Bruckmühl – Ein ausverkaufter Konzertsaal, begeisterte Blasmusikliebhaber, ein bis in die Haarspitzen motivierter Klangkörper, ein Jubiläum und kulinarische Gaumenfreuden: Das Neujahrskonzert der Blaskapelle Bruckmühl war wieder einmal ein Höhepunkt und ein musikalisches Sahnehäubchen zum Jahresauftakt im Bruckmühler Kulturkalender 2026. Am vergangenen Sonntag sorgte die Blaskapelle Bruckmühl in ihrem 40. Jubiläumsjahr bei ihrem Neujahrskonzert in der „Kulturmühle“ für einen romantischen Hauch von Wiener Neujahrskonzert-Atmosphäre.
Routinierte
Leitung von
Martina Riedl
35 festlich gekleidete Musiker füllten unter der routinierten Leitung von Martina Riedl das mit viel Feingefühl zusammengestellte Arrangement, ein Revival der vergangenen vier Jahrzehnte, mit Leben aus. Das Publikum zeigte sich am Ende des eineinhalb Stunden dauernden Musikerlebnisses begeistert. Für Lacher sorgten die Musiker während des Konzertes durch ihre mit Witz, Charme und Humor vorgetragenen Brückenschläge zu den einzelnen Musikstücken. Blaskapellen-Vorstand Thomas Krapichler freute sich bei seiner launigen Begrüßung über den großen Besucherzuspruch. Neben einer Vielzahl von Stammgästen konnte er nicht nur die Rathausspitze sowie Marktgemeinderäte, sondern auch Vorstände und Dirigenten befreundeter Musikkapellen begrüßen.
Mit dem Einzugsmarsch aus dem dritten Akt der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß (Sohn) startete das Orchester flott, beschwingt, mit spürbar viel Herzblut und schlug einen harmonischen Bogen zur österreichischen Landeshauptstadt. Schunkelpotenzial hatte der folgende Konzertwalzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß (Sohn), der nach der gefeierten Aufführung bei der Weltausstellung in Paris 1867 Weltruhm erlangte. Bei dem typisch lebhaften, slawisch anmutenden Orchesterstück „Slawischer Tanz Nummer 7“, eines der populärsten Werke von Antonín Dvorák, tanzten bildlich „die Puppen auf der Musikbühne“. Beifall erhielt Charlotte Pfleger für ihr Querflöten-Solo.
Rathauschef Richard Richter sorgte dann mit seiner sehr unterhaltsamen, humoristisch angehauchten, mit Wortwitz und gut gesetzten Pointen garnierten Neujahrsansprache für einen schön gesetzten Farbtupfer. Auch setzte er sich kritisch mit der derzeitigen politischen Großwetterlage auseinander. Feines kabarettistisches Fingerspitzengefühl bewies er bei seinem Ausblick auf das Jahr 2026, „was sicher nicht passieren wird“.
Flott ging es mit dem Musikstück „Erinnerung an Zirkus Renz“ von Gustav Peter weiter. Vorstand und Trompetenspieler Krapichler brachte als Solist mit seiner Virtuosität am Xylophon das Publikum zum Mitklatschen und erhielt dafür am Ende begeisternden Beifall. Ein Konzertwerk von besonderem Format präsentierte das bestens aufgelegte Blasorchester-Ensemble anschließend mit der Johann Strauß‘ Operette „Eine Nacht in Venedig“. Die Ouvertüre vereinigte beschwingte, romantische und majestätische Themen und verführte das Publikum zum lockeren Füßewippen. Doch damit nicht genug. Mit der schnellen Polka „Plappermäulchen“, einem wunderbaren Charakterstück, fegten die professionell agierenden Bruckmühler Musiker quasi im Galopprenntempo über das Holzparkett des Konzertsaals.
Die „Goldenen Zwanziger Jahre“ hielten mit der souveränen und fetzigen Darbietung von „The Crazy Charleston Era“ in der „Kulturmühle“ Einzug. Mit witzigen Instrumenteneffekten (Dr. Katrin Haegler glänzte hier als Slide Whistle Solistin) und Kapriolen präsentierte das Orchester einen perfekten musikalischen Parforceritt. „Lassen Sie sie uns für einige Minuten genauso wild, verrückt und lebendig werden wie vor hundert Jahren“, lud Ansager Toni Rinser zur turbulenten Musikreise ein. Beim abschließenden kraftvollen Konzertmarsch „Kinizsi“ von Julius Fucik gelang dem 35-köpfigen Klangkörper ein spannender Wechsel ins anspruchsvolle Musikgenre. Das Musikstück glänzte mit dem Ausdruck von Stärke und einem Gefühl von Verbundenheit. Den Schlusspunkt des musikalischen Feuerwerks setzten nach einem „Sekt-Prosit-Neujahr 2026“ der Musiker drei mit viel Beifall geforderte Zugaben. Nach der „Laubener Schnellpolka“ und dem traditionellen „Müller-zu-Prugg-Marsch“ folgte noch der schwungvolle „Radetzky Marsch“. Im Anschluss an den offiziellen Konzertteil nutzten viele Gäste noch das Angebot zum Mittagessen oder „Kaffeeklatsch“. Für die musikalische Umrahmung sorgten Patrizia Mecher und Martina Riedl sowie die Musiker von „Bierbankblech“.
Benedikt Niklas, 34, Elektromeister aus Kirchdorf, befand, das Neujahrskonzert sei super organisiert gewesen. Das aktuelle Musik-Arrangement habe ihm besser gefallen als das vergangene beim Herbstkonzert. Das Musikstück „The Crazy Charleston Era“ mit den verschiedenen Soli sei top gewesen. Der Bürgermeister habe ihn mit seiner humorvollen Neujahrsansprache überrascht. Einladend sei auch das kulinarische Mittagsangebot gewesen.
Juliane Grotz, 45, Staatsanwältin aus Heufeld, habe gleich am Anfang beim Walzer „An der schönen blauen Donau“ Gänsehautgefühl bekommen. Sympathisch hätten Dirigentin Martina Riedl und ihre Musiker durch das Programm geführt. Ein Höhepunkt sei für sie das virtuose Solo von Thomas Krapichler am Xylophon beim Musikstück „Zirkus Renz“ gewesen. Sie bedankte sich für das schöne Konzert und gratulierte zum 40. Jubiläum.
Abwechslungsreiches
Programm in
tollem Rahmen
Albertine Kaltner, 65, Rentnerin aus Högling, sei zum ersten Mal bei einem Konzert in der Kulturmühle gewesen und die Location habe ihr sehr gut gefallen. Das Konzert habe mit einem abwechslungsreichen Programm in einem tollen Rahmen stattgefunden. Besonders gefallen habe ihr der zweite Teil mit dem pfiffigen „Zirkus Renz“. Auffallend seien auch die vielen jungen sympathischen Musiker gewesen. Sie komme gerne nächstes Mal wieder.
Georg Ziegltrum, 59, Mathematiker aus Bruckmühl, zeigte sich begeistert von der enormen Entwicklung der Blaskapelle Bruckmühl in den vergangenen Jahren. Die Musiker hätten ein sehr hohes musikalisches Niveau.
Das Programm sei facettenreich gewesen. Angetan sei er vor allem vom Musikstück „Zirkus Renz“ mit dem Solo am Xylophon gewesen. Er freue sich schon heute auf die kommenden musikalischen „Köstlichkeiten“.