Sportschule plant Millionen-Projekt im Sportpark

von Redaktion

Die Sportschule Goodball will in Bad Aibling eine neue Tennishalle mit Plätzen für die Trendsportart Padel errichten. Die Realisierung des Großprojekts im Sportpark hängt jedoch von der Zustimmung der Stadt als Grundstückseigentümerin ab.

Bad Aibling – „Wir wollen ein Angebot für Bad Aibling und die Region schaffen“, sagt Tobias Guggenhuber, während er ein paar Schritte auf einem Parkplatz im Sportpark auf dem ehemaligen US-Gelände in Bad Aibling geht. Wenn es nach ihm geht, könnte hier, auf der Fläche gegenüber der geschichtsträchtigen Fliegerhalle, schon bald eine neue Tennishalle entstehen.

Ein Vorhaben, das in der Kurstadt alles andere als neu ist. Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Stadt mit der Zukunft des Sportparks, mit verschiedenen Interessenten und mit der Frage, welche Sportflächen und Gebäude dort dauerhaft zur Verfügung stehen sollen. Nun könnte Bewegung in diese Entwicklung kommen, denn: „Wir stehen in den Startlöchern und könnten tatsächlich loslegen“, sagt Guggenhuber, Geschäftsführer und Trainer der Aiblinger Sportschule Goodball, die dort gerne ein Bauvorhaben verwirklichen würde. Doch bis dahin könnte es noch ein weiter Weg sein.

Eine Halle mit mehr als
3.000 Quadratmetern

Goodball – eine Sportschule für Tennis und Basketball, die für verschiedene Vereine Training anbietet – ist laut dem Geschäftsführer stetig am Wachsen. „Es gab schon lange den Plan, eine solche Halle zu bauen“, sagt Guggenhuber. Zunächst seitens des Tennisclubs Bad Aibling (TC), dessen Vorstand der 41-Jährige ebenso angehört. „Und wir wollen das auch nach wie vor zusammen machen.“ Federführend soll jetzt jedoch Goodball die Finanzierung und Pacht der angedachten Halle, die modern, energie- und kosteneffizient werden soll, übernehmen. Konkret gehe es um Pläne, die eine Halle mit einer Größe von über 3.000 Quadratmetern vorsehen. Diese, so Guggenhuber, könne zudem durch neue Arbeitsplätze die lokale Wirtschaft stärken.

Bedarf dafür sei ihm zufolge mehr als vorhanden. In der Region gebe es nicht genug Tennisplätze, geschweige denn Hallenplätze. „Wir haben einen brutalen Kapazitätsengpass, es fehlt an allen Ecken und Enden“, betont der Geschäftsführer. Besonders prekär sei es in den Wintermonaten, da 70 Prozent der Hallenplätze in den vergangenen Jahren verschwunden seien. Seine Sportschule sei alleine so ausgebucht, dass nahezu jede neue Anfrage aufgrund des Mangels abgelehnt werden müsse. Und auch wenn sich das Problem auf die ganze Region erstreckt, will man der Stadt im Falle eines Hallenbaus zusichern, die Halle, in der drei Tennisplätze Platz finden sollen, zu 90 Prozent Aiblingern zur Verfügung zu stellen. Eben eine „Halle von Aiblingern für Aiblinger“, so der Geschäftsführer.

Hierzu, betont Guggenhuber, sei man seit einiger Zeit „in sehr guten Gesprächen mit der Stadt“. Ohnehin verfolge man die Absicht, die Pläne in engem Austausch mit der Kommune zu verwirklichen, wie der 41-Jährige deutlich macht.

Wachsender Bedarf
bei Trendsportart

Neu, und unter Umständen ein Knackpunkt in den Verhandlungen, ist die seitens Goodball gewünschte Ausweitung der Halle für drei zusätzliche Padel-Plätze. Dabei handelt es sich um eine vom Tennis abgeleitete Sportart auf kleinerem Feld, die sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut. Tom Bremer, der bei Goodball künftig diesen Bereich verantworten soll, sieht bei dieser Trendsportart einen „riesigen, wachsenden Bedarf“ in der Bevölkerung. So gebe es zwischen Taufkirchen und Oberaudorf nicht eine einzige Möglichkeit, Padel-Plätze zu buchen.

Ob die Padel-Plätze jedoch womöglich den Rahmen des erlaubten Gebäudevolumens sprengen würden, was nicht zuletzt auch mit vorgegebenen Abstandsflächen zusammenhängt, ist noch zu klären.

Großen Wert wollen die Verantwortlichen bei dem Projekt auf die Themen Kinderbetreuung beziehungsweise Schulkooperationen legen. So wolle man mit der Halle Kapazitäten schaffen, um für Kinder ein konstantes Sportangebot am Nachmittag zu bieten – mit Tennis und Padel. „Zudem wollen wir gemeinsam mit den Schulen in der Stadt die Kinder über SAGs (Sportarbeitsgemeinschaften) zum Tennis und Padel bringen und dadurch Bewegung im Alltag und langfristig die Gesundheit der Kinder fördern“, so Guggenhuber.

Und während Bremer und Guggenhuber am liebsten sofort mit dem Projekt, das eine Millioneninvestition erfordern dürfte, beginnen würden – „unser Ziel wäre Oktober 2026“ –, muss freilich erst die Stadt, der das Grundstück gehört, im wahrsten Sinne des Wortes mitspielen. „Es gibt aktuell noch einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der mehrere, nicht weiter definierte Baufenster für Sportstätten – Sporthalle, Tennishalle und so weiter – vorsieht“, erklärt Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier, angesprochen auf das Vorhaben. Nachdem immer mehr Interessenten mit Nutzungswünschen für den Sportpark auf die Stadt zugekommen waren, „ließ ich ein Nutzungskonzept erstellen“, erklärt er.

Ziel war es grundsätzlich, möglichst viele Nutzungen flächenmäßig darstellen zu können. Dazu zähle auch eine optimale Anordnung unter der Berücksichtigung von Verkehr oder Stellplätzen. Auch sollen Fragen nach der vorgesehenen Nutzung, welche Nutzungen nicht und vor allem wo die Nutzung stattfinden soll, geklärt werden. „Dieses ‚Entwicklungskonzept Sportpark‘ wurde im Gremium beraten und vom Stadtentwicklungsausschuss zustimmend beschlossen“, blickt der Bürgermeister zurück. Die Bauverwaltung bereite nun eine Bebauungsplanänderung vor, um das Nutzungskonzept in die rechtskräftige Bauleitplanung einfließen zu lassen.

Bereits viele
Gespräche geführt

Und was ist mit dem konkreten Vorhaben? Hierzu sagt Schlier: „Das Nutzungskonzept sieht insbesondere einen Bereich für eine Tennishalle vor. Für mich persönlich – und ich denke auch für die Damen und Herren des Stadtrates – war immer klar, dass, anders als zum Beispiel bei einer Sporthalle, die Stadt nie selbst eine Tennishalle errichten und/oder betreiben wird.“ Insofern könne es nur zur Umsetzung mit einem Partner kommen. Dabei stelle die Stadt zu gewissen Konditionen das Grundstück, die andere Partei baut und betreibt die Tennishalle, so der Rathauschef. „Sowohl Vertreter des Tennisclubs Bad Aibling als auch Herr Guggenhuber mit seiner privaten Sportschule Goodball kamen in der Vergangenheit auf die Stadt für Gespräche zwecks Nutzung des Grundstücks für eine Tennishalle zu“, bestätigt er. Mit beiden sei man im Austausch. Grundstücksangelegenheiten oder vertragliche Vereinbarungen seien jedoch nicht öffentlich zu behandeln.

Was könnten die
Knackpunkte sein?

Somit bleibt also noch abzuwarten, inwiefern die Pläne einer Tennis- und Padel-Halle konkret umsetzbar sind. Laut Bürgermeister Schlier wird in der Thematik grundsätzlich die Wirtschaftlichkeit der Halle ein Knackpunkt für den Betreiber sein, „egal ob der TC, Herr Guggenhuber oder ein Dritter“. „Eine Realisierung halte ich dennoch für nicht ausgeschlossen“, sagt er. Laut Tobias Guggenhuber ist diese Wirtschaftlichkeit alleine durch den großen Bedarf und die damit verbundenen Platzbuchungen gesichert.

Die Stadt werde indes sicher an ihrem Planungskonzept festhalten und dies nicht mehr abändern, betont Schlier. Das bedeutet auch, dass der der Tennishalle zugewiesene Platz mit Umgriff ausreichend für ein entsprechendes Vorhaben sein müsse. Eine baurechtliche Beurteilung könne erst erfolgen, wenn der geänderte Bebauungsplan in Kraft getreten ist und der Stadt eine konkrete Planung vorgelegt wird.

Bei allen noch zu gehenden Hürden stellt der Bürgermeister jedoch auch klar: „Tennis erfreut sich großer Beliebtheit und es gibt in Bad Aibling genügend Nachfrage danach – offenbar teils mehr, als durch freie Zeiten gedeckt werden kann.“ Schlier ist überzeugt davon, dass zusätzliche Kapazitäten in Form einer neuen Halle sofort genutzt würden. „Einen Ausbau des Angebots kann ich daher nur befürworten.“

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