Bad Aibling – 3871 aktive Leserinnen und Leser, darunter 626 Neuanmeldungen, zählte die Bad Aiblinger Stadtbücherei im vergangenen Jahr. Das geht aus der Statistik für 2025 hervor, die Büchereileiterin Gabriele Huber jetzt erstellte. Sie nutzten den Bestand von 33.952 Medien – ohne Digitalangebot – für insgesamt 182.334 Ausleihen. Die Gesamtzahl der Ausleihen lag 2025 bei 207.186.
284 Personen aus der Leserschaft beschränkten sich ausschließlich auf die Online-Angebote. „Die Nachfrage auf diesem Sektor nimmt immer mehr zu“, bilanziert Huber. Was die Büchereileiterin besonders freut, ist die Tatsache, dass sich die Gebührenerhöhung im vergangenen Jahr nicht negativ auf das Leseinteresse ausgewirkt hat. Der Jahresbeitrag für Erwachsene stieg von 15 auf 20 Euro, die ermäßigte Gebühr für Schüler ab 18 Jahren und Studenten erhöhte sich von acht auf zehn Euro. Nutzern unter 18 Jahren ist die Ausleihe weiterhin kostenlos möglich.
„Da gab es kaum negative Rückmeldungen“, zeigt sich Huber erleichtert. Wenn ihr und ihrem Team darüber hinaus auch die Tatsache zu schaffen machte, dass die Stadt aufgrund ihrer finanziellen Lage den Bücherei-Etat von 50.000 auf 35.000 Euro kürzen musste, hat ihr Team nach Hubers Auffassung auch diese Einschränkung „gut gemeistert“. Eine Feststellung, die Heidi Benda, die Vorsitzende des Fördervereins der Bücherei, unterstreicht. „Das Büchereiteam leistet großartige Arbeit. Da ist viel Kompetenz vorhanden“, sagt sie und versichert, der Förderverein werde die Bibliothek auch künftig nach Kräften unterstützen.
„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass die Auswirkungen der Mittelkürzung nicht so drastisch spürbar werden“, betont Benda. Der Büchereileiterin war trotz Etatkürzung wichtig, die Öffnungszeiten unverändert zu lassen. „Alles andere wäre ein Rückschritt gewesen“, ist sie überzeugt. An insgesamt 1381 Stunden konnten sich Interessenten im vergangenen Jahr in der Bücherei aufhalten. Als eine vordringliche Hauptaufgabe sieht Huber auch künftig die Zusammenarbeit mit den Schulen und die Förderung des Leseverhaltens bei jungen Menschen. „Deshalb freuen wir uns immer, wenn wir Klassen außerhalb des Publikumsverkehrs in unseren Räumen begrüßen können. In der Spitze hatten wir sogar vier Schulklassen an einem Tag zu Gast. Insgesamt haben wir 2025 124 Klassenbesuche registriert“, betont sie. Als „absoluter Renner“ beim jungen Publikum entpuppten sich die sogenannten „Tonies“. Dabei handelt es sich um Hörspielboxen.
Auch mit verschiedenen Veranstaltungen machte die Stadtbücherei vor allem beim jungen Publikum im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam. Huber erinnert in diesem Zusammenhang an die „Nacht der Bibliotheken“, die im April erstmals in Bad Aibling stattgefunden habe.
Zehn Kinder hätten die Bibliothek in einen Schlafsaal verwandelt und Teile der Nacht dort mit Spielen und Lesen verbracht. Auch Bürgermeister Stephan Schlier habe vorbeigeschaut. Auf große Resonanz sei auch der Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche gestoßen. Schülerinnen und Schüler der fünften bis zehnten Klassen konnten daran teilnehmen und Texte in den Bereichen Prosa, Lyrik, Songs und Poetry Slam einreichen.
„Die insgesamt zwölf Gewinner des Wettbewerbs haben ihre Werke zur Eröffnung der 37. Bad Aiblinger Literaturtage einem breiten Publikum präsentiert und sich über Preise freuen dürfen“, berichtet Huber.
Zum Jahresangebot der Bücherei gehörten im Vorjahr auch acht Lesungen, darunter fünf ausschließlich für Erwachsene. Insgesamt hätten rund 450 Interessenten die Lesungen besucht, weiß Huber. Im großen Sitzungssaal des Rathauses seien außerdem 16 Bilderbuchkinos für Vorschulkinder angeboten worden. Das Programmangebot für 2026 sieht neben Lesungen unter anderem einen großen Bücherflohmarkt beim Frühlingsmarkt in Bad Aibling am 18. und 19. April vor und beinhaltet auch den Oberbayerischen Bibliothekstag, der am 17. Juni in Bad Aibling stattfindet.
„Wenn es sich dabei auch um eine Fachtagung handelt, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist, verstehen wir die Veranstaltung dennoch auch als Wertschätzung unserer Arbeit“, sagt die Büchereileiterin.
Große Wertschätzung empfindet auch Bürgermeister Stephan Schlier für die Arbeit des Büchereiteams. Es sei findig und innovativ und meistere seinen Auftrag mit Bravour.
„Das sehen auch die allermeisten Aiblinger so. Ich bekomme fast ausschließlich positive Rückmeldungen“, sagt der Bürgermeister. Dass es 2025 bei den Ausleihen einen minimalen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr gab, ist für Schlier kein Beinbruch. „Die Zahl der Ausleihen ist dafür in den Jahren davor stetig angestiegen. Das ist eine sehr positive Gesamtentwicklung“, freut er sich über die Resonanz, auf die die Stadtbücherei stößt.