Tote Rinder in Bad Aibling: Ermittlungen verzögert

von Redaktion

Anfang April wurden auf einem Hof in Bad Aibling zahlreiche tote Rinder gefunden. Der Fall reiht sich in mehrere Tierschutz-Skandale in der Region ein. Die Ermittlungen dauern an, werden aber durch ein seit Monaten ausstehendes Gutachten der Behörden verzögert.

Bad Aibling – Schon in den vergangenen Jahren erschütterten dramatische Tierschutz-Skandale auf Höfen die Region. Nachdem im Mai 2023 Mitarbeiter des Veterinäramtes Rosenheim in Rimsting 33 tote Rinder fanden – der Landwirt wurde wegen Tötung und quälerischer Misshandlung von 89 Tieren, jeweils durch Unterlassen, angeklagt und zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt –, sorgte Anfang 2024 der nächste Fall, diesmal in Söchtenau, wo 400 tote Hühner entdeckt wurden, für Aufsehen. Wieder war es ein anonymer Hinweis, der das Landratsamt Rosenheim zu einer unangekündigten Kontrolle veranlasste. Der Bauer gab an, die Hühnerhaltung im Januar 2024 aufgegeben zu haben, da er überfordert gewesen sei. Er habe die Tiere deshalb getötet. Auch hier leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Tierhalter ein. Doch auch im Jahr 2025 sorgten weitere Tierdramen für Schlagzeilen.

Im März entdeckte das Veterinäramt in einem Betrieb in Griesstätt 14 tote Rinder und drei tote Schafe. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. In diesem Zusammenhang wurden bei Untersuchungen weitere tote Rinder und Tierteile gefunden. So gingen die Behörden in der Zwischenzeit von 50 verendeten Rindern und Schafen aus.

Nähere Hintergründe sind in dem Fall bislang nicht bekannt. Und es dauerte nur wenige Wochen, bis der nächste Skandal ans Licht kam: So wurden am 9. April auf einem Hof in Bad Aibling neun tote Rinder gefunden, ein weiteres Tier musste eingeschläfert werden. Und wieder war das Veterinäramt durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf mögliche Probleme im Betrieb aufmerksam gemacht worden.

Die verbliebenen 19 Rinder kamen in einen Notstall. Laut dem Landratsamt Rosenheim war der betroffene Betrieb davor zuletzt im August 2022 vom Veterinäramt überprüft worden, wobei damals keine tierschutzrelevanten Auffälligkeiten festgestellt worden seien. Seit der Tragödie im April laufen Ermittlungen gegen den jungen Landwirt (Geburtsjahr 1993) – wegen des Verdachts der quälerischen Tiermisshandlung und der Tiertötung durch Unterlassen. 

Doch seit Monaten gibt es seitens der Staatsanwaltschaft nicht wirklich viel Neues zu vermelden. Immer wieder erklärte Oberstaatsanwalt Dr. Rainer Vietze auf OVB-Nachfrage, dass einer der Knackpunkte die sogenannte tierpathologische Untersuchung des Veterinäramtes ist.

Das bereits vor Monaten zugesagte Sachverständigengutachten verzögert sich jedoch seit Langem, etwa aufgrund von „Personalengpässen“ beim Veterinäramt. Vietze hatte zuletzt im November mitgeteilt, dass laut Veterinäramt „die Fertigstellung des Gutachtens ab Dezember 2025“ gewährleistet werden solle. Allerdings erklärte er nun auf erneute OVB-Nachfrage, dass das Schriftstück nach wie vor beim zuständigen Staatsanwalt nicht eingegangen sei. „Auch ansonsten gibt es keinen neuen Sachstand“, so der Oberstaatsanwalt. Neue Erkenntnisse dürften also erst im neuen Jahr zu erwarten sein.

Denn selbst nach Eingang des Gutachtens, so Vietze, sind möglicherweise weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erforderlich. Die erwarteten Ergebnisse sind deshalb so wichtig, da das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Grundlage von eingesandten Tierkadavern und Gewebe- oder Organproben ein tierpathologisches Gutachten erstellt, wie es zuletzt das Landratsamt Rosenheim in Absprache mit dem Veterinäramt erläuterte.

Dieses Gutachten enthalte in der Regel eine Beschreibung der untersuchten Proben, die Ergebnisse von mikroskopischen Untersuchungen sowie eine Diagnose und Erklärungen zu möglichen Todesursachen.

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