Statiker gibt leichte Entwarnung

von Redaktion

Wegen bröckelnden Putzes vom Deckengewölbe ist die Laurentiuskirche in Feldkirchen teilweise gesperrt. Ein Statiker konnte inzwischen Entwarnung geben, was eine mögliche Einsturzgefahr angeht. Die genaue Ursache und das gesamte Ausmaß des Schadens sind allerdings noch unklar.

Feldkirchen-Westerham – Bröckelnder Putz vom Deckengewölbe, den Kirchenpfleger Holger Dietl eher zufällig entdeckte, macht aus Sicherheitsgründen derzeit eine Teilsperrung der Laurentiuskirche in Feldkirchen erforderlich. Obwohl die genaue Ursache hierfür noch nicht feststeht, konnte ein zu Rate gezogener Statiker jetzt zumindest ein wenig Entwarnung geben. „Es besteht keine Einsturzgefahr“, sagt Michael Liegl, der Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus, in dessen Einzugsbereich das Gotteshaus liegt.

Ursachenforschung
in 16 Metern Höhe

Die Kirchgänger in Feldkirchen werden mit dem Umstand, dass der Altarraum durch einen Bauzaun vom Rest der Kirche getrennt ist und derzeit nicht betreten werden darf, wohl noch länger leben müssen. „Wir kennen im Moment die Ursache für die Schäden noch nicht. Der größte Brocken, der zu Boden fiel, war etwa pflaumengroß. In Bröselform abgebröckelt sind allerdings auch kleinere Putzteile“, erläutert Holger Dietl.

Ein kleiner Tisch, der vor der Absperrung steht, dient derzeit als Notaltar zur Feier von Gottesdiensten. Ob der Schaden im Zusammenhang mit einem Riss steht, der sich schon länger im Deckengewölbe des Gotteshauses befindet, ist ebenfalls noch unklar. „Den beobachten wir sehr genau. Seit 2006 gibt es ein sogenanntes Riss-Monitoring, das bisher keine Auffälligkeiten zeigte“, weiß der Kirchenpfleger.

Verwaltungsleiter Michael Liegl ist jedenfalls froh, dass die neubarocke Saalkirche, die 1906 nach einem Entwurf von Hans Schurr anstelle des spätgotischen Vorgängerbaus errichtet wurde, wegen der Schäden nur vier Tage komplett geschlossen bleiben musste. Einen Rückgang bei den Gottesdienstbesuchern wegen der momentanen Ungewissheit bezüglich der Schadensursache konnte er bisher ebenso wenig erkennen wie der Kirchenpfleger.

„Die Kirchenverwaltung hat schnell und umsichtig gehandelt. Wir haben auch unverzüglich das Ordinariat informiert“, berichtet Liegl. Er geht davon aus, dass sich frühestens im Februar ein Fachmann ein genaues Bild verschaffen und das Ausmaß des Schadens dann konkret erfassbar wird.

Die Hoffnung, dass dies mit Hilfe einer fahrbaren Hebebühne geschehen kann, die in die Kirche gebracht wird, hat sich allerdings bereits zerschlagen. „Wir hätten eine Kirchentüre ausbauen und auch einige Sitzbänke entfernen müssen. Da ist der Aufwand einfach zu groß“, sagt Liegl. Der Experte soll jetzt von einem Gerüst aus das schadhafte Deckengewölbe in Augenschein nehmen, das sich laut Verwaltungsleiter in 16 Metern Höhe befindet und sich über ebenfalls 16 Meter Breite erstreckt.

„Das Mauerwerk muss abgeklopft werden, dann sehen wir weiter“, so Kirchenpfleger Holger Dietl. „Wenn es damit getan wäre, nur schadhaften Putz abzutragen und zu erneuern, wäre das natürlich der beste Fall für uns“, gesteht der Verwaltungsleiter freimütig. Momentan ist jedoch Abwarten im Pfarrverband angesagt.

Sanierungsplan
noch ungewiss

„Erst wenn wir die Schadensursache kennen, lässt sich über notwendige Maßnahmen reden. Auch über Kosten, eventuelle Zuschüsse und einen Zeitplan für die Sanierung lassen sich erst dann konkrete Aussagen treffen“, sagt Michael Liegl. Eine Vorgehensweise, die auch der Kirchenpfleger gutheißt.

„Wichtig ist mir, dass die Leute merken, dass wir was tun. Und das ist ja der Fall“, so Holger Dietl, für den Handlungsbedarf außer Zweifel steht. Nicht nur deshalb, weil der Tourismusverband Chiemsee Alpenland in seinem Kirchenführer für den Landkreis Rosenheim St. Laurentius in Feldkirchen „als eine der markantesten Kirchen im westlichen Mangfalltal“ bezeichnet und von „einem wahren sakralen Schmuckstück der Region“ spricht.

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