Bad Aibling – 94.901 Gästeankünfte und 313.802 Übernachtungen hat die Stadt Bad Aibling im Jahr 2024 registriert. Sie bescherten ihr eine Wertschöpfung von 74,3 Millionen Euro. Das geht aus einer Studie der dwif-Consulting GmbH mit Sitz in München hervor, die das Institut im Auftrag der Stadt erstellt und kürzlich veröffentlicht hat.
Tagesgäste als wichtiger
Wirtschaftsfaktor
Bürgermeister Stephan Schlier spricht von „nennenswerten Zahlen, die die positive Entwicklung von Bad Aibling von der Kur- hin zur Gesundheitsstadt dokumentieren“. Die Datengrundlage stamme deshalb aus dem Jahr 2024, weil die Zahlen des Jahres 2025 zum Zeitpunkt der Studie noch nicht vorgelegen hätten. Die Fachleute, die bei ihrer Arbeit unter anderem mit Universitäten und Verbänden kooperieren, weisen in ihrer Auflistung aus, dass es in Bad Aibling 82 Gastgeber gibt, die insgesamt 3611 Betten zur Verfügung stellen.
Aus Sicht des Bürgermeisters profitiere die Stadt auch in hohem Maße von Tagesgästen. 51,1 Millionen Euro gaben beispielsweise die Besucher aus, die 2024 in Bad Aibling übernachteten. Die restlichen 23,2 Millionen Euro der Wertschöpfungskette entfielen auf die etwa 800.000 Tagesausflügler, die in diesem Zeitraum die Stadt besuchten.
Hauptprofiteur war das Gastgewerbe, dessen Anteil bei 39,7 Millionen Euro lag. Mit 22,1 Millionen Euro schlugen die Einnahmen bei Dienstleistern zu Buche, 12,5 Millionen Euro wurden in die Kassen des örtlichen Einzelhandels gespült.
Gäste, die in gewerblichen Betrieben mit mehr als zehn Betten untergebracht waren, ließen nach den Erkenntnissen der Forscher am meisten Geld in Bad Aibling: durchschnittlich 174,60 Euro pro Tag. Wer in einem Privatquartier mit weniger als zehn Gästebetten untergebracht war, benötigte durchschnittlich 90,40 Euro pro Tag. Bei 59,90 Euro lagen die durchschnittlichen Tagesausgaben, die Wohnmobil-Reisende und Touristikcamper aufbringen mussten. 29 Euro lassen laut Studie Tagesreisende in der Regel in der Stadt.
So versteht die dwif-Consulting GmbH auch ihre Aufgabe. „Wir setzen uns kontinuierlich mit grundlegenden Forschungsthemen und Fragestellungen zur Struktur und Bedeutung des Tourismus auseinander und bringen fundiertes Fachwissen sowie quantitative Orientierungswerte für Entscheidungsträger ein“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Deshalb ließen die Marktforscher auch nicht unerwähnt, dass das Tourismusgeschäft Bad Aibling im Bereich der Mehrwert- und Einkommensteuer 2024 rund 6,9 Millionen Euro Einnahmen beschert habe.
„Der Tourismus ist nach wie vor eine wesentliche Hauptschlagader unserer Stadt, auch wenn wir längst ebenfalls ein großes Augenmerk auf die Ansiedlung von Gewerbe richten“, schlussfolgert der Bürgermeister aus der Studie. Sie liefere wichtige Fakten für künftige Entscheidungen im Bereich des Tourismus, so Schlier.
Investitionen kommen
allen Bürgern zugute
Ein Grund, warum der Bürgermeister auch Großveranstaltungen wie das Bürger- und Parkfest, das Gitarrenfestival „Saitensprünge“ oder das Oldtimer-Treffen des ADAC als „bedeutend“ einstuft. Letztlich kämen Investitionen in den Tourismus allen Stadtbewohnern zugute, ist Schlier überzeugt, und beschränkt sich dabei nicht nur auf den finanziellen Aspekt. „Wenn wir unsere Gäste mit einem üppigen Blumenschmuck erfreuen oder hochwertige Veranstaltungen im Kurhaus anbieten, bereiten wir damit auch den Bürgerinnen und Bürgern eine Freude“, so der Rathauschef.