Bis zum Fundament gebohrt

von Redaktion

Suche nach Ursache für Riss im Deckengewölbe der Unterlauser Kirche

Feldkirchen/Unterlaus – Experten wollen der Sache jetzt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen und mit Sondenbohrungen die Ursache für einen Riss im Deckengewölbe der Kirche St. Vitus in Unterlaus herausfinden. Dieser hatte im November 2024 sogar zu einer mehrmonatigen Sperre des Gotteshauses geführt. Erst seit Ostern vergangenen Jahres können die Gläubigen es wieder betreten, nachdem nach den Vorgaben eines Statikers ein massives Holzgerüst im Kirchenschiff errichtet und somit eine unmittelbare Gefahr für Besucher ausgeschlossen worden war.

Fachgerechte Sanierung statt Notbehelf

Kirchenpfleger Johann Stahuber sprach bereits damals von einem „Notbehelf“, jetzt sollen die ersten Voraussetzungen für eine fachgerechte Sanierung der Kirche geschaffen werden. Am kommenden Montag, 9. Februar, beginnen Arbeiter damit, an vier festgelegten Punkten im Umfeld des Gebäudes sogenannte Rammsonden in den Boden zu treiben. „Sie sind etwa zehn Zentimeter dick und sollen laut Kirchenpfleger eine Tiefe von etwa sechs Metern erreichen“. „Damit gewinnen wir Erkenntnisse über die Bodenbeschaffenheit“, erläutert Stahuber.

Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, werden dann frühestens Ende Februar nach Auskunft des Kirchenpflegers sieben „steile Schrägbohrungen“ im Bereich der Kirchenmauer gesetzt, die neben weiteren Aufschlüssen zur Bodenbeschaffenheit auch Klarheit über den Zustand des Fundaments ergeben, auf dem das Gotteshaus steht. Dazu werden an den festgelegten Punkten Bohrkerne entnommen und analysiert. „Dann wissen wir, ob eventuell Fugen zwischen Baugrund und Fundament entstanden sind“, die die Ursache für den Schaden sind“, erläutert der Kirchenpfleger.

Diese Gewissheit ist eine wichtige Voraussetzung, um das Maßnahmenpaket schnüren zu können, das für die Schadensbehebung erforderlich ist. „Da der Riss quer verläuft, ist natürlich eine zentrale Frage, ob Absenkungen zu befürchten sind“, sagte Michael Liegl, der Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus, bereits im Herbst vergangenen Jahres. Die Kirche in Unterlaus ist Teil des Verbandes.

Im Rahmen der Vorbereitungen auf die Bohrungen musste sogar der Gedenkstein für den 1977 verstorbenen Pfarrer Josef Pleli verlegt werden, der als letzter Kurat in Unterlaus wirkte. Statt auf dem Kirchenfriedhof befindet er sich jetzt im Vorraum des Leichenhauses. Die Verlegung weiterer Grabstätten war wegen der Baugrunduntersuchung nicht erforderlich. Wie groß der Umfang der Sanierungsarbeiten sein wird und welche Kosten damit verbunden sind, ist derzeit noch unklar. Der Verwaltungsleiter geht davon aus, dass der Pfarrverband auf jeden Fall mit der Bitte um einen Zuschuss an das Ordinariat herantreten wird. „Das können wir aber erst tun, wenn wir konkrete Zahlen haben“, sagt er.

Weil eine Eigenbeteiligung der Kirchengemeinde an den Kosten zwingende Voraussetzung für eine Finanzspritze der Erzdiözese ist, ist der Kirchenpfleger auch bereits im Bereich der Mittelbeschaffung aktiv geworden. Rund 1.500 Euro habe eine Altmaterialsammlung zugunsten des Projekts erbracht, berichtet er. Außerdem will Stahuber an die Bayerische Landesstiftung, den Bezirk Oberbayern und das Landesamt für Denkmalpflege mit der Bitte um Unterstützung herantreten, sobald es einen Maßnahmen- und Finanzierungsplan gibt.

Höhe der Kosten
noch nicht abzusehen

Er hofft auf ähnlich erfreuliche Nachrichten, wie sie im Jahr 2010 eintrafen. Damals wurde die Renovierung der Filialkirche in Elendskirchen abgeschlossen, die mit Kosten von rund 300.000 Euro zu Buche schlug. Von den drei Institutionen, bei denen der Kirchenpfleger erneut vorsprechen will, wurden seinerzeit etwa 45.000 Euro an Zuschüssen beigesteuert.

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