Steckbrief

von Redaktion

Bad Aibling – Die 56-jährige Rechtsanwältin Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG Bad Aibling), derzeit Zweite Bürgermeisterin, will neue Rathaus-Chefin in der Kurstadt werden. Wir haben sie gefragt: Was wollen Sie in den nächsten sechs Jahren für und in Bad Aibling bewegen? Das sind ihre Themen und Antworten.

Hieble-Fritz: Bad Aibling steckt in einer finanziellen Krise – und so wie bisher darf es nicht weitergehen. Die Haushaltslage ist desolat, bloßes Kürzen ohne Konzept ist kurzsichtig und gefährdet die Zukunft unserer Stadt. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem jeder Stein umgedreht werden muss.

Statt Stillstand braucht Bad Aibling ein striktes Ausgabencontrolling und eine aktive Wirtschaftspolitik. Neue Gewerbeansiedlungen sind kein „Nice-to-have“, sondern überlebensnotwendig. Wer hier nicht handelt, verspielt Einnahmen und Arbeitsplätze.

Als Kur-, Tourismus- und Gesundheitsstadt wird Bad Aibling seinem eigenen Anspruch schon längst nicht mehr gerecht. Aufenthaltsqualität, Grünflächen, Bewegungs- und Begegnungsräume werden vernachlässigt. Naturlehrpfade, Sport- und Bewegungsangebote, kulturelle Veranstaltungen und ein endlich entwickelter Sportpark sind jetzt überfällig.

Unverständlich ist, dass Vereine und gGmbHs mit konkreten Investitionsplänen – von Tennishalle bis Mehrfachturnhalle – seit Jahren ausgebremst werden. Dieses Zögern schadet der Stadt. Wer investieren will, muss unterstützt werden, nicht blockiert.

Unsere Jugend leidet unter dem Mangel an attraktiven Aufenthalts- und Sportflächen. Das ist kein Randthema, sondern ein politisches Versagen. Begegnungsstätten und offene Sportanlagen müssen jetzt geschaffen werden.

Kurswechsel jetzt –
nicht irgendwann

Auch in der Verwaltung läuft es nicht rund. Kündigungen, Überlastung und Unzufriedenheit sind Warnsignale. Gute Arbeitsbedingungen, klare Strukturen und Führung sind Pflicht – im Interesse der Mitarbeitenden und der Bürgerinnen und Bürger.

Bürgernähe darf kein Schlagwort sein. Entscheidungen müssen transparent, Wege kurz und das Rathaus offen sein. Stadtentwicklung braucht Haltung: verträgliche Bebauung, mehr Grün, sichere Straßen sowie bessere Rad- und Fußwege. Bad Aibling braucht jetzt einen Kurswechsel – nicht irgendwann.

Kirsten Hieble-Fritz (FW Bayern/ÜWG Bad Aibling)

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