Virtuos verspielter und grenzenloser Saitentanz

von Redaktion

Konzertabend im Saal der IHK Westerham – Mischung aus hoher Konzentration und scheinbarer Unbeschwertheit

Feldkirchen-Westerham – Wer kürzlich den Saal der IHK Westerham betrat, wurde Zeuge eines Konzertabends, der weit mehr bot als „nur“ Saitenmusik. Im Rahmen des Kulturherbstes der Gemeinde Feldkirchen-Westerham präsentierte die Gruppe „Saitentanz“ ein Programm, das durch musikalische Höchstleistung, Spielfreude und stilistische Offenheit bestach.

Saitentanz – das sind Helmut Scholz an der Zither, Angelika Weber am Hackbrett, Martin Prochazka an der Gitarre, Stefanie Polifka an der Harfe und Erich Kogler am Kontrabass. Fünf Musikerpersönlichkeiten, die man vom ersten Ton an als eingespieltes Ensemble erlebt. Blicke, kleine Gesten und ein hörbares gegenseitiges Aufeinander-Reagieren verliehen dem Konzert eine besondere Lebendigkeit.

Musikalisch bewegte sich der Abend auf höchstem Niveau. Die Instrumente, oft mit alpenländischer Tradition verbunden, wurden konsequent von festgefügten Rollen befreit. Mit großer Neugier erforschten die Musiker die Grenzen ihrer Instrumente ebenso wie die der Stilistik. Boarische Klänge trafen auf Funk-Grooves, traditionelle Märsche standen neben Salonmusik – stets mit handwerklicher Präzision und einem feinen Gespür für Klangfarben und Dynamik.

Besonders reizvoll war das abwechslungsreiche Programm, das durch humorvolle und lehrreiche Moderationen ergänzt wurde. So erfuhren die Zuhörer Hintergründe zur Entstehungsgeschichte des „Deutschmeister-Regiments-Marsches“, ohne dass der Abend jemals den Charakter eines Vortrags annahm.

Ein zentrales Merkmal von Saitentanz offenbarte sich innerhalb der Stücke: Immer wieder wechselten die Musiker mühelos von hochkonzentrierten Interpreten zu spontan wirkenden Musikanten – und wieder zurück. Diese Mischung aus Virtuosität und scheinbarer Unbeschwertheit ist es, die den besonderen Reiz des Ensembles ausmacht.

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