham, Tuntenhausen und Großkarolinenfeld zusammen.
Etwa eine Million Euro habe die Gas und Wärme GmbH für die Baumaßnahme in die Hand genommen, berichtet der Stadtwerke-Leiter. Darin enthalten seien auch die Kosten, die für die umfangreiche Begrünung der Anlage und für Baumpflanzungen angefallen seien. Die Aufstellung der Module sei ohne größere Probleme über die Bühne gegangen. „Einzig die sehr nassen Wiesen mit einer folglich schlechten Befahrbarkeit erschwerten die Anlieferung und Montage etwas“, weiß Barber.
Aus seiner Sicht ist die neue PV-Freiflächenanlage ein deutlicher Beweis für umweltfreundliche Energieerzeugung und Nachhaltigkeit. „Auch wenn die Wende hin zu erneuerbaren Energien dezentral erfolgen muss, so braucht es doch starke Partner, eine gemeinsame Strategie und gebündelte Kräfte. Ich bin mir sicher, dass die Zusammenarbeit der Stadtwerke Bad Aibling, der Gas und Wärme GmbH Bad Aibling sowie der Mangfalltal Energie GmbH der einzig richtige Weg und ein guter Schritt für eine umweltverträgliche Energieversorgung vor Ort ist“, ist Stefan Barber überzeugt.
Eine Überzeugung, die Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier und sein Bad Feilnbacher Kollege Max Singer teilen. Schlier hatte bereits während der Bauphase daran erinnert, dass das Projekt in der Eulenau letztlich den Ausschlag für die Gründung der Mangfalltal Energie GmbH im Sommer 2023 gegeben habe. Auch Max Singer äußerte sich bereits im April dieses Jahres positiv über die Kooperation.
„Bei der Fläche, auf der die Module stehen, handelt es sich nicht um einen besonders hochwertigen Boden. So können wir zusammen mit Bad Aibling einen gemeinsamen Beitrag leisten, umweltfreundlichen Strom zu erzeugen“, nannte Singer damals den Grund, warum seine Gemeinde gerne zur Verpachtung des benötigten Areals neben der Autobahn bereit gewesen sei.
Weitere Projekte
sind bereits in Planung
Eine Zusammenarbeit, die nach Überzeugung der beiden Rathauschefs „ein erster Schritt in die richtige Richtung“ ist, um dem Anspruch gerecht zu werden, den die Mangfalltal Energie GmbH nach eigenem Bekunden mit ihrer Arbeit gerecht werden will. „Wir stehen für eine saubere Energiezukunft unserer Region“, heißt es auf ihrer Internetseite.
Das nächste Projekt der GmbH ist bereits in Planung. Stefan Barber weiß, dass sie in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham die Errichtung einer PV-Anlage auf einer Freifläche plant. Außerdem sei sie mit Blick auf die Stromvermarktung im Gespräch mit einigen Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie.