Tuntenhausen – Fast drei Jahre ist es her, als der alte Gasthof „Zur Post“ in Beyharting in Flammen stand. 135 Feuerwehrleute waren am 10. Oktober 2023 im Einsatz, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde. Drei Zwölfjährige konnten sich damals noch rechtzeitig aus dem Gebäude retten. Sie wurden daraufhin von Sanitätern versorgt. Kurz darauf stellten sich die strafunmündigen Kinder der Polizei, denn sie hatten das Feuer verursacht.
Seit 2023 gibt
es konkretere Pläne
Die Traditionswirtschaft war jahrelang aus dem Ortsbild nicht wegzudenken. Nun ist sie verschwunden. 2016 schloss der Pächter die Pforten des Gasthauses. Seitdem war die Neugestaltung des Gebäudes immer wieder Thema im Gemeinderat. Dabei war stets klar, dass das Erscheinungsbild des einstigen Gasthauses als Mittelpunkt von Beyharting erhalten bleiben soll. Ende 2019 lag ein Projektentwurf vor. Zwei Jahre später beschloss der Gemeinderat die Neuaufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Beyhartinger Mitte.“ Es folgten immer wieder Anpassungen der Planungsunterlagen.
Im Frühjahr 2023 gab es dann konkretere Pläne. Diese sahen vor, dass im Bereich des alten Gasthauses und der dazugehörigen Fläche, also dem Park- und Festplatz, vier Gebäude entstehen sollen. Neben etwa 45 Wohnungen waren auch ein Gastraum, ein Café und Veranstaltungsräume geplant. Später sei das Planungsverfahren aufgrund der gestiegenen Baukosten zunächst auf Eis gelegt worden. Zudem seien die Pläne an die Situation am Immobilienmarkt angepasst, und der Bau von bezahlbarem Wohnraum über Wohnraumförderprogramme sei ins Auge gefasst worden.
Anfang 2024 gab es dann wieder Neuigkeiten. Was nun mit dem Areal passiert, liege ab jetzt in der Hand der Gemeinde Tuntenhausen. „Wir haben im Gespräch mit dem Eigentümer eine Lösung für das Areal des ehemaligen Gasthofes gefunden“, informierte damals Bürgermeister Georg Weigl. „Die Gemeinde Tuntenhausen kauft das Grundstück und die dazugehörigen Baupläne.“ Das bestätigte auch der damalige Eigentümer Konrad Lichtenegger: „Die Gemeinde wollte die Sozialwohnungen kaufen, die im Projekt integriert sind. Schließlich haben wir uns darauf geeinigt, dass die Gemeinde das Projekt komplett übernimmt.“
Da die Gemeinde das Grundstück frei von allen Gebäuden erwarb, musste die Ruine des Gasthofes „Zur Post“ abgerissen werden. Schon damals betonte der Rathauschef allerdings, dass mit dem Abriss der Traditionswirtschaft nicht sofort neu gebaut wird. „Die personellen Kapazitäten haben wir in der Verwaltung momentan leider nicht“, sagte er.
Oberste Priorität habe zunächst die Ostermünchener Mitte. Doch wie ist nun der aktuelle Stand? Sind die 45 Wohnungen, der Gastraum, das Café sowie die Veranstaltungsräume noch geplant? „Die mit erworbenen Planungen wurden bisher nicht geändert“, sagt Georg Weigl auf OVB-Anfrage. Wann allerdings gebaut wird, das ist noch nicht klar, betont der Rathauschef. „Die Realisierung dieser Planung ist bisher zeitlich noch nicht geplant. Der Gemeinderat wird sich in den nächsten Jahren mit der Realisierung oder eventuell einer anderen Nutzung beschäftigen müssen.“
Wichtiger sozialer
Treffpunkt fehlt
Die 45 Wohnungen mit Tiefgarage sollten laut Gemeinde mit der staatlichen Förderung soziales Wohnen gebaut werden. Damit wolle man teilweise erschwingliche Mietpreise für die Bürger der Gemeinde schaffen. Ob das auch nach wie vor überlegt wird, beantwortet Weigl wie folgt: „Die Umsetzung dieses Projektes aufgrund der vorhandenen Planungen würde staatlich geförderte Wohnungen vorsehen.“ Für die geplante kleine Gaststätte wurden „noch keine Aktivitäten bezüglich eines Betreibers durchgeführt“. Klar ist aber, dass nach dem Abriss des Gasthofs im Gemeindeteil Beyharting etwas fehlt. „Der Gasthof war ein wichtiger sozialer Treffpunkt für die Beyhartinger und vor allem für die Ortsvereine“, sagt Weigl. „Viele Versammlungen und Veranstaltungen wurden im Gasthaus „Zur Post“ abgehalten.“