Jugendtreff steht fast ohne Jugend da

von Redaktion

Der Jugendtreff in Feldkirchen-Westerham hat in diesem Jahr weniger Besucher, obwohl es zahlreiche Angebote gibt. Was genau die Gründe dafür sind, ist noch unklar, wie der aktuelle Jahresbericht zeigt

Feldkirchen-Westerham – Es ist ein Ort, an dem Jugendliche entspannen sollen. Wo sie kurzzeitig dem Schulstress entfliehen und sich Zeit für sich nehmen können. Der Jugendtreff in Feldkirchen-Westerham ist aber auch ein Platz, an dem junge Menschen mit Gleichaltrigen zusammenkommen und vieles unternehmen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich über bestimmte Themen oder persönliche Anliegen aufklären zu lassen. Doch es scheint, als ob das Angebot Jugendtreff nicht mehr so attraktiv bei den Jugendlichen ist. Das wurde zumindest so in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitgeteilt.

Zulauf hat deutlich
abgenommen

Vladimir Vulic ist Leiter des Jugendtreffs der Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Seinen Bericht, wie das Jahr 2025 lief, hatte er bereits fertig, doch aus gesundheitlichen Gründen konnte er diesen nicht selbst bei der Gemeinderatssitzung vortragen. Das übernahm Bürgermeister Johannes Zistl und dabei stach vor allem ein Punkt hervor. „Grundsätzlich ist zu beobachten, dass die Besuche weniger werden“, so Zistl. „Es gibt bei Weitem nicht mehr den Zulauf, den wir noch vor einigen Jahren hatten.“

Was genau zum Rückgang der Besuche beim Jugendtreff führt, müsse in nächster Zeit noch geklärt werden. Ein Grund könnte allerdings die Mittagsbetreuung an der Mittelschule in Feldkirchen-Westerham sein. Denn hier haben Schüler die Möglichkeit, länger in der Schule zu bleiben und mithilfe von Betreuern ihre Hausaufgaben zu erledigen. Und dieses Angebot werde sehr gut angenommen.

Doch auch wenn die Zahl der Besucher im Jugendtreff zurückgeht, gibt es hier zahlreiche Angebote. In diesem Jahr gab es gleich mehrere Aktivitäten, die von den Jugendlichen gut angenommen wurden, wie zum Beispiel den Casinotag, an dem die jungen Bürger pokern durften. Aber auch Baseball, Beachvolleyball, Basketball, Pizzaabende und Schach waren immer wieder auf der Tagesordnung.

Ebenso heiß begehrt ist auch der Kicker in den eigenen vier Wänden des Jugendtreffs im Erdgeschoss des Kultur- und Sportzentrums. Neu hinzugekommen ist außerdem ein Boxsack. „Dabei können sich die Jugendlichen richtig austoben und messen hin und wieder mal ihre Kräfte bei einem Boxsack-Wettbewerb“, schildert Johannes Zistl. Generell sei der Jugentreff gut ausgestattet. Neben Sitzmöglichkeiten, die die Jugendlichen gerne auch mal für einen kurzen Mittagsschlaf nutzen, gibt es auch eine Dartscheibe, einen Airhockey- und Billardtisch, einen Computer mit angeschlossener Musikanlage und einiges an Bastelmaterial.

Laut dem Bericht von Vladimir Vulic nehmen vor allem zehn Stammbesucher die verschiedenen Angebote regelmäßig an. Das Durchschnittsalter liegt bei 16 Jahren. Und diese Altersgruppe scheint sich derzeit vor allem für eine Sache zu interessieren. „Drogen sind bei den Jugendlichen ab 16 Jahren ein riesiges Thema“, so Zistl. Seit der Legalisierung müsse Vladimir Vulic verstärkt die jungen Erwachsenen darüber aufklären. „Verbieten kann er es ihnen nicht, aber in seiner beratenden Funktion kann er sie über das Thema genau informieren.“

Neben Drogenaufklärung stehen die pädagogischen Fachkräfte aber auch für andere Themen jederzeit zur Verfügung. Besonders psychische Erkrankungen, Auszug aus dem Elternhaus, Therapiemöglichkeiten und Bewerbungstraining beschäftigen die Jugendlichen. Deshalb gibt es auch immer wieder spontane Gesprächsstunden, bei denen nicht nur einzelne Jugendliche, sondern eine ganze Gruppe über ein wichtiges Thema aufgeklärt wird.

Doch Vladimir Vulic und sein Team leisten noch mehr. Nicht nur im Jugendtreff sind sie für die Jugendlichen da. Auch außerhalb der eigenen vier Wände ist Vulic im Einsatz. „Aktuell ist er in Unterlaus unterwegs“, so Zistl. Da gebe es eine Gruppe Jugendlicher, die sich regelmäßig am Feuerwehrhaus treffen. Hier kläre Vulic über den Jugendtreff auf und lädt die Jugendlichen ein, sich das Angebot einmal genauer anzuschauen. Schließlich sind dort alle jungen Menschen zwischen 12 und 18 Jahren willkommen. Sie sollen im Jugendtreff einen geschützten Raum finden, wo sie sich ausprobieren können, Gemeinschaft erleben, Bestätigung und auch soziale Integration erfahren können, aber auch lernen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

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