Stockschützen feiern Erfolgsgeschichte

von Redaktion

Die Stockschützen des SV Bruckmühl feierten ihr 65. Gründungsjubiläum. Bei einem Glühweinempfang blickte Spartenleiter Franz Wasl auf die erfolgreiche Geschichte zurück, die 1960 auf der zugefrorenen Mangfall begann und heute erfolgreicher denn je ist

Bruckmühl – Am Montag, 22. Dezember, um 18.18 Uhr lag das Sportareal des SV Bruckmühl (SVB) im Dunkeln. Lediglich drei LED-Strahler sorgten auf den beiden Stockbahnen des SV Bruckmühl in Verbindung mit dem aufziehenden Bodennebel für eine fast mystische Atmosphäre. Die Szenerie wurde nur durch ein leises Stimmengewirr, Gelächter und Gläserklirren rund um das Stock-Häusl unterbrochen.

Grund für die lockere Stimmung und Umtriebigkeit war das 65. Gründungsjubiläum der SVB-Stockschützen. Die Spartenleitung um Stockschützen-Chef Franz Wasl zeigte sich erfreut, dass einige hartgesottene Stockschützen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt der Einladung zum „Jubiläums-Glühweinempfang“ auf den sparteneigenen Stockbahnen nachgekommen waren. Nach dem ersten gemeinsamen Jubiläums-Prosit warf Spartenleiter Wasl einen kurzen Blick in die Spartenhistorie.

Gründung und erste
sportliche Höhepunkte

Laut Spartenchronik trafen sich am 22. Dezember 1960 neun Stockschützenfreunde im damaligen und legendären Gasthaus Puff im Bruckmühler Ortsteil Sonnenwiechs zur Gründungsversammlung. „Als Sitzungsbeginn wurde 18.18 Uhr schriftlich notiert“, erklärte Wasl und verwies auf „die zeitliche Punktlandung des kleinen Open-Air-Festaktes“. Laut Annalen war das damalige Ziel, aus dem bis dato eher „wilden“ Eisstockschießen einen geordneten Spielbetrieb auf Kreis- und Verbandsebene zu starten.

Für dieses ambitionierte Ziel wurde der spätere Bürgermeister Karl Puff zum ersten Spartenleiter gewählt. In der Anfangszeit gingen die Stockschützen ihrer Sportleidenschaft lediglich im Winter auf der zugefrorenen Mangfall nach. Trotz der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten ließen die ersten Erfolge nicht lange auf sich warten. Die SVBler konnten bis Mitte der 80er Jahre unter anderem zwölf Top-Drei-Platzierungen samt Meisterehren bei Bayerischen und Süddeutschen Meisterschaften feiern. Für das damalige sportliche Highlight sorgte Alois Lechner im Jahr 1970 als Deutscher Meister im Weitschießen.

Im Sommer 1976 verzeichnet die Chronik den ersten großen Quantensprung. Nach intensiven Arbeitseinsätzen konnte die lang herbeigesehnte Stockbahn hinter dem altehrwürdigen SVB-Sportheim eingeweiht werden. Dies war gleichzeitig der Startschuss für eine „Elitetruppe von 13 Damen“, die unter der Anleitung von Alois Lechner ihre ersten Gehversuche mit dem Eisstock unternahmen und bis 1984 bei diversen Pokal- und Meisterschaftsrunden für Furore sorgten.

Unter der Rubrik „Zeitschiene Mitte der 70er Jahre“ berichtet das Stockschützen-Geschichtsbuch zudem über große Aktivitäten auf dem Gesellschaftsparkett. Unter der Ägide des damaligen Spartenleiters Ludwig Obermayer wurde die Idee für eine eigene Bar für alkoholfreie Getränke auf dem Bruckmühler Volksfest geboren und tatkräftig in Eigenregie umgesetzt. Letztere gehört bis heute zum geschätzten und festen Festzeltinventar und erhielt für die diesjährige „SVB Wiesn 2025“ eine komplette optische Neugestaltung.

Mit dem Neubau des SVB-Sportzentrums Ende der 80er Jahre am Südrand von Bruckmühl bekamen auch die Stockschützen mit zwei Asphaltbahnen ein neues Zuhause. In Eigenregie bauten die engagierten SVBler später noch ihr „Stock-Haisl“ (Spartenheim) in Holzbauweise dazu. Nach einigen Wellenbewegungen schwimmen die SVB-Stockschützen laut Stockschützen-Chef Wasl, der seit 20 Jahren als engagierter „Frontmann“ die Geschicke der Stockschützen leitet, derzeit auf einer Erfolgswelle.

Erfolgreiche Gegenwart und Zukunftspläne

Die Mitgliederzahl hat sich konstant auf über 60 mit steigender Tendenz eingependelt. Die Teilnahmeresonanz an den diversen gesellschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen ist derart groß, dass Anfang des Jahres ein großflächiger Terrassenanbau am „Stock-Haisl“ notwendig war. Auf dem Sportsektor kommen die Kapazitäten der beiden Stockbahnen teilweise an ihre Grenzen. Einige Visionäre bringen in diesem Zusammenhang schon eine dritte Stockbahn ins Gespräch.

„Deren Umsetzung und Bau löst bestimmt nicht so viel Gegenwind aus wie die dritte Startbahn am Münchner Airport“, zeigt sich Stockschütze Wasl dazu mit einem Augenzwinkern sicher. Nach dem Anschießen der ersten Kehre klang der Jubiläumsabend mit einer Brotzeit im Spartenheim aus.

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