Führung bleibt in den Händen der Familie

von Redaktion

Katharina Raß folgt bei der Feuerwehr Harthausen Vater und Großvater – Schrank lobt Zusammenhalt

Bad Aibling – Einen Generationswechsel hat es bei der Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Harthausen gegeben. Sowohl die Kommandanten als auch große Teile der Vorstandschaft stellten sich nicht mehr zur Wahl und wurden durch jüngere Mitglieder der 123 Mitglieder starken Ortsteilwehr ersetzt. Besonders bemerkenswert: Mit Katharina Raß steht erstmals eine Frau als Vorsitzende an der Spitze. Sie folgte ihrem Vater Siegfried, der dieses Amt rekordverdächtige 42 Jahre innehatte.

Felix Schwaller junior
ist neuer Kommandant

Damit bleibt dieser Posten ununterbrochen in „Familienhand“, da auch ihr Großvater Sebastian von 1968 bis 1984 Vorsitzender war. Ihr Stellvertreter ist nun Martin Singer, der Quirin Weigl ablöste. Neu im Amt ist auch Julian Schwaller als Schriftführer (für Felix Schwaller junior). Die Vorstandschaft komplettieren Kassier Stefan Schwaller (wie bisher), Aktivensprecher Johannes Sigl, Jugendwartin Elisabeth Lindl und Frauenbeauftragte Lisa Mayer. Zu Revisoren bestimmte die Versammlung Andreas Lindl (für Hannes Schlosser) und Hubert Schlosser (wie bisher).

An der Spitze der aktiven Truppe, die derzeit 51 Männer und Frauen umfasst, stehen nun Felix Schwaller junior als Kommandant und Martin Singer als dessen Stellvertreter. Sie lösen Andreas Lindl und Andreas Mayer ab, die sich nach zwölf Jahren nicht mehr zur Verfügung gestellt hatten. Alle ausgeschiedenen Amtsträger wurden mit minutenlangem stehendem Applaus verabschiedet.

Dies ist ein Zeichen dafür, wie groß der Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr Harthausen ist. „Dieser Zusammenhalt ist nicht mehr selbstverständlich“, zollte Kreisbrandrat Richard Schrank den Harthausern Respekt dafür, dass es bei der Suche nach Nachfolgern keine Probleme gab. „Daran merkt man: Es funktioniert bei euch“, so Schrank, der auch einen Rück- und Ausblick auf die Aktivitäten der Kreisbrandinspektion gab.

Vor den Wahlen nahm die Versammlung, an der auch Bürgermeister Stephan Schlier als „oberster Dienstherr“ der Feuerwehren im Stadtgebiet, Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner, Kreisbrandmeister Josef Kirner, Ehrenkreisbrandinspektor Josef Glaser sowie die Kommandanten der Bad Aiblinger Feuerwehr, Reinhard Huber und Jörg Wippermann, teilgenommen hatten, die Berichte der Funktionsträger entgegen.

Schriftführer Felix Schwaller junior fasste letztmals die Aktivitäten der Wehr im gesellschaftlichen Bereich zusammen. Höhepunkt im abgelaufenen Vereinsjahr war die Festwoche zum 150-jährigen Jubiläum mit Bieranstich, Weinfest und dem Festsonntag mit Gottesdienst im Freien an der Harthauser Kapelle. Schwaller vergaß auch nicht die regelmäßigen Feste im Jahreslauf wie den Kapellen-Jahrtag und das „Honoratus-Amt“ mit anschließender Kirta-Feier. Neu in diesem Jahr war der Harthauser „Dorf-Advent“, welcher bei der Erstauflage großen Zuspruch fand. Der Schriftführer wies zudem auf den Bau der neuen Garage hin. Hier hatten die Mitglieder selbst Hand angelegt, die Stadt unterstützte mit Baumaterialien, sodass dieses Projekt kostengünstig bewerkstelligt werden konnte.

Verantwortung
geht in jüngere Hände

Der scheidende Vorsitzende Siegfried Raß war stolz darauf, dass junge Mitglieder Verantwortung im Verein tragen, und ermunterte sie, dies auch künftig zu tun. Besonders am Herzen lag ihm während seiner mehr als vier Jahrzehnte dauernden Tätigkeit die Harthauser Dorfgemeinschaft. Als Beispiel nannte er die einst in Eigenregie erstellte Kapelle, die vor nunmehr 100 Jahren von der Einwohnerschaft in Eigenregie erstellt wurde. „Die Kapelle gehört nicht der Feuerwehr, aber sie ist das Wahrzeichen von Harthausen, um das sich auch die Feuerwehr kümmert“, so Raß, der es umso bedauerlicher fand, dass dieses Wahrzeichen in der Vergangenheit wiederholt durch Schmierereien beschädigt wurde.

Ein geringes Minus in der Jahresabrechnung ergab laut Kassier Stefan Schwaller das Finanzgeschehen. Trotzdem steht die Harthauser Wehr finanziell gut da. Dies bescheinigten die Revisoren Hannes Schlosser und Hubert Schlosser. Die größten Einnahmequellen boten vor allem die Veranstaltungen wie Festwoche und Jahrestag. Bei den Ausgaben herrschten Investitionen, unter anderem für den Anbau am Feuerwehrhaus, vor. Von den Einsätzen, Lehrgängen und Übungen berichtete letztmals in dieser Funktion Andreas Lindl als Kommandant. Er wusste zudem, dass das Jahr 2025 das Jahr mit den zweitmeisten Einsätzen seiner Amtszeit war. Befördert wurden Benedikt Martin zum Oberfeuerwehrmann, Julian Schwaller zum Hauptfeuerwehrmann und Manuel Schlosser zum Löschmeister.

Ehrungen erfuhren Philipp Schlosser und Hubert Sewald für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst und Andreas Mayer für 40 Jahre im Dienst am Nächsten. Eine von Katharina Raß ausgearbeitete Satzungsänderung, betreffend Ehrungen, besonderer fördernder Mitglieder und möglicher Erweiterung der Vorstandschaft, wurde abschließend einstimmig verabschiedet.

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