Bruckmühl – Die erste Ausstellung im Jahr 2026 in der „Galerie Markt Bruckmühl“ ist den Künstlern Fried Stammberger und Franz Ferdinand Wörle gewidmet und steht unter dem Titel „Wucht des Materials und Schwingungen der Farbe“.
Beide haben einen engen Bezug zur Galerie, wie Ute Bößwetter zu Beginn ihrer Einführungsrede bei der sehr gut besuchten Vernissage betonte: „Sie gehörten – zu verschiedenen Zeiten – dem Beirat an und haben über Jahrzehnte in Absprache mit den Mitgliedern des Vorstands zusammen das jährliche Programm unserer Galerie festgelegt.“
Sie zitierte ferner aus den Reflexionen von Johann Wolfgang von Goethe: „Aber die Menschen vermögen nicht leicht, aus dem Bekannten das Unbekannte zu entwickeln. Denn sie wissen nicht, dass ihr Verstand ebensolche Künste wie die Natur treibt.“ Den beiden Künstlern sei dies jedoch gelungen. Die frühere Galerie-Leiterin schilderte den Werdegang von Fried Stammberger und seinen (Um)Weg zur Malerei: „Die Farbe ist sein großes Lebensthema, mit ihr geht er in immer neuer, meist überraschender Weise um. Er hat uns seine Idee von Landschaften und Blumenbildern vermittelt, die in den genannten Themengruppen ihren Ausdruck finden.“
Zeitlose Skulpturen
aus Eisen
Weiter führte sie aus: „In seinem Werk treten insbesondere die Farben Rot und Grün auf, Grün als Farbe der Natur schlechthin, Rot als eine Möglichkeit, Blüten zu charakterisieren. Rot verwendet er besonders gerne: als die Farbe des Lebens, des Feuers und der Wärme, aber auch das Symbol des Schutzes. Jedoch spielt auch Blau als Farbe der Vergeistigung eine wesentliche Rolle. Er trägt seine Farben – Öl auf Leinwand, Acryl auf Papier – satt auf, nimmt sie durch Verwischen und Übermalen zurück, um sie dann erneut darüber zu schichten und noch deutlicher als zuvor sichtbar zu machen. Ein Bild stellt er möglichst ohne Unterbrechung her, die Arbeiten, die er in einem Zuge gemalt hat, sind für ihn die überzeugendsten.“ Auch der bereits 2020 viel zu früh verstorbene Bildhauer Franz Ferdinand Wörle habe zunächst unterschiedliche Materialien erprobt, bevor er in Eisen das Material fand, in dem er seine Vorstellungen am überzeugendsten verwirklichen konnte. „Sein Thema sind seine strengen, geradlinigen, disziplinierten Skulpturen, denen er Bezeichnungen wie „Tor“, „Stele“ oder „Seelenhaus“ mitgibt. Und davon finden Sie nicht nur in dieser Ausstellung in jedem Stockwerk einige, sondern auch seit der Eröffnung der Galerie im Jahr 1994 das „Tor II“ draußen vor dem Haus“, erklärte die Kunstexpertin und führte weiter aus:
„Wörle gestaltet innerhalb seines vorsätzlich eng gefassten Formenvorrats immer wieder neu, keine Form ist der anderen gleich. Auch wenn Skulpturen paarweise zusammengehören, so unterscheiden sie sich doch voneinander, jede besitzt ihre eigene Individualität. Und der Künstler lässt seine Werke mit Bedacht altern. Denn das ist der zweite Aspekt in seinen Arbeiten: dass er diese zeitlos schlichten Arbeiten mit einer die Zeit sichtbar machenden Oberfläche versieht. So wird bei Wörle die fortschreitende Veränderung und schließlich auch Vergänglichkeit zum Thema seines Werkes.“
Eröffnet hatte die Vernissage Kulturreferent Stefan Mager. „Die Ausstellung führt zwei herausragende Künstler zusammen. Beide haben – jeder auf seine Weise – der Kunstlandschaft Oberbayerns ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt“, hob der Marktgemeinderat hervor und fügte hinzu: „Lassen Sie sich berühren von der Wucht des Materials, von den Schwingungen der Farbe und von den Geschichten, die beide Künstler auf eigene Weise erzählen.“
Zwei herausragende
Künstler vereint
Galerie-Leiterin Cornelia Ahrens bedankte sich bei der Witwe von Franz Ferdinand Wörle und bei Christian Heß für die Unterstützung bei dieser „wunderbaren und sinntragenden“ Ausstellung und gab den Besuchern, darunter Marktgemeinderätin Dr. Monika Mager, Aiblings Kulturreferentin Elisabeth Geßner und zahlreiche Künstler aus der Region, noch zwei wichtige Termine zur Ausstellung bekannt: Sie ist am Faschingssonntag, 15. Februar, geschlossen und endet am 8. März nach einer Matinee ab 11 Uhr um 17 Uhr. Bis dahin ist die Ausstellung mit ihren 70 Werken in der „Galerie Markt Bruckmühl“, Telefon 08062/5307, mittwochs von 14 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.