Tuntenhausen – Beachtliche 155.688 Kilogramm an Kohlendioxid (CO2) will die Gemeinde Tuntenhausen jährlich einsparen. Das Konzept hierfür wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rahmen des Klimaschutznetzwerkes dem Gemeinderat vorgestellt.
Im Klimaschutznetzwerk Rosenheim-Traunstein arbeiten neben Tuntenhausen weitere 15 Gemeinden zusammen – mit dem Ziel, durch den Austausch von Erfahrungen die Treibhausgasemissionen zu senken, die Ressourceneffizienz zu steigern und den Klimaschutz in den beteiligten 16 Kommunen nachhaltig zu verankern. Durch die Zusammenarbeit sollen innovative Projekte gefördert und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vorangetrieben werden.
Projekte noch in
diesem Jahr realisierbar
Zu diesem Tagesordnungspunkt hatte die Gemeinde auch Sebastian Gröbmayr vom Institut für nachhaltige Energieversorgung GmbH (INEV) geladen, der das gemeindliche Ressourceneffizienzziel (CO2-Einsparung, Erhöhung des Autarkiegrades) an gemeindeeigenen Infrastruktureinrichtungen und Liegenschaften vorstellte.
Das erste, unverbindliche Ziel hatte 29 Einzelmaßnahmen zum Ziel, mit dem rund 200 Tonnen CO2 eingespart werden sollten. „Nach einer genauen Analyse und Betrachtung der möglichen Anlagen blieben letztlich sechs mögliche Anlagen beziehungsweise Maßnahmen übrig“, bekräftigte Gröbmayr. Bei ihnen erschien der INEV die Verwirklichung einer Photovoltaikanlage für die Eigenstromerzeugung am sinnvollsten. Das wären: Rathaus mit Bauhof, Mittelschule Ostermünchen, Grundschule Schönau, Kindergarten Hohenthann, Hochbehälter Schönau und Kläranlage Hohenthann.
Die Amortisationszeiten der vorgestellten neuen Anlagen liegen zwischen respektablen 8,3 und 13,1 Jahren. Die höchste Wirtschaftlichkeit wies hier die Übernahme der bestehenden PV-Anlage auf dem Bauhof in Tuntenhausen auf. „Diese Anlage ist höchst wirtschaftlich“, erklärte Gröbmayr. Die Mittelschule in Ostermünchen hat viel Dachfläche und einen hohen Eigenverbrauch und ist somit auch höchst wirtschaftlich. Selbiges trifft auch auf die Schönauer Schule zu.
Beim Hochbehälter in Schönau ist es wiederum vorteilhaft, sehr viel Freifläche zu haben. Ein Exot ist nach dem INEV-Manager die Kläranlage in Hohenthann. Sie hat hohe Stromkosten und ist deshalb für eine derartige Anlage interessant. Auch hier könnten noch vorhandene Freiflächen genutzt werden. Seitens der Verwaltung wird zudem die Installation von Batteriespeichern für alle Liegenschaften empfohlen, um damit deutlich höhere Eigenverbrauchs- und Autarkiewerte zu erreichen. „Zudem kann mit den Stromspeichern eine kurzfristige Notstromversorgung, zumindest für einen gewissen Zeitraum, eingerichtet werden“, ergänzte Gröbmayr.
Nächster Schritt, so der Projektmanager für Energie- und Klimaschutzberatung, wäre jetzt eine positive Entscheidung durch den Gemeinderat, um die Projekte noch in diesem Jahr realisieren zu können. Der Gemeinderat stand voll hinter der vorgestellten Maßnahme. Johann Stürzer (CSU/FW) brachte noch die Gastwirtschaft in Ostermünchen ins Spiel, die ebenfalls einen hohen Eigenverbrauch hat und große Dachflächen aufweist. „Wir werden das noch prüfen“, sagte Bürgermeister Georg Weigl.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten der Erstellung der Photovoltaikanlagen liegen bei rund 500.000 Euro. „Diese Kosten werden wir im Zuge der Haushaltsaufstellung für 2026 einplanen, um eine baldige Realisierung des Projektes zu ermöglichen“, betonte Bürgermeister Georg Weigl.
Einstimmig nahm der Gemeinderat dann das vorgestellte Konzept mit Variantenauswahl zur Kenntnis und stimmte der Durchführung der weiteren Planungsschritte sowie der Durchführung der vorgestellten Maßnahmen zu.