Bad Aibling – Kürzlich erlebte der Marienplatz zum achten Mal eine ganz besondere Stimmung: Beim Charity-Flashmob zugunsten des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes kamen rund 450 Menschen zusammen, um gemeinsam zu musizieren, zuzuhören und Gutes zu tun. Hinter dieser bewegenden Aktion steht wie jedes Jahr der Initiator Alexander Wolff, der mit Herz und Organisationstalent einen Abend voller Wärme und Gemeinschaft schuf.
450 Menschen
singen gemeinsam
Was heute eine fest etablierte Tradition ist, begann vor sieben Jahren mit einem kleinen musikalischen Protest: Damals durfte der Aiblinger Dudelsackspieler Bernhard Mangels nicht offiziell auf dem Christkindlmarkt auftreten. Für Wolff war klar: „Dann machen wir das eben selbst.“
Am dritten Adventsdienstag spielte Bernhard auf dem Marienplatz das Stück „Little Drummer Boy“ – und die Idee war geboren: Ein Flashmob, der berührt und verbindet. Seither ist daraus eine jährlich wachsende Benefizveranstaltung geworden, deren Erlös Menschen zugutekommt, die nicht sehen, aber sehr viel spüren.
Auch in diesem Jahr waren wieder viele musikalische Mitwirkende dabei: Die Dreder Musi, der Spielmannszug Beyharting, der Josef-Haas-Chor und erstmals die Bruckmühler Musi sowie die Ostermünchner Sänger, die für eine festliche Klangkulisse sorgten. Die Mischung aus Volksmusik, Chorgesang und stillen Momenten berührte viele – darunter auch einen ganz besonderen Gast: Roland Hefter, Liedermacher und Kabarettist aus München. Er war extra angereist, um zwei Lieder beizusteuern, nachdem er im Sommer selbst durch eine Simulationsbrille erleben durfte, wie es ist, blind zu sein – gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund. Für ihn war es eine echte Herzensangelegenheit.
In seiner bewegenden Ansprache sprach Alexander Wolff nicht nur über das Spenden, sondern auch über Rücksicht: „Blinde und sehbehinderte Menschen sind auf freie Wege angewiesen – Blindenleitlinien am Boden sind keine Abstellflächen für Mülltonnen oder Fahrräder. Wenn wir sehen können, sollten wir auch hinschauen.“
Sein Wunsch für Weihnachten und das kommende Jahr 2026 war klar: mehr Rücksicht, mehr Miteinander, mehr Herz. Denn wenn 450 Menschen an einem kalten Dezemberabend gemeinsam singen, lachen, staunen und helfen, dann ist das nicht nur ein musikalischer Flashmob – sondern ein echtes Zeichen von Menschlichkeit.
Nach der Rede kam es dann zum Höhepunkt des Abends: zwei Stücke von Roland Hefter – und dann wurden noch zwei Lieder mit allen Beteiligten gespielt und gesungen, was in dieser Besetzung so eine weitere Premiere wurde. „O Du fröhliche“ und natürlich den „Little Drummerboy“.
Kulinarisch unterstützt wurde der Abend wieder von Renate Hundhammer, die wie im Vorjahr mit selbst gemachtem Punsch, Glühwein, Gebäck und Würstlsemmeln einen Stand betrieb – der Erlös ging komplett an den guten Zweck. Kinder mit Spendendosen bewegten sich durch die Menge, und die Spendenbereitschaft war überwältigend: 766,49 Euro kamen zusammen, dazu 150 Euro von einem Paar, das spontan helfen wollte, 200 Euro von einem weiteren Unterstützer und 1.000 Euro von einem Ehepaar, das tief beeindruckt von der Atmosphäre und Botschaft des Flashmobs war. Weitere Spenden von Hundhammer stehen noch aus.
Für Sicherheit sorgten Munich Security Services mit zwei Kräften – kostenlos. Auch das Rote Kreuz Bad Aibling stellte drei Helfer ohne Vergütung, ebenso wie die Stadtwerke. Besonders dankte Wolff zwei Mitarbeitern von der Stadt Bad Aibling sowie der Allianz in Stephanskirchen, die spontan für den Versicherungsschutz der Veranstaltung einsprang. Insgesamt sind laut Veranstalter 3.500 Euro zusammengekommen.