Feldkirchen-Westerham – Der Neujahrsempfang der Gemeinde Feldkirchen-Westerham hat erneut gezeigt, dass in der 11.300-Einwohner-Kommune viele Menschen wohnen, die sich ehrenamtlich in das breit gefächerte Geschehen einbringen, auch Ämter und andere Aufgaben übernehmen. Es gibt Persönlichkeiten, die im Beruf, im Handwerk, im musikalischen oder kulturellen Bereich mit besonderen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Sie wurden im feierlichen Rahmen mit Anerkennung, Dank- und Lobesworten sowie kleinen Geschenken geehrt. Höhepunkt war die Verleihung von drei Dankurkunden und drei Bürgermedaillen, wofür Bürgermeister Johannes Zistl traditionell seine Amtskette umgehängt hatte.
Bürgermedaillen als
höchste Auszeichnung
Erstmals eigenverantwortlich hatte Marina Kellerer aus dem Bürgermeister-Vorzimmer ein fast protokollarisches Programm zusammengestellt. Die zahlreichen Gäste wurden im Gasthaus Vollert in Großhöhenrain vom Bürgermeister und acht jungen und flott aufspielenden Musikanten empfangen.
Nach einer schmackhaften Suppe begann der Bürgermeister mit den Ehrungen der Personen, „die mit Talent, Engagement, Fleiß und Leidenschaft unsere Gemeinde lebendig machen“, wie er mit hoher Anerkennung sagte. Die Liste der Geehrten war lang. Christoph Heger, einer der profiliertesten Brot-Sommeliers, kam mit einem frischen Erfolg: Im Rahmen einer internationalen Fachmesse im vergangenen Jahr ist er Vizeweltmeister geworden. Es war fast logisch, dass er dem Bürgermeister einen selbst gebackenen Wecken Brot mitgebracht hatte.
Milena Karger wurde stellvertretend für erfolgreiche Handwerker geehrt. Sie ist als erstes weibliches Mitglied in den Maurer- und Zimmererverband Bad Aibling aufgenommen worden. An den Baustellen packt sie tüchtig mit an und steht ihren „Mann“, wusste der Bürgermeister.
Weiter ging es mit der Hurricane-Hoagascht-Band. Das Trio kommt aus der Gegend um Höhenrain und lässt mit einem eigenen Stil aufhorchen, nach Aussage des Bürgermeisters „laut, ehrlich, bayerisch – und garantiert nicht von der Stange“. Ihr überraschendes Vorspiel bestätigte dies.
Als Sternsinger haben Luisa, Charlotte, Florian und Moritz ihren spektakulären Fernsehauftritt schon hinter sich gebracht. Zusammen mit rund 100 Sternsingern aus ganz Deutschland waren sie von Thorsten Frei, dem Chef des Bundeskanzleramts, nach Berlin eingeladen worden. „Wir danken euch, dass ihr unsere Gemeinde so würdig vertreten habt“, lobte Zistl.
Der Wertacher Schreinermeister und Kabarettist Stefan Kröll ist seit vielen Jahren eine feste Größe auf vielen Bühnen. Mit dem Heimatspektakel beim Gautrachtenfest in Westerham hat er ein kulturelles Zeichen der Extraklasse gesetzt. Der Bürgermeister würdigte in seiner Laudatio die tiefe Heimatverbundenheit, die Tradition und Brauchtum einschließt. Mit dem Kultursonderpreis hat der Landkreis Rosenheim den Trachtenverein Westerham und Stefan Kröll geehrt.
Wenn Alois Vollert, Hans Stahuber und Erhard Passauer mit der kommunalen Dankurkunde geehrt wurden, zeigt das deren vielfältige Verdienste auf verschiedenen Ebenen. Alois Vollert, Zimmerermeister aus Höhenrain, war 24 Jahre lang nicht nur Kirchenpfleger von St. Michael. „Er betreute auch mit großer Sorgfalt und Verlässlichkeit den Friedhof“, lobte der Bürgermeister. Zistl ergänzte: „Vollert war bei der Renovierung der Pfarrkirche der maßgebliche Mann, er hatte die organisatorischen und finanziellen Belange im Griff.“
Johann Stahubers Engagement galt vor allem seinem Heimatdorf Unterlaus. Bei der Neugestaltung der Unterlauser Dorfmitte trug er in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Ordinariat entscheidend dazu bei, dass das Feuerwehrhaus und das Pfarrheim neu errichtet werden konnten. Stahuber war auch 20 Jahre lang Kirchenpfleger.
Erhard Passauer war elf Jahre im Gemeinderat, sein Schwerpunkt waren Bauangelegenheiten. Er war Sportler und Funktionär, vor allem aber ein Mann, dessen soziale Einstellung beispielhaft war und noch immer ist. Aktuell ist er als Vorsitzender des Sozialen Netzwerks mit vielerlei Aufgaben betraut. Seine Handschrift ist auch bei der Einbindung in die Nachbarschaftshilfe erkennbar.
Martin Faltlhauser, der bei den First Respondern und der Feuerwehr aktiv ist und 24 Jahre im Gemeinderat saß, gehört zu den Männern, die überall eingesetzt werden können und kaum einmal „Nein“ sagen. Vor allem die Gründung der First Responder vor 30 Jahren war ein Pilotprojekt. Schon vor zehn Jahren ist Faltlhauser mit der Dankurkunde des Landkreises ausgezeichnet worden.
Mit Bürgermedaillen wurden auch Annemarie und Balthasar Biechl geehrt. Annemarie Biechl gehörte zehn Jahre dem Landtag und 24 Jahre dem Kreistag an. Besonders verbunden war sie den bäuerlichen Organisationen als langjährige Orts-, Kreis- und Landesbäuerin. Höhepunkt war die Ernennung zur Ehrenlandesbäuerin. Seit 15 Jahren steht sie an der Spitze des Vereins „Freunde der Abtei Benediktinerinnen Frauenwörth“.
Ihr Ehemann, Balthasar Biechl, stand 16 Jahre lang an der Spitze des Zuchtverbandes Miesbach. Der Hofberg-Bauer war in seiner Amtszeit einer der Initiatoren bei der Aussiedlung und dem Neubau der Oberlandhalle. Alles kann in seinem Buch „Der lange Weg zur neuen Halle“ nachgelesen werden. Schon vor zehn Jahren war Biechl vom damaligen Bürgermeister Bernhard Schweiger wegen seiner großen Verdienste geehrt worden.