Bad Feilnbach – Wer träumt als Hausbesitzer nicht von gesundem und leckerem Obst aus eigenem Anbau in seinem Garten? In Bad Feilnbach bietet sich eine solche Gelegenheit im Rahmen der Pflanzaktion „Streuobst für alle – Bad Feilnbach pflanzt Zukunft“. Über die Vorgehensweise und geeignete Obstsorten erfuhren Interessenten aus dem Gemeindebereich, darunter Bad Feilnbachs Dritter Bürgermeister Christian Bergener, bei einer gut besuchten Veranstaltung im Bad Feilnbacher Rathaussaal.
Fördermöglichkeiten und Teilnahmebedingungen
Eingeladen zur Informationsreihe „Baukultur“ hatte Gemeinderat Thomas Zink (ÜW), der auch Baukulturbeauftragter der Gemeinde ist. Als kompetente Referenten fungierten Anja Pust vom Fachbereich Bauen, Klima und Umwelt aus dem Rathaus, Sepp Millauer, Vorsitzender vom Obst- und Gartenbauverein Au-Dettendorf, sowie Vater und Sohn Michael Litzlfelder vom Obst- und Gartenbauverein Feilnbach-Wiechs-Litzldorf. Die Aktion koordiniert die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den beiden Obst- und Gartenbauvereinen.
Wie Thomas Zink eingangs erklärte, prägen Streuobstwiesen nach Definition des Amtes für ländliche Entwicklung seit Generationen die regionale Kulturlandschaft. Somit gehöre der Obstanbau mit Wohlfühleffekt für Menschen zur Baukultur, wie Anja Pust bezüglich der Förderkriterien ergänzte. Ihren Ausführungen zufolge werden vom Amt für ländliche Entwicklung bezogen auf das Gemeindegebiet maximal 100 sortenabhängige Bäume der Kategorie „Hochstamm“ gefördert. Jeder Gemeindebürger, der eine Mindestgartenfläche von 50 Quadratmetern aufweist, hat die Auswahl unter den Sorten Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche oder Quitte. Der hochstämmige Baum soll gemäß den Kriterien zwölf Jahre am Standort stehen. Das Amt für ländliche Entwicklung zahlt 45 Euro pro Baum. Eventuelle Mehrkosten übernimmt die Gemeinde Bad Feilnbach. Ausgeschlossen von der Aktion sind Bäume für Ausgleichsflächen.
Eine kostenlose individuelle Beratung zur Entscheidung für die geförderte Sorte gemäß vorgegebener Liste bietet Anja Pust (Telefon 08066/887303 oder E-Mail anja.pust@bad-feilnbach.de), die bis Ende Februar Bestellungen entgegennimmt. Möglichkeiten zur Bewerbung und Teilnahme bietet die Homepage unter www.bad-feilnbach.de. Georderte Pflanzen werden am Samstag, 21. März, vor das Rathaus geliefert und dort ausgegeben.
Glücklich über die Form der Obstbaumförderung mit Unterstützung der Bad Feilnbacher Gemeindeverwaltung zeigte sich Sepp Millauer. Vor allem habe der Apfel seit Jahrtausenden ein prägendes Bild regionaler Kulturlandschaften. Jeder Apfelbaum habe zu allen Zeiten allerdings auch seine Eigenheiten. Ihn einmal im Leben zu pflanzen lohne sich allemal auch mit Blick auf kommende und nächste Generationen, so Millauer. Eine Auswahl an geförderten Obstbaumsorten vermittelte Michael Litzlfelder senior. Allerdings vermied er jegliche geschmackliche Empfehlung, die jedem künftigen Besitzer vorbehalten bleibe. Der Obstbaumexperte bat um Verständnis und Geduld zwischen der Pflanzung eines Hochstammbaumes und dem ersten Pflücken des vitaminreichen Produkts. Problematisch seien, wie Litzlfelder seit Jahren beobachtet, inzwischen die Auswirkungen des Klimawandels mit frühen Austrieben der Blüten oder Spätfrösten.
Jeder junge Baum wolle behutsam gepflanzt und behandelt werden, wie Michael Litzlfelder junior, Vorsitzender vom Obst- und Gartenbauverein Feilnbach-Wiechs-Litzldorf, erläuterte. Der erworbene Obstbaum ist unmittelbar nach dem Erwerb zu pflanzen. Sinnvoll sei ein Ausschneiden der Wurzelspitzen und ein Wurzelschutz mittels Drahtkorb gegen Wühlmausfraß. Nicht vergessen werden sollten fleißiges Gießen sowie ein Stammschutz. Tipps, Tricks und Ratschläge zeigen die Obstbaumexperten der Obst- und Gartenbauvereine am Samstag, 21. März ab 10 Uhr bei einer „Baum-Pflanz-Vorführung“ am Rathaus.