„Die Caritas ist wie die Gesellschaft immer in Bewegung“

von Redaktion

Kreisgeschäftsführer Wolfgang Ehrenlechner dankt der Stadt – Neuer Raum für Begegnung vorgestellt – Beratungsangebot ausgebaut

Bad Aibling – Im Caritas-Zentrum Bad Aibling entstand im vergangenen Jahr anstelle einer Kleiderkammer ein neuer Besprechungsraum. Er konnte dank einer finanziellen Unterstützung der Stadt Bad Aibling in Höhe von 5.000 Euro realisiert werden. Kürzlich lud das Caritas-Zentrum zur Vorstellung der neuen Räumlichkeit ein.

„Der neue Besprechungsraum hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zu einem bedeutenden pädagogischen und sozialen Begegnungsort entwickelt“, heißt es von der Caritas. Durch seine niederschwellige Zugänglichkeit biete er Bürgern einen unkomplizierten Zugang zu Beratung, Unterstützung und weiterführenden Hilfsangeboten. Besonders im Bereich der Gerontopsychiatrie, des sozialpsychiatrischen Dienstes und der Fachstelle für pflegende Angehörige konnten die Angebote dank der erweiterten räumlichen Kapazitäten deutlich ausgebaut werden.

Wolfgang Ehrenlechner, Kreisgeschäftsführer der Caritas-Zentren in Stadt und Landkreis Rosenheim, dankte Bürgermeister Stephan Schlier und der Stadt Bad Aibling für die geleistete Unterstützung. „Das ist einer der schönsten Besprechungsräume in unserem Geschäftsbereich“, betonte er: „Die Caritas ist wie die Gesellschaft immer in Bewegung und moderiert und gestaltet mit tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tolle Aufgaben.“

Im weiteren Verlauf stellten Verantwortliche ihre jeweiligen Fachbereiche vor. „Unsere Angebote sind professionell ausgerichtet“, unterstrich dazu die Leiterin des Aiblinger Caritas-Zentrums, Manina Sobe. Sie leitet auch den Fachdienst „Soziale Beratung“. Monika Brunner, Pflegedienstleitung für ambulante Pflege, berichtete, dass in ihrem Bereich über 80 Klienten Grund- und Behandlungspflege erhalten. Caroline Haas ist im sozialpsychiatrischen Dienst und in der gerontopsychiatrischen Beratung für Senioren über 65 Jahre tätig und kann durch den neuen Raum viel mehr Klienten beraten. Ihre Fachkollegin Laura Bentz ist für Menschen unter 65 Jahre zuständig. Wie Caroline Haas beschäftigt sie sich auch mit Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, die keinen Pflegeplatz finden. „Das familiäre Netz ist nicht mehr so stabil wie früher und Termine bei Psychiatern sind schwer zu bekommen“, bedauerten sie unisono. Sozialarbeiter Alexander Bongé berät pflegende Angehörige zur Sicherstellung der häuslichen Versorgung und wird bei der Demenz-Beratung auch von ehrenamtlichem Personal unterstützt. „Das Thema Demenz ist noch mit viel Scham behaftet, oft wird keine Hilfe geholt oder zu spät“, beklagte er.

Mit einer steigenden Anzahl von Klienten ist auch Birgit Noll-Rehm bei der Schuldnerberatung konfrontiert. „Die wirtschaftliche Lage gestaltete sich in den letzten Jahren immer schwieriger. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, die auch online oder anonym möglich ist“, erklärte sie.  Die von Quingjing Vogt in der allgemeinen Sozialberatung behandelten Themen betreffen unter anderem finanzielle Probleme Alleinerziehender sowie Schwierigkeiten beim Jobcenter und beim Bürgergeld. „Der Zulauf hat sich seit 2023 verdoppelt“, schilderte sie.

Wolfgang Ehrenlechner erläuterte als Gründe den schwierigen Wohnungsmarkt, die Inflation und die allgemeine Überforderung von Menschen. Auch Astrid Keller stellte sich vor: Ihr Zuständigkeitsbereich betrifft das Fundraising und die Öffentlichkeitsarbeit. Bürgermeister Stephan Schlier zeigte sich am Ende beeindruckt von den vielfältigen Aufgaben der Aiblinger Caritas: „Hut ab davor, was Sie hier jeden Tag leisten.“ bjn

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