Seit 30 Jahren die gute Seele des Luli-Theaters

von Redaktion

„Theater-Mama“ Anneliese Lermann wirkt lieber im Hintergrund als im Rampenlicht

Bad Aibling – Seit rund 30 Jahren ist Anneliese Lermann (63) eine unverzichtbare Stütze für den Betrieb des Luli-Theaters in Bad Aibling. Sie steht bei Aufführungen nicht im Rampenlicht auf der Bühne, sondern wirkt auf vielfältige Weise im Hintergrund und hilft so mit, den Betrieb am Laufen zu halten. „Unsere Theater-Mama“ – so nennen sie die Vereinsmitglieder liebevoll und bringen damit zum Ausdruck, dass sie Lermanns Arbeit, auf die sie nicht mehr verzichten möchten, als eine wichtige „Kümmerer-Rolle“ verstehen.

Ein unverzichtbares
Multitalent

Über eine Aufführung im Willinger Gmoahof, bei der ihr mittlerweile längst erwachsener Sohn Peter im Rahmen des Bad Aiblinger Ferienprogramms mitwirkte, kam sie vor vielen Jahren zum Theater. „Ich habe beim Nähen der hierfür benötigten Kostüme mitgeholfen. Das war der Anfang“, erinnert sich die studierte Wirtschaftsingenieurin, die seit Beginn dieses Jahres in Rente ist.

Schon während ihrer Berufstätigkeit war das ehrenamtliche Engagement für das Theater für sie ein wichtiger Kontrapunkt zum Job. Zuletzt war sie im internationalen Einkauf für ein Unternehmen aus der Gemeinde Feldkirchen-Westerham tätig, das Spezialpapier und Synthesematerialien für die weiterverarbeitende Industrie herstellt.

Lermann, die einen Jahresetat von rund 20 Millionen Euro zu verantworten hatte und beruflich in ganz Europa, Amerika und China unterwegs war, bringt den für sie wichtigen Gegenpol auf einen kurzen Nenner. „Da ging es nicht in erster Linie um Meter, Kilogramm, Euro und Cent. Das Zusammenspiel von Menschen stand hier im Vordergrund, und das hat mir gut getan“, bekennt sie freimütig.

Bei der Herstellung von Requisiten mitzuwirken, Regisseurin Vero Reiser bei der Probearbeit mit Kindern zu unterstützen, beim Kulissenbau hilfreich zur Seite zu stehen und bei Bedarf auch im Einkauf oder im Servicebereich tätig zu sein – das alles gehört zum Aufgabengebiet von Lermann beim Luli-Theater. „Ich bin der Bastel-Wastl“, sagt die Frau, die auf einem Bauernhof im Ortsteil Willing aufgewachsen ist, scherzhaft über sich selbst.

„Sie ist für uns unverzichtbar. Wir wüssten gar nicht, was wir ohne sie täten“, bekennt Vero Reiser. Uschi Lermann hat die heutige Regisseurin des Theaters kennengelernt, als diese noch ein Kind war. „Die hat damals schon gesagt, dass sie mal Schauspielerin werden möchte“, erinnert sie sich.

„Theater ist im Vergleich zum Alltag eine ganz andere Welt“, sind sich die zwei Frauen einig. Besonders freut sie, dass ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch die Arbeit mit Kindern beinhaltet, deren Weg ins Leben von schwierigen Startvoraussetzungen geprägt ist. „Wir haben auch Kinder in unseren Reihen, die eine Förderschule besuchen oder Migrationshintergrund haben. Durch die Theaterarbeit werden ihre Sprachkenntnisse gefördert und ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Wir können ihnen mit unserer Arbeit somit auch eine wichtige Hilfestellung für ihre Zukunft bieten“, erläutert Lermann.

Ein Umstand, den auch Elke Netscher zu schätzen weiß. Sie leitet unter dem Dach der Diakonie in Rosenheim die Mittagsbetreuung in der Bad Aiblinger Georgsschule und hat zusammen mit Vero Reiser die Arbeitsgemeinschaft Theater an der Schule ins Leben gerufen. „Das Theaterspielen bringt den Kindern sehr viel und macht ihnen große Freude“, berichtet Netscher. Auch sie schätzt die Arbeit von Anneliese Lermann sehr. „Was sie tut, ist unglaublich wertvoll“, sagt Netscher. Norbert Kotter

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