Bruckmühl – Das Kurhaus in Bad Aibling und die Kulturmühle in Bruckmühl sind im westlichen Landkreis – neben den verschiedenen Spielstätten der örtlichen Amateurtheatergruppen – derzeit die beiden „Schwergewicht-Locations“ für kulturelle Veranstaltungen. Zwischen den beiden Kultur-Zentren hat sich, nicht nur geografisch, in Heufeld ein „KleinkunstJuwel“ etabliert: die „Werkstattbühne“.
Umwandlung dauert
einen ganzen Tag
Es handelt sich dabei aber nicht um einen ständigen Veranstaltungsort, sondern um eine Restaurierungswerkstatt, die hin und wieder in eine Kleinkunstbühne verwandelt wird. Dann verschwinden die Werkzeuge wie Schnitzmesser, Stemmeisen und Leimspachteln in Kisten und wandern zusammen mit den Werkbänken und anderen Gerätschaften in einen Nebenraum und die Heiligenfiguren und Barockmöbel werden gegen Mikrofone und Instrumente getauscht.
„Für die Umwandlung der Werkstatt brauche ich mit meinem Team einen ganzen Tag und für die ‚Rückumwandlung‘ einen weiteren“, berichtet Inhaber Andreas Mittermüller im Gespräch mit dem Mangfall-Boten. Nach den Anfängen der „Werkstattbühne“ befragt, erzählt er: „Ich habe früher selber Musik gemacht, sie ist für mich eine wichtige Sache.“ Für die Feier seines 40. Geburtstags hatte der heute 51-jährige 2014 seine Werkstatt ausgeräumt, um auch Platz für die Musiker zu schaffen. „An diesem Abend ist die Idee entstanden, den Raum auch für die Öffentlichkeit zu nutzen.“
Inzwischen haben über 40 Veranstaltungen stattgefunden. „Die Veranstaltungen in kleinem Rahmen bieten jungen Talenten und etablierten Künstlern gleichermaßen die Möglichkeit, sich in authentischer Atmosphäre zwischen Farbenregalen und altem Werkzeug einem interessierten Publikum zu präsentieren.
Die begrenzten Räumlichkeiten mit guter Akustik schaffen eine ungezwungene Stimmung und bieten eine interessante Alternative zu großen Schulturnhallen oder lauten Kneipen. Bis zu 70 Gäste können so in einzigartiger Atmosphäre ganz nah dran an den Künstlern einen unvergesslichen Abend erleben.
Geboten wird ehrliche, handgemachte Musik von Liedermachern und kleineren Besetzungen sowie Kabarett und Literatur“, schildert der „Kleinkunst-Impresario“. Andreas Mittermüller erinnert sich an ein paar heiter-spannende Begebenheiten an einigen Abenden. Vor dem Auftritt von Martin Gallup ist beim Soundcheck sein Handy ausgefallen, das für das ganze Konzert notwendig war. Ein Besuch im Fachhandel war erfolglos, aber mit viel technischer Kreativität konnte das Problem gerade noch rechtzeitig gelöst werden.
Spannung kam auch auf, als sich Tex nach dem Soundcheck ins Hotel zurückzog und sich mit Yoga-Übungen so intensiv entspannte, dass er erst nach 20 Uhr und damit nach dem Publikum wieder in der „Werkstattbühne“ eintraf. Oder beim Gastspiel des „David Stellner“-Duos. Wegen einer „Navi-Fehlleitung“ trafen die beiden erst zehn Minuten vor Beginn ein und stiegen ohne Soundcheck (und ohne ihre Jacken auszuziehen) direkt auf die Bühne.
Am 14. Februar kommt
Marco Tschirpke
„Die „Werkstattbühne“ ist ein reines Herzensprojekt“, bekennt Andreas Mittermüller und fügt hinzu: „Es macht uns riesig Spaß und belebt die Kulturszene in der Region im kleinen Rahmen.“ Bei der Durchführung der Veranstaltungen wird er tatkräftig vom „Familien-Ensemble“ unterstützt, bestehend aus Ehefrau Claudia, Tochter Sarah, Sohn Benedikt und dessen Freundin Becky.
Das „Bühnenverwandlungs- und Catering-Team“ ist auch bald wieder im Einsatz: Am Samstag, 14. Februar, kommt der Berliner Marco Tschirpke bereits zum zweiten Mal nach Heufeld, diesmal mit der Vorpremiere zu seinem neuen Programm „Für eine Handvoll Tasten-Gesänge ohne Länge“. Und am Samstag, 25. April präsentiert das Duo „Flora Falls“ im Rahmen ihrer Release-Tour ihr Debütalbum.