Bauanträge für Wohnraum eingereicht

von Redaktion

Für die neue Ortsmitte in Ostermünchen sind die Bauanträge eingereicht. Die Gemeinde Tuntenhausen und die Max von Bredow Baukultur sprechen von einem zentralen Meilenstein für das Projekt, das bezahlbaren Wohnraum schaffen soll. Mit einem Baustart wird Anfang 2027 gerechnet.

Tuntenhausen/Ostermünchen – Die Entwicklung der neuen Ortsmitte Ostermünchen geht einen entscheidenden Schritt weiter: Nachdem der Bebauungsplan im vergangenen Jahr Rechtskraft erlangt hatte, wurden nun die Bauanträge für das zukunftsweisende Quartier eingereicht. Sowohl die Gemeinde Tuntenhausen als auch die Max von Bredow Baukultur GmbH haben damit, wie sie nun mitteilen, „einen weiteren zentralen Meilenstein auf dem Weg zur neuen Ortsmitte erreicht“.

„Wir haben dieses große Projekt schon sehr lange entwickelt und für uns und die Max von Bredow Baukultur galt es von Anfang an als Leuchtturm für die Entwicklung der Gemeinde“, erklärt Tuntenhausens Bürgermeister Georg Weigl gegenüber dem OVB. So arbeite man für das „Gemeinschaftsprojekt“ eng und partnerschaftlich zusammen. Ziel sei es, ein lebendiges, soziales und nachhaltiges Zentrum für Ostermünchen zu schaffen. „Wir freuen uns, dass es in diesem wichtigen Projekt nun zügig vorangeht“, betont Weigl mit Blick auf die eingereichten Bauanträge.

„Bezahlbarkeit
ist ein wichtiges Ziel“

Die beiden nördlichen Gebäude am Niedergartenweg werden von der Gemeinde Tuntenhausen umgesetzt und bleiben dauerhaft in deren Eigentum. Vorgesehen sind hier unter anderem eine Arzt- und Zahnarztpraxis, eine Apotheke, ein Dorfladen, die Tagespflege und betreutes Seniorenwohnen sowie ein großzügiger Gemeinschaftsraum. Auf diese Weise will die Gemeinde die medizinische und wohnortnahe Grundversorgung sichern und langfristig stabile und bezahlbare Mieten gewährleisten. Laut Weigl könne man damit „deutlich unter der Standardmiete bleiben.“ Das Vorhaben wird durch den Freistaat Bayern gefördert. Die Gemeinde stelle somit fast 750 Quadratmeter Wohnfläche vergünstigt zur Verfügung, was laut Rathauschef konkret auf 14 Wohnungen zutreffen werde.

Die vier südlichen Gebäude mit insgesamt 63 Wohnungen, einem gemeinschaftlich nutzbaren Gästezimmer für Übernachtungsbesuch, Gemeinschaftsgarten und Tiefgarage werden von der MvB Baukultur realisiert. 23 Wohnungen sollen dabei im Rahmen eines Einheimischen-Modells ebenso vergünstigt an Bürger der Gemeinde Tuntenhausen veräußert werden. „Für uns ist das ein Herzensprojekt“, betont auch Michael Sandbichler, Geschäftsführer der MvB Baukultur. Alle Wohnungen im oberirdisch autofrei gestalteten Quartier seien barrierefrei und über Aufzüge erreichbar. Sämtliche Wohnungen entstünden zudem im Energiestandard „KfW 40 QNG“. So profitierten Käufer von vergünstigten Darlehen der KfW-Bank sowie von steuerlichen Vorteilen.

„Bezahlbarkeit von Wohnraum ist ein wichtiges Ziel in diesem Projekt – und die günstigen Finanzierungskonditionen der KfW-Bank leisten dazu einen wichtigen Beitrag“, erklärt Dr. Max von Bredow, geschäftsführender Gesellschafter der MvB Baukultur, und ergänzt, Ostermünchen sei „ein absolutes Vorzeigeprojekt“, welches das „innovativste und nachhaltigste Quartier, das wir momentan in der Umsetzung haben“ sei.

Klar ist, dass die Caritas den Betrieb der Tagespflege, des betreuten Seniorenwohnens sowie das soziale Quartiersmanagement übernimmt. Damit werde das neue Quartier aktiv begleitet und gezielt als Ort des Miteinanders und der Begegnung weiterentwickelt, heißt es. Ergänzt wird das soziale Konzept durch ein „zukunftsweisendes Mobilitätsangebot mit Car- und Bikesharing sowie einer gemeinschaftlich nutzbaren Werkstatt“, wie Sandbichler und Weigl unisono hervorheben. Da solche Mobilitätskonzepte gewöhnlich für Kleinstädte entwickelt würden, handle es sich bei der Größe Ostermünchens um eine absolute Besonderheit. Dies könnte etwa begünstigen, dass der ein oder andere auf die Anschaffung eines zweiten Autos verzichtet.

Die nachhaltige Energieversorgung des Quartiers soll indes über ein Hackschnitzelkraftwerk erfolgen, die Photovoltaikanlagen auf den Dächern zur Eigenstromversorgung dienen. Wie die MvB Baukultur mitteilt, schließt der neue Dorfplatz direkt an den Dorfladen an und soll künftig ein zentraler Treffpunkt für das öffentliche Leben in Ostermünchen werden. Am geplanten Gemeinschaftsraum bestehe bereits großes Interesse, unter anderem von der Nachbarschaftshilfe und verschiedenen örtlichen Vereinen.

„Die Zeitschiene steht“, sagt Bürgermeister Weigl, angesprochen auf den weiteren Ablauf der Projektumsetzung. Wie der Rathauschef, ist auch Sandbicher davon überzeugt, dass man mit der Baustelle Anfang 2027 starten könne. Während der Vertrieb womöglich bereits im Herbst dieses Jahres beginnen wird, gehe man bei der Bauzeit selbst von „idealerweise zwei Jahren“ aus, so der Geschäftsführer. Dabei soll auch das Vorhaben helfen, das Projekt in einem gemeinsamen Bauabschnitt zu verwirklichen.

Nun liegen die Bauanträge beim Landratsamt Rosenheim, und Bürgermeister Weigl geht davon aus, „dass die Baugenehmigung spätestens Mitte des Jahres vorliegt.“ Das gesamte Quartier soll in Holzbauweise errichtet werden. Der nachwachsende, regionale Baustoff präge nicht nur die Architektur, sondern stehe auch für „Nachhaltigkeit, Wohngesundheit und regionale Identität“, betonen die Verantwortlichen. Das verwendete Holz stamme aus Wäldern der Region.

Weigl hat Projekt
viele Jahre begleitet

„Jetzt wollen wir die Menschen über den neuesten Stand informieren“, erklärt Bürgermeister Weigl und verweist auf einen Informationsabend der Gemeinde und der Max von Bredow Baukultur GmbH am Mittwoch, 25. Februar. „Wir sind jetzt deutlich weiter und können deutlich vertiefter in die Planung gehen“, ergänzt Sandbichler und freut sich auf interessierte Teilnehmer.

Georg Weigl, der bei der anstehenden Kommunalwahl nicht mehr für den Bürgermeisterposten kandidiert, freut sich persönlich ganz besonders, „dass nun Nägel mit Köpfen gemacht werden“. Er habe das Projekt seit vielen Jahren begleitet und blicke nun äußerst optimistisch auf die Realisierung, denn: „Es ist auch ein Projekt, das von den Bürgern selbst mitentwickelt wurde.“

Bürgerinformationsabend am Mittwoch, 25. Februar

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