16-Jährige wird zur Lebensretterin

von Redaktion

An einer Bushaltestelle bricht ein 84-Jähriger bewusstlos zusammen. Die 16-jährige Laura aus Heufeld leistet Erste Hilfe und koordiniert Erwachsene. Der Notarzt spricht später das größte Kompliment aus.

Bad Aibling – Es sind Situationen, die nicht wenige Menschen fürchten. Ein medizinischer Notfall eines Mitmenschen. Eine Ausnahmesituation, in der schnelles und besonnenes Handeln unabdingbar ist. Unfreiwillig geriet in genau solch eine Situation kürzlich Laura Schlagbauer aus Heufeld.

Die 16-Jährige absolviert derzeit ein FOS-Praktikum in Dachau und war an jenem Tag auf dem Weg von dort nach München. Plötzlich beobachtete sie an einer Bushaltestelle, wie ein 84-jähriger Mann bewusstlos zu Boden sank. Die Jugendliche zögerte nicht – und handelte.

Ohne Laura hätte der Mann nicht überlebt

Sofort kümmerte sie sich fachmännisch um den Bewusstlosen. Kontrollierte seine Atmung und den Kreislauf, brachte den Mann in die stabile Seitenlage und versorgte die stark blutende Kopfwunde. Dann setzt sie den Notruf ab und leitet nebenbei umstehende erwachsene Passanten an, die mit der Situation überfordert waren. „Eigentlich sollte man meinen, dass es andersherum sein müsste“, erzählt nun Lauras Mutter Veronika Schlagbauer gegenüber dem OVB. Sie habe unmittelbar nach dem Vorfall mit ihrer Tochter telefoniert und erfahren, was Laura geleistet hatte.

„Ich habe jemandem helfen müssen“, habe sie am Telefon ganz bescheiden gesagt. „Für sie war das keine besondere Sache“, erinnert sich die Mutter. Denn Lauras größte Sorge sei anschließend gewesen, noch rechtzeitig zur Mathe-Nachhilfe zu kommen.

Doch tatsächlich hatte sie soeben ein Menschenleben gerettet. Der heraneilende Notarzt übernahm später den Patienten, der intubiert-beatmet ins Klinikum Dachau zur weiteren Versorgung gebracht wurde. Dem Mediziner zufolge hätte der Mann den Vorfall nicht überlebt, wenn Laura nicht sofort so beherzt und kompetent eingegriffen hätte.

„Das macht mich natürlich sehr stolz“, erklärt ihre Mutter. Im Anschluss hatte die 16-Jährige sogar noch die Ehefrau des Patienten nach Hause gebracht, um sicherzugehen, dass sie dort gut ankommt.

Was Laura in der besonderen Stresssituation half: Sie ist aktives Mitglied des Jugendrotkreuzes in Bad Aibling. Deshalb sagt sie selbst: „Ich konnte nur so ruhig und besonnen vorgehen, da ich alle notwendigen Handgriffe über Jahre im JRK gelernt und geübt habe.“

Ehrenplakette in
Silber für die Hilfe

Als Anerkennung für ihren couragierten Einsatz verlieh der BRK Kreisverband Rosenheim der jungen Frau nun die BRK-Ehrenplakette in Silber, wie aus einer Mitteilung des Kreisverbands Rosenheim hervorgeht.

„Das bedeutet ihr total viel“, sagt Veronika Schlagbauer über ihre Tochter. Wenn beide die Zeilen über Lauras Engagement lesen, kämen ihnen immer wieder die Tränen. Stellt sich also unweigerlich die Frage, ob die stolze 16-Jährige auch beruflich später mal in diesem Bereich tätig sein will. Und ihre Mutter bringt es dabei auf den Punkt: „Lauras großer Traum wäre es, Medizin zu studieren.“ Dass sie gut und verantwortungsbewusst mit Patienten umgehen kann, hat sie jedenfalls schon bewiesen.

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