Bad Aibling – Jetzt ist alles klar: Das Geheimnis um das vermeintliche UFO – ein dunkles, kastenförmiges Flugobjekt –, das an Neujahr über die Region schwebte und dabei viele Augenzeugen zu launischen Spekulationen veranlasste, ist gelöst. Denn was Schaulustige am 1. Januar etwa über der A8 bei Irschenberg, über Bad Aibling oder Bruckmühl erspähten, war weder ein fliegendes Dixi-Klo noch eine außerirdische Mülltonne – es war ein Ofen. Genauer gesagt handelte es sich bei dem aus der Ferne seltsam anmutenden Flugkörper um einen Kachelofen. Und noch genauer: um eine Sonderform eines Heißluftballons in Ofenform.
Zweistündige
Distanzfahrt
Geahnt hatten dies bereits viele, was sich in diversen Diskussionen auf Online-Plattformen zeigte. Zuletzt hatte das Luftamt Südbayern auf OVB-Anfrage zwar mitgeteilt, dass man über jene Ballonfahrt an Neujahr 2026 nichts wisse. Allerdings erklärte die Behörde, dass eine Genehmigung von Heißluftballonfahrten durch das Luftamt nicht erforderlich sei, wenn der Heißluftballonstart von einem für den Ballonaufstieg genehmigten Flugplatz erfolgt. „Ebenso bedarf es keiner Genehmigung, wenn Ballonpiloten über eine sogenannte ‚Allgemeinerlaubnis der Regierung von Oberbayern – Luftamt Südbayern‘ verfügen, die es bis zu vier Ballonen erlaubt, auch außerhalb derartiger Flugplätze zu starten“, erklärte Wolfgang Rupp, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern.
Doch wer steckt denn jetzt hinter dem Neujahrsspektakel über dem Mangfalltal? „Allem vorweg: Ja, das war ich“, sagt Thomas Gleixner gegenüber dem OVB schmunzelnd. Der Mann aus Warstein (Nordrhein-Westfalen) lebt mittlerweile in der Schweiz und betreibt dort das Unternehmen Skylight Ballooning. Seiner Firma gehört besagter Heißluftballon. „Unser Team war am 1. Januar zu Gast bei den Winter-Ballontagen in Bad Kohlgrub und dort haben wir mit unserem ‚heißen Ofen‘ eine zweistündige Distanzfahrt bis nach Bad Aibling unternommen“, erzählt er.
Bei den jährlich stattfindenden Winter-Ballontagen hatten einige Freunde von Gleixner teilgenommen und die Wetterbedingungen seien in der Region hervorragend gewesen: sonnig, kalte Luft, hoher Luftdruck, geringe Luftfeuchtigkeit inklusive „hervorragender Fernsicht über die Alpen bis hin nach München“ mit bestmöglichen Windverhältnissen. „Am Boden war es ruhig, um sicher starten und landen zu können, während der Höhenwind mit etwa 50 km/h eine abwechslungsreiche Weitfahrt ermöglichte“, sagt Gleixner. Darum war er für diese Ballonfahrt extra aus der Schweiz angereist.
Ballon wurde 1996
in England gebaut
Sein besonderer Ballon, also die Sonderform eines Heißluftballons, wurde 1996 in England gebaut und an einen Ofenbauer in den Niederlanden ausgeliefert. „Nachdem die Firma den Ballon nicht mehr weiterbetrieben hat, bot sich mir 2023 die Möglichkeit, ihn zu kaufen und privat weiterzubetreiben“, berichtet er. Gleixner hat sich auf sogenannte „Special Shapes“ spezialisiert. „Das sind eben Heißluftballone, die nicht die klassische Tropfenform haben, sondern in allen nur denkbaren Formen gebaut werden.“ Diese Special Shapes seien aufgrund ihres höheren Gewichts und der damit höheren Trägheit etwas schwerer zu fahren als ein klassischer Ballon. Der „Ofen“ habe ein tragendes Volumen von 3000 Kubikmetern und allein der Stoff wiege 253 Kilogramm, so der Experte.
Größtenteils
positive Reaktionen
„Wenn man mit einem Heißluftballon unterwegs ist, ruft das in erster Linie positive Reaktionen hervor“, sagt Gleixner, angesprochen auf das launige Rätselraten in der Region. Je spezieller der Ballon ist, umso mehr Begeisterung könne dieser auch hervorrufen. „Bei diesen Special-Shape-Ballonen kommt natürlich noch hinzu, dass sie meist nicht auf den ersten Blick identifizierbar sind“, weiß Gleixner.