Feldkirchen-Westerham – Aus dem Lautsprecher dringt leise Jazzmusik. Warmer Kaffee läuft aus dem Vollautomaten in eine weiße Tasse. Daneben stehen in einer kleinen Vitrine allerhand Kuchen und mit Pistazien, Erdnussbutter-Marmelade oder Snickers gefüllte Datteln. Im hinteren Raum des Ladens sitzen Gäste und genießen ihr süßes Teilchen oder ein Glas Aperol Spritz. Das Café Flor an der Münchener Straße 17 in Feldkirchen-Westerham soll ein Ort der Entspannung und des Genießens sein. Das ist den beiden Inhabern besonders wichtig.
Erfahrungen in
der Gastronomie
Ein eigenes Café zu besitzen, war für Fraylin Ozoria Gomes (31) schon immer ein schöner Gedanke. „Plötzlich hat sich dann dazu eine Gelegenheit ergeben“, erinnert sich sein Bruder Fredherik (30). „Mein Bruder hat sich dann entschieden, das ehemalige Lokal von ‚Satt und Glücklich‘ zu übernehmen, und hat mich gefragt, ob ich mitmachen möchte.“ Fredherik überlegte zunächst. Schließlich sei der Schritt in die Selbstständigkeit eine große Sache. Doch dann stimmte der 30-Jährige zu. Seit Anfang Januar betreiben sie nun gemeinsam das neue Café.
So ganz ohne Erfahrungen sind sie das Projekt aber nicht angegangen. Fraylin Ozoria Gomes ist gelernter Hotelfachmann und hat sich in den vergangenen zwölf Jahren als Barista weiterentwickelt. „Ich habe seit 2012 die Ausbildung zum Koch gemacht und war dann ab 2016 als stellvertretender Küchenchef tätig“, sagt Fredherik Ozoria Gomes. Auch im Café übernimmt er die Tätigkeiten in der Küche und stellt verschiedene warme und kalte Mahlzeiten zusammen.
Die beiden Brüder sind in der Dominikanischen Republik geboren und aufgewachsen. Als sie 13 und elf Jahre alt waren, kamen sie aus dem Land in der Karibik nach Deutschland. Die Arbeit in der Gastronomie lag ihnen schon immer im Blut. „Unsere Eltern arbeiten auch in diesem Bereich“, sagt Fredherik Ozoria Gomez. Der Schritt, sich selbst ein Café aufzubauen, schien also nah. Und auch wenn gerade die Anfangszeit viel Geduld fordert, sind die Brüder mit ihrer Entscheidung sehr zufrieden. Außerdem erhalten sie viel Unterstützung von ihren beiden Partnerinnen.
Unterstützung
von der Familie
So hat sich Fraylins Verlobte Maria vor allem um die „gemütliche Inneneinrichtung“ gekümmert. „Das war alles meine Fantasie, und das Ganze jetzt real zu sehen, das macht mich sehr glücklich“, sagt die 33-Jährige. „Ich glaube, wir haben hier einen Ort geschaffen, wo die Leute sich wohlfühlen.“ Maria hilft auch als Bedienung aus und kreiert viele kleine Süßigkeiten wie Cookies oder die gefüllten Datteln. „Ich versuche, gelegentlich etwas auszuprobieren“, sagt sie. „Wir haben eine kleine Tochter, deshalb habe ich dafür nicht immer Zeit. Aber die Arbeit hier im Café macht viel Spaß.“
Den Kuchen kaufen sie derzeit noch von der Konditorei Kuchenträume in Kolbermoor. Irgendwann wollen sie die aber auch selbst machen. Um sich darauf mehr fokussieren zu können, wollen sie demnächst noch weitere Bedienungen einstellen. Denn die Brüder haben jetzt schon allerhand zu tun, was auch an den Öffnungszeiten deutlich wird. Montags, mittwochs und donnerstags ist das Café von 8 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Am Freitag, Samstag und Sonntag sogar bis 22 Uhr. Dienstag genießen sie dann ihre Freizeit. Denn da bleibt das Lokal zu.
„Wir haben uns zum einen auf Frühstücksangebote konzentriert und uns dann auch für das Tagesgeschäft mit Kaffee und Kuchen entschieden“, sagt Fredherik Ozoria Gomez. Nun wollen sie sich zudem noch mehr dem Abend-Angebot widmen. Vor allem mit Drinks, wie Wein und Aperitifs, und späte Snacks, betont Maria. Auch soll die Möglichkeit bestehen, Geburtstage und Veranstaltungen in den Räumlichkeiten zu feiern. „Wir wollen das Abendleben in Feldkirchen-Westerham etwas pushen“, sagt Maria. Ihnen ist es außerdem wichtig, dass es viele vegane und vegetarische Gerichte gibt.
Doch nicht nur auf die Speisen und Getränke legen die Betreiber viel Wert. Auch was die Atmosphäre im Café angeht, wollen sie etwas Besonderes schaffen. „Wir haben viel Zeit, viel Liebe und viel Arbeit hier hereingesteckt“, sagt Maria. In einer Ecke des Lokals befinden sich zum Beispiel Bücher und ein paar Spielsachen für Kinder. Auch eine Polaroidkamera steht im Regal. Viele Gäste haben sich schon mit einem Foto auf einer Wand verewigt. „Uns ist aber auch Service und Freundlichkeit sehr wichtig und dass unsere Gäste unsere volle Aufmerksamkeit bekommen“, sagt die 33-Jährige. Auch auf die Kaffeequalität hätten die Inhaber viel Wert gelegt.
„Viel Zeit, viel Liebe
und viel Arbeit“
Und auch hinter dem Namen des Cafés steckt viel Liebe, wie die junge Frau erklärt. „Flor bedeutet Blume auf Spanisch“, sagt Maria. „Wir lieben generell Blumen. Als wir noch in einer großen Stadt gewohnt haben, habe ich Fraylin immer Blumen mitgebracht.“ Auch ihre Tochter habe mit dem Namen zu tun. Denn sie wurde in Rosenheim geboren und musste längere Zeit im Krankenhaus bleiben. „Und im Namen Rosenheim steckt ja auch eine Blume drin, deshalb haben wir uns für diesen Namen entschieden.“
Seit der Eröffnung sind zwar erst wenige Wochen vergangen, doch die Brüder ziehen dennoch ein kleines Fazit. „So wie es gerade läuft, kann es für den Anfang weitergehen, um sich erst einmal zu organisieren“, sagt Fraylin Ozoria Gomez. „Wir sind ja auch Fremde in Feldkirchen-Westerham, da wir hier nicht wohnen. Aber wir werden sehr gut von den Leuten angenommen und ich bin froh, dass es langsam vorangeht.“ Für die Zukunft wollen sie immer wieder Veränderungen auf die Speisekarte bringen und ihren Gästen Neuerungen bieten. Für die beiden Brüder ist damit vor allem eines klar: „Wir werden immer unser Bestes geben.“