Bad Aibling – Mit der Segnung der Sebastiani-Brezen im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes und einer Kranzniederlegung zu Ehren der verstorbenen Mitglieder an der Schützenkapelle am Fuße des Totenberges startete die Gebirgsschützenkompanie Bad Aibling in das neue Vereinsjahr. Zu dieser Traditionsveranstaltung der Kompanie waren nicht nur zahlreiche Mitglieder gekommen, auch eine Abordnung der befreundeten Gebirgsschützenkompanie aus Raubling nahm daran teil.
Unerschrockene
Herangehensweise
Pfarrer Philipp Kielbassa wählte in seiner Predigt bewusst einen etwas derberen Ausdruck der bayerischen Sprache, um das Wirken von Johannes dem Täufer zu charakterisieren. „Der scheißt se nix!“ Dieser Ausspruch beschreibe treffend die unerschrockene Herangehensweise, wie dieser den Menschen das Wirken von Jesus Christus vermitteln wollte. Der Geistliche appellierte an die Gläubigen, diese Unerschrockenheit bei der Weitergabe der christlichen Frohbotschaft ebenfalls an den Tag zu legen.
Nach der Segnung der Brezen zum Abschluss der Gedenkfeier in der Kirche zogen die Gebirgsschützen zu den Klängen der Willinger Musi zur nahegelegenen Kapelle, die die Kompanie einst errichtet hatte.
Hauptmann-Stellvertreter Uwe Hecht erinnerte in seiner Ansprache auch an die Opfer der sogenannten Sendlinger Mordweihnacht, bei der in der Nacht zum 25. Dezember 1705 bei einer Schlacht vor den Toren Münchens über 1100 überwiegend aus dem Oberland stammende Aufständische getötet wurden, die für die Freiheit der Bürger kämpften und sich der Besatzungsmacht entgegenstellten. Die Freiheitskämpfer wurden von den Truppen der Reichsarmee vernichtend geschlagen.
Auf die Predigt des Pfarrers eingehend, versicherte Hecht, die Gebirgsschützen träten seit jeher unerschrocken für die Bewahrung des Glaubens, den Erhalt christlicher Werte, die Pflege des Brauchtums und die Freiheit der Menschen ein. Mit einem dreifachen Ehrensalut und einer Kranzniederlegung, zu der die Willinger Musi im Beisein der beiden Altbürgermeister Dr. Werner Keitz und Felix Schwaller – Bürgermeister Stephan Schlier war wegen einer Wahlveranstaltung entschuldigt – das Lied „Vom guten Kameraden“ spielte, endete der Gedenkakt. Zur Abrundung sangen die Anwesenden die Bayernhymne.
Pfarrer Philipp Kielbassa erhielt noch in der Kirche als eine besondere Geste der Wertschätzung die erste aus dem Korb der Sebastiani-Brezen, die er zuvor gesegnet hatte. Auch Ehrenmitglied Konrad Gartmeier, Diakon Klaus Schießl und der Landtagsabgeordnete Andreas Winhart durften sich unter anderem über solch ein Brezengeschenk freuen.
Für den Pfarrer hatte die Kompanie noch ein weiteres Geschenk mitgebracht. Uwe Hecht überreichte ihm eine Spende in Höhe von 250 Euro, die die Gebirgsschützen beim Adventssingen in der Sebastianikirche gesammelt hatten.