Weniger Einsätze, mehr Sorge

von Redaktion

Feuerwehr-Kommandant Weiß: „Anspruchsvollere Aufgaben warten“

Bruckmühl – Zur gut besuchten Jahresversammlung der Feuerwehr Bruckmühl hieß der Vorsitzende Bernhard Singer im Bürgersaal neben den aktiven und passiven Mitgliedern auch Altbürgermeister und Ehrenmitglied Franz Heinritzi willkommen.

Jugendwart Matthias Stuckenberger berichtete über die Aktivitäten der Kinder und der Jugendfeuerwehr, die aktuell aus 22 beziehungsweise 21 Mitgliedern besteht. Die Kinder legten die „Kinderflamme“-Prüfungen ab und ebenso erfolgreich unterzogen sich die Jugendlichen den Prüfungen für den Wissenstest, für die „Jugendflamme“, die bayerische Jugendleistungsprüfung und die deutsche Jugendleistungsspange.

Insgesamt wurden vom Floriansjünger-Nachwuchs 1.986 Stunden geleistet, zuzüglich 886 Ausbilderstunden. Der Jugendwart erwähnte auch den in Bruckmühl ausgerichteten Kreisjugendfeuerwehrtag sowie verschiedene Freizeitaktivitäten und blickte in einer vielbeklatschten Präsentation auf das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr zurück.

Den Tätigkeitsbericht der aktiven Feuerwehrmänner teilten sich die im Frühjahr 2025 gewählten neuen Kommandanten. Der zweite stellvertretende Kommandant Martin Christoph berichtete über die Einsätze, die insgesamt 91 (Vorjahr: 121) betrugen. Sie setzten sich im Jahr 2024 aus 35 Brandfällen, 40 technischen Hilfeleistungen, drei Einsätzen mit ABC-Gefahrstoffen, zwei First Responder/Erste Hilfe-Leistungen und elf sonstigen Tätigkeiten zusammen. Bei den Einsätzen wurden 998 Stunden geleistet. Dazu absolvierten die 73 aktiven (über 18-jährigen) Feuerwehrmänner 1.156 Ausbildungsstunden, sodass im Jahr 2024 zusammen mit den Gerätewart- und Kommandanten-Tätigkeiten (489 beziehungsweise 1.050 Stunden) und den Nachwuchs-Stunden insgesamt 6.565 Stunden geleistet wurden.

Der stellvertretende Kommandant Maximilian Neumeir lieferte Details zu den Übungen sowie zu den Ausbildungen der Aktiven bei Lehrgängen an Feuerwehrschulen, im Feuerwehr-Kreisverband und in der Marktgemeinde. Für 2026 kündigte er unter anderem eine Übung mit der BRB (Bayerische Regiobahn) an einem Zug und eine Gemeindeübung im neuen Format an. Ferner wies er auf den Einsatz der sozialen Medien bei den Bruckmühler Floriansjüngern hin.

„Wir stehen am Beginn eines neuen Jahres, das uns vor neue, aber auch vor anspruchsvollere und komplexere Aufgaben stellt“, erklärte Kommandant Maximilian Weiß zu Beginn seiner Rede. Die vergangenen Monate hätten deutlich gezeigt, dass Hilfeleistung, Einsatzbereitschaft und Teamgeist keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern Werte, die jeden Tag neu gelebt werden müssten.

Lob für die
offene Kommunikation

„Und genau diese Werte sind es, die unsere Feuerwehr ausmachen“, stellte er fest. Des Weiteren ging er unter anderem auf klimabedingte Einsätze („keine Frage des Ob, sondern des Wann“), auf den Alarm- und Einsatzplan für Starkregen- und Hochwasserlagen und auf die Wasserförderung über lange Wegstrecken ein. Sorge bereite die Tagesalarmstärke. Abschließend bedankte er sich bei seinem Vorgänger Thomas Kamke und dessen Stellvertreter Volker Schiechl, die dem neuen Kommandanten-Trio einen „sehr sauberen, offenen und kameradschaftlichen Übergang ermöglichten“. Sein weiterer Dank galt allen Aktiven: „Ohne jeden Einzelnen von Euch wäre die Leistungsfähigkeit und Hilfsbereitschaft der Feuerwehr Bruckmühl nicht möglich.“

Bürgermeister Richard Richter dankte der Wehr für die große Einsatzbereitschaft im vergangenen Jahr. Insbesondere lobte er die Kommandanten für die offene Kommunikation und zeigte sich beeindruckt über die Nachwuchsgewinnung durch die Jugendbetreuer um Matthias Stuckenberger. Er verwies auf die Ziele im Feuerwehrbedarfsplan und zeigte die sehr schwierige finanzielle Situation der Kommunen im Allgemeinen und Bruckmühl im Speziellen auf. „Ungeachtet davon werden wir versuchen, den hohen Ausstattungsstandard für die Feuerwehren beizubehalten“, bekräftigte er und wünschte den Aktiven für 2026 „möglichst wenige Einsätze und eine gute Rückkehr davon“.

Feuerwehrreferent Andreas Riedl konnte für 2026 eine verbesserte Förderung des Feuerwehr-Nachwuchses durch die Marktgemeinde vermelden und lobte den gelungenen Übergang in der Kommandantur. Außerdem hob er den Neubau des Feuerwehrhauses in Waith hervor und teilte mit, dass die 377 Aktiven der sieben Ortsfeuerwehren im Jahr 2024 insgesamt 237 (Vorjahr: 364) Einsätze geleistet haben.

Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner gab bekannt, dass landkreisweit die zentrale Alarmierung abgeschlossen ist. Ferner teilte er unter anderem mit, dass in Wasserburg eine neue Atemschutzstrecke eingerichtet wurde. Lobend äußerte er sich unter anderem über die Bruckmühler Nachwuchsarbeit und die saubere Übergabe der Kommandantur.

Zum Thema „ziviler Bevölkerungsschutz“ merkte er an: „Berlin kann auch bei uns passieren – wir müssen uns Gedanken dazu machen.“ Im Rahmen der Veranstaltung wurden Johann Huber, Thomas Kolb, Gerhard Josef Pfeiffer und Max Schmied für ihre 50-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr geehrt.

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