Tuntenhausen – Beachtliche 155.688 Kilogramm CO2 will die Gemeinde Tuntenhausen jährlich einsparen. Das Konzept hierfür wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung im Rahmen des Klimaschutznetzwerkes dem Gemeinderat vorgestellt. Im Klimaschutznetzwerk Rosenheim-Traunstein arbeiten neben Tuntenhausen weitere 15 Gemeinden zusammen. Ihr Ziel ist es, durch den Austausch von Erfahrungen die Treibhausgasemissionen zu senken, die Ressourceneffizienz zu steigern und den Klimaschutz in den beteiligten Kommunen nachhaltig zu verankern. Durch diese Zusammenarbeit sollen innovative Projekte gefördert und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vorangetrieben werden.
Zu diesem Tagesordnungspunkt hatte die Gemeinde Sebastian Gröbmayr vom Institut für nachhaltige Energieversorgung GmbH (INEV) geladen. Er stellte das gemeindliche Ressourceneffizienzziel vor, welches die CO2-Einsparung und die Erhöhung des Autarkiegrades an gemeindeeigenen Infrastruktureinrichtungen und Liegenschaften umfasst.
Ein erstes, unverbindliches Ziel sah 29 Einzelmaßnahmen vor, mit denen rund 200 Tonnen CO2 eingespart werden sollten. „Nach einer genauen Analyse und Betrachtung der möglichen Anlagen blieben letztlich sechs mögliche Anlagen beziehungsweise Maßnahmen übrig“, bekräftigte Gröbmayr. Für diese erschien dem INEV die Verwirklichung einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung am sinnvollsten. Im Einzelnen handelt es sich um das Rathaus mit Bauhof, die Mittelschule Ostermünchen, die Grundschule Schönau, den Kindergarten Hohenthann, den Hochbehälter Schönau und die Kläranlage Hohenthann. Die Amortisationszeiten der vorgestellten neuen Anlagen liegen zwischen respektablen 8,3 und 13,1 Jahren. Die höchste Wirtschaftlichkeit zeigte die Übernahme der bestehenden PV-Anlage auf dem Bauhof in Tuntenhausen. „Diese Anlage ist höchst wirtschaftlich“, erklärte Gröbmayr.
Die Mittelschule in Ostermünchen verfügt über viel Dachfläche und einen hohen Eigenverbrauch und ist somit ebenfalls höchst wirtschaftlich. Ähnliches gilt für die Schönauer Schule. Beim Hochbehälter in Schönau ist es wiederum vorteilhaft, sehr viel Freifläche zu haben. Ein Exot ist nach dem INEV-Manager die Kläranlage in Hohenthann. Sie ist aufgrund hoher Stromkosten für eine solche Anlage interessant. Auch hier könnten vorhandene Freiflächen genutzt werden.
Seitens der Verwaltung wird zudem die Installation von Batteriespeichern für alle Liegenschaften empfohlen, um damit deutlich höhere Eigenverbrauchs- und Autarkiewerte zu erreichen. „Zudem kann mit den Stromspeichern eine kurzfristige Notstromversorgung, zumindest für einen gewissen Zeitraum, eingerichtet werden“, ergänzte Gröbmayr. Der nächste Schritt, so der Projektmanager für Energie- und Klimaschutzberatung, wäre eine positive Entscheidung des Gemeinderats, um die Projekte noch im Jahr 2026 realisieren zu können. Der Gemeinderat unterstützte die vorgestellte Maßnahme vollumfänglich. Johann Stürzer (CSU/FW) schlug zudem die Gastwirtschaft in Ostermünchen vor, die ebenfalls einen hohen Eigenverbrauch und große Dachflächen aufweist. „Wir werden das noch prüfen“, sagte Bürgermeister Georg Weigl.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Erstellung der Photovoltaikanlagen belaufen sich auf rund 500.000 Euro. „Diese Kosten werden wir im Zuge der Haushaltsaufstellung für 2026 einplanen, um eine baldige Realisierung des Projektes zu ermöglichen“, betonte Bürgermeister Georg Weigl. Einstimmig nahm der Gemeinderat das vorgestellte Konzept mit Variantenauswahl zur Kenntnis und stimmte der Durchführung der weiteren Planungsschritte sowie der Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen zu.