Tuntenhausen – Über 150 Bürger ließen es sich nicht nehmen, die alle sieben Jahre auftretenden Schäffler aus Kolbermoor hautnah zu erleben. Nach Tuntenhausen und Ostermünchen war diesesmal Hohenthann als Auftrittsort an der Reihe. Und trotz eisiger Kälte zog es die Bürger der Gemeinde zum alten Schulhaus in Hohenthann.
Sowohl Schäfflermeister als auch Fähnrich freuten sich, wieder in der Gemeinde Tuntenhausen auftreten zu können, und begrüßten Bürgermeister Georg Weigl persönlich – und wünschten ihm einen guten Ruhestand und seinem Nachfolger ein gutes Händchen. In allen 57 Ortsteilen der Gemeinde auftreten zu können, ist leider nicht möglich, betonten die Schäffler. Dafür müssten sie ihre Saison verlängern.
Dann erzählten sie Interessantes über den Ursprung des Schäfflertanzes, als in München Anfang des 16. Jahrhunderts die Pest wütete und sich die Menschen aus Angst vor der schwarzen Seuche nicht mehr aus ihren Häusern trauten. „Da waren es die Fassmacher und Schäffler, die versuchten, mit einem Reigentanz den Leuten neuen Lebensmut zu geben“, erzählte der Fähnrich.
Aber auch heutzutage, in Zeiten von Corona, Ukrainekrieg und den sozialen Medien ist die gepflegte Unterhaltung immer noch unabdingbar und wichtig betonte der Fähnrich. Übrigens, in diesem Jahr blicken die Kolbermoorer Schäffler bereits auf 140 Jahre gelebte Tradition und Zusammenhalt zurück.
Musikalisch wurden die Schäffler von der Blaskapelle „am Was’n“ begleitet und zu deren Klängen zogen die Tänzer auf den Schulplatz ein und bildeten einen Kreis. Nach der Begrüßung zeigten sie verschiedene Tänze und natürlich auch das berühmte Fassklopfen, mit dem sie das Handwerk der Schäffler nachahmten. Viel Applaus war den Kolbermoorern dann sicher, als sie sich wieder verabschiedeten. Nicht aber, bevor die Clowns noch ein paar Nasen anmalten und ein paar Spenden sammelten. Für die Besucher hieß es aber noch nicht, nach Hause zu gehen. Schließlich gab es Glühwein und Krapfen. ws