Bruckmühl – Die Bürgermeisterwahl in der Marktgemeinde Bruckmühl am Sonntag, 8. März, wird zur One-Man-Show für Amtsinhaber Richard Richter (CSU/PW): Der 57-Jährige geht als einziger Kandidat ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Seine Wiederwahl – es wäre die dritte Amtszeit für Richter – ist damit sehr wahrscheinlich. Aber nicht zu 100 Prozent sicher. Denn in Fällen, in denen nur ein Kandidat oder gar kein Bewerber zur Wahl steht, erlaubt der Gesetzgeber dem Wähler, auch eigene Personenvorschläge einzubringen.
Den Wunsch
selbst eintragen
„Wird kein oder nur ein Wahlvorschlag zugelassen, wird die Wahl ohne Bindung an eine vorgeschlagene, sich bewerbende Person durchgeführt.“ So heißt es im Artikel 40, Absatz 2 des bayerischen Gemeinde- und Landkreiswahlgesetzes (GLKrWG). Bedeutet: Im Falle einer Bürgermeisterwahl, bei der maximal ein Bewerber kandidiert, können auch Personen gewählt werden, die nicht auf dem vorgedruckten Stimmzettel stehen.
Im konkreten Fall heißt das, dass auf den Stimmzetteln zur Bürgermeisterwahl in Bruckmühl nicht nur der Name „Richard Richter“ als Wahlvorschlag stehen wird. Darunter wird sich auch ein Feld finden, in dem Bürger stattdessen den Namen ihres Wunschbürgermeisters angeben können. Inklusive weiterer persönlicher Daten wie beispielsweise Ortsteil oder Beruf, damit letztlich auch bei Namensgleichheiten eine eindeutige Identifizierung möglich ist. Als Bürgermeister wählbar ist im Übrigen jeder deutsche Staatsbürger über 18 Jahren. Einen Wohnsitz in der Kommune muss er nicht haben. Allerdings gibt es laut Gesetzgeber einige Ausschlusskriterien. So sind beispielsweise Personen, die sich aktuell wegen einer vorsätzlichen Straftat in Haft oder in Sicherheitsverwahrung befinden, nicht wählbar.
Amtsinhaber Richter, der sich von den aktuell 13.577 Wahlberechtigten (Stand 20. Januar 2026) am 8. März erneut zum Bürgermeister wählen lassen will, findet diese Regelung jedenfalls gut, wie er auf OVB-Anfrage mitteilt. Denn dass er als einziger Kandidat zur Wahl des Rathauschefs antritt, löst bei ihm nicht unbedingt Freude aus. „Mehrere Kandidaten sichern ein höheres Interesse bei den Wählerinnen und Wählern“, so Richters Begründung. Ein Vorteil sei, „dass die eigentlich wichtigen Akteure, die Damen und Herren, die sich um ein Amt als Marktgemeinderätin oder -rat bewerben, in den Fokus gerückt werden könnten“, so der amtierende und voraussichtlich zukünftige Rathausschef. „Die wichtigen Entscheidungen trifft immer noch der Marktgemeinderat und nicht der Bürgermeister.“ Spannend sei für ihn daher die künftige Zusammensetzung des Gremiums. Richter: „Nachdem wir ein sehr gutes Miteinander etabliert haben über alle Fraktionen hinweg, wäre es schön, wenn dies fortgesetzt werden könnte.“
Dass nur ein Bewerber für das Amt des Rathauschefs kandidiert, ist in der Marktgemeinde übrigens kein Novum. Um die Marktgemeinde in puncto Bürgermeisterwahl wieder zurück in den üblichen Turnus der bayerischen Kommunalwahlen zu führen, hatte sich bei der Kommunalwahl 2002 der damalige Amtsinhaber und Richters Vorgänger, Franz Heinritzi (CSU), bereits nach drei Jahren zur Wiederwahl gestellt – ebenfalls ohne Gegenkandidaten.
Das Ergebnis der damaligen Abstimmung: Knapp 91 Prozent sprachen sich für eine erneute Amtszeit des CSU-Politikers aus, gut neun Prozent hatten einen anderen Namen auf dem Stimmzettel notiert. Wobei ein Bürger immerhin 112 Stimmen auf sich vereinen konnte. Auf den Stimmzetteln fanden sich aber auch vermutlich eher spaßig gemeinte „Bürgermeisterwünsche“ wieder. So plädierte ein Wähler für den damaligen SPD-Landratskandidaten Manfred Gerner, ein anderer sprach sich für Bayerns damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) als neuen Bürgermeister der Marktgemeinde aus.
Was das Wunschergebnis des kommenden Votums anbelangt, gibt sich Amtsinhaber Richter extrem bescheiden. Enttäuscht wäre er bei „unter 50 Prozent“, behauptet der Rathauschef, was letztlich heißen würde, dass Richter am 22. März in einer Stichwahl gegen den Bürger antreten müsste, der die zweitmeisten Stimmen erhält.
„Die schönste
Tätigkeit überhaupt“
Deutlich wahrscheinlicher ist aber, dass Richter bereits am Abend des 8. März seinen Wahlsieg feiern und sich auf eine weitere Amtszeit als Bürgermeister von Brückmühl, was er als „schönste Tätigkeit überhaupt“ bezeichnet, vorbereiten kann. Ein Amt, das er Stand heute dann auch über die vollen sechs Jahre ausüben will. Vielleicht sogar darüber hinaus? „Es hat sich für mich bewährt, immer den naheliegenden Schritt richtig zu planen“, so Richter auf die Frage nach einer erneuten Kandidatur in sechs Jahren. „Und von daher gibt es keine Pläne für eine Kandidatur 2032.“