Bruckmühl – In der jüngsten Januar-Sitzung beschäftigte sich der Bruckmühler Marktgemeinderat auch intensiv mit dem Thema „Feuerwehr“. Nach einer eingehenden Sacherörterung schnürte das Gremium mit dem Kern-Statement „der Marktgemeinderat bekennt sich zu seinen sieben selbstständigen Freiwilligen Feuerwehren (FF) als Pflichtaufgabe der Kommune“ ein Paket von vier Einsatzfahrzeug-Neubeschaffungen im Gesamtvolumen von 1,97 Millionen Euro. Von der Regierung von Oberbayern sind davon 295.700 Euro förderfähig. In vier einzelnen Beratungspunkten stimmte das Kommunalplenum jedem Antrag mit einem einstimmigen Beschluss zu.
Feuerwehr Waith wird
doppelt ausgestattet
Zunächst stand die FF Waith auf der Tagesordnung. Nachdem die Feuerwehr Waith bis dato über kein Transport-Einsatz-Kfz verfügt, benötigt sie zur Unterstützung und Organisation ihres Einsatz- und Ausbildungsbetriebs ein Mannschaftstransportfahrzeug. Nach Darstellung von Bürgermeister Richard Richter, CSU/PW, ist dies eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Löschfahrzeug. Auch soll dadurch vermieden werden, dass die Feuerwehrleute mit ihren privaten Autos zu Ausbildungs-, Fortbildungs- sowie Einsatzmaßnahmen fahren müssen.
Letzteres ist nach Darstellung des Bürgermeisters schon aus Sicherheits- und Haftungsgründen sehr problematisch, „damit wird die Waither Feuerwehr organisatorisch wie auch einsatztaktisch flexibler und leistungsfähiger aufgestellt“. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 90.000 Euro. Die Regierung von Oberbayern hat in dem Zusammenhang bereits eine Förderung von knapp 17.940 Euro bewilligt.
In einem zweiten Schritt sollte auch das aus dem Jahr 2001 stammende Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) durch ein Mittleres Löschfahrzeug ersetzt werden. Dies entspricht nach 25 Jahren nicht mehr den heutigen technischen Sicherheits- und Einsatzstandards sowie den technischen und taktischen Anforderungen. Von den rund 430.000 Euro Anschaffungskosten liegt ein Förderbescheid mit Bindewirkung zum 31. Dezember 2029 in Höhe von 87.580 Euro vor. Die Finanzierung soll sich laut dem Bürgermeister auf mehrere Jahre verteilen.
Beim dritten Beratungspunkt zum Thema Feuerwehr stand die FF Götting im Mittelpunkt. Hier ist beabsichtigt, das 23 Jahre alte LF 8/6 durch ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 20 KatS) zu ersetzen. Ersteres weist nach Darstellung von Bürgermeister Richard Richter nicht nur deutliche Verschleißerscheinungen auf, auch lässt sich im Tankbetrieb die Pumpe nicht mehr zuverlässig entlüften. Weiter ist die Mannschaftskabine deutlich in die Jahre gekommen. In Summe kommen auch noch signifikante Defizite bei technischen und taktischen Einsatzanforderungen dazu. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 700.000 Euro. Hierzu liegt vom Freistaat Bayern ein Förderbescheid in Höhe von 125.480 Euro mit Zeitbindung 31. Dezember 2029 vor. Auch hier wird sich diese Finanzierung auf mehrere Jahre verteilen.
Im vierten und letzten Beratungspunkt „Feuerwehr“ ging es um die FF Heufeld. In diesem Fall ist das „Problemkind“ ein LF 16/12 aus dem Beschaffungsjahr 2003. Als Ersatzbeschaffung ist hier ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) vorgesehen. Altersbedingte Reparaturen, Materialermüdungen sowie eine schwierige Ersatzteilversorgung und deutlich gestiegene und modifizierte Ausbildungs- und Einsatzszenarien machen nach Aussage von Richard Richter einen Neukauf unabdingbar. Von den insgesamt rund 750.000 Euro für das HLF 20 übernimmt die Regierung von Oberbayern 154.700 Euro. Die Finanzierung soll ebenfalls auf die Haushaltsjahre 2026 bis 2029 verteilt werden.
Im Anschluss an die Beratungen äußerten sich die Fraktionen. Bürgermeister Richard Richter, CSU/PW, dankte den Kommandanten für die hervorragende und professionelle Vor- und Mitarbeit.
Harald Höschler, CSU/PW, betonte in Richtung der zahlreich im Zuschauerraum sitzenden Feuerwehrmänner eindringlich, dass die Gemeinderäte voll und ganz hinter ihren Feuerwehren stehen, „Das sollte aber gerade bei so einem immensen Finanzvolumen und einem konstruktiven Miteinander auch das kritische Hinterfragen von einzelnen Beschaffungspunkten zur Sachentscheidung erlauben“.
Wolfgang Huber, Grüne, merkte mit einem Augenzwinkern an, dass die neuen und großen Einsatzfahrzeuge auch durch die Garagentore passen.
Hubert Maier, CSU/PW, stellte beim MLF für die FF Waith die Kosten für die Kfz-Ausschreibung von 8.000 Euro infrage. Laut Bürgermeister Richard Richter „müssen wir damit leider leben“. Der gemeindliche Feuerwehrreferent ergänzte dazu, dass dieser Betrag im Vergleich zu anderen gleichgelagerten Fällen „noch moderat sei“.
Abschließend war für Hubert Maier auch noch die mehrjährige Zeitspanne vom positiven Beschluss des Marktgemeinderates, über die Ausschreibung, die Beschaffung des Fahrgestells, des Aufbaus und der Ausstattung bis zur finalen Übergabe des Fahrzeuges „unlogisch, das kann doch nicht drei bis vier Jahre dauern“. In dem Zusammenhang plädierte er für einen reibungslosen und aufeinander aufbauenden Produktionsablauf.
Einstimmiges Votum
wegen Notwendigkeit
Bei allen vier Beratungspunkten machten sowohl Richard Richter als auch der gemeindliche Feuerwehrreferent Andreas Riedl abschließend klar: Die von den Kommandanten vorgelegten Sachdarstellungen und Argumentationen sind schlüssig und nachvollziehbar, die Neuanschaffungen aus den angeführten Gründen zwingend erforderlich, der Kreisbrandrat hat allen vier Neuanschaffungen sein positives Votum erteilt, alle vier Einsatz-Kfz sind durch den verabschiedeten Feuerwehrbedarfsplan des Marktes Bruckmühl abgedeckt. Letzterer schließt für die kommenden Jahre ein im Haushalt verankertes Investitionsvolumen von jeweils vier Millionen Euro für Fahrzeuge und technische Ausstattung ein.
Letztlich erhielten alle vier Blaulichtanträge ohne Gegenstimme grünes Licht.