Zum Bericht „Kritik an Ein-Euro-Gebühr für Auswärtige“ (Lokalseiten):
Seit Anfang des Jahres erhebt die Stadt Bad Aibling an der Kasse der Therme einen sogenannten Tageskurbeitrag in Höhe von einem Euro. Dieser wird ausschließlich von auswärtigen Gästen verlangt, während Bürger der Stadt davon befreit sind.
Ein Kurbeitrag ist ausdrücklich keine Eintrittsgebühr, sondern eine Abgabe für allgemeine touristische Leistungen der Gemeinde. Er darf nicht für eine konkrete Nutzung – etwa den Besuch der Therme – erhoben werden. Voraussetzung ist vielmehr, dass der Gast einen zusätzlichen Vorteil aus dem Kurortstatus zieht, der über den reinen Thermenbesuch hinausgeht.
Genau daran bestehen erhebliche Zweifel. Tagesgäste, die ausschließlich die Therme besuchen, nehmen regelmäßig keine weiteren kurörtlichen Angebote in Anspruch. Wird der Kurbeitrag unmittelbar an der Thermenkasse erhoben, wirkt er faktisch wie ein Eintrittsaufschlag.
Auch der vom Kurdirektor gezogene Vergleich mit Kurbeiträgen an der Nord- und Ostsee überzeugt nicht. Dort sind solche Abgaben üblicherweise mit klar definierten Leistungen verbunden, etwa Strandzugang, Kurkarten oder Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr.
In der aktuellen Ausgestaltung handelt es sich daher weniger um einen klassischen Kurbeitrag als um eine selektive Preissteigerung zulasten auswärtiger Besucher. Sollte am Kurbeitrag festgehalten werden, werden wir die Bad Aiblinger Therme nicht mehr besuchen.
Werner Steinberg
Bruckmühl