Ostermünchen – Geladen zur Frühjahrsversammlung mit Neuwahlen der Gemeinschaft der 18 Trachtenvereine des Altlandkreises Bad Aibling ins neue Vereinsheim der Ostermünchner Trachtler hatte die 18er-Vorstandschaft alle angeschlossenen Vereine. Vollzählig waren die Vertreter erschienen, jedoch überschattete die traurige Nachricht vom plötzlichen Tode des Vorsitzenden vom Trachtenverein Eichenlaub Stamm Götting, Hubert Kerschl, die Versammlung. Sichtlich gerührt herrschte minutenlange Stille beim Totengedenken. Hubert Stadler, Vorsitzender der 18er-Gemeinschaft ehrte das Andenken des Verstorbenen.
Hubert Stadler
bleibt Vorsitzender
Die Versammlung nahm ihren Lauf mit dem Verlesen des Schriftführerbuches durch Brigitte Kiemer, dem kurzen Kassenbericht von Hubert Weigl und dem Bericht des 18er-Vorplattlers Martin Huber junior. Dieser berichtete in seinem sehr kurzen und letzten Bericht, da er sich nicht mehr zu Wahl stellen wird, von ein paar Proben zum 18er-Kirta. Freudig überrascht war Huber über den sehr gut besuchten Tanzabend. „Vo überoi her hom mia Stui ghoid, bis koane mehr zu find’n war’n.“ und „Beim Mühlradl san wirklich so vui Tanzpaar auf dem Parkett gwes’n, dass ma teilweise die Reihenfolge des Tanzes kurzfristig g’ändert hom“, so der Vorplattler.
Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ und „Schod, dasd aufheast“, bedankte sich Stadler beim Vorplattler. In seinem Bericht ging Stadler nochmals auf den 18er-Kirta ein, an welchem er leider nicht anwesend war. Richtig begeistert war er, als er Bilder davon gesehen hat. Die Veranstaltung „sei richtig guad gewesen und der Saal voi“. „Mach ma weida so in dem Tempo“, so Stadler.
Leider war das Trachtler-Treffen nicht sehr gut besucht, die Unterhaltung und der Vortrag vom Walter Weinzierl (Gauehrenvorsitzender vom Bayerischen Inngau-Trachtenverband) über die Grüne Woche in Berlin war trotzdem „guad“.
Kurz stellte Stadler noch den sehr guten und stetig wachsenden Zusammenhalt der 18er-Gemeinschaft in den vergangenen 75 Jahren und besonders in den vergangenen 20 Jahren heraus.
Nach einer kleinen Pause wurden die Neuwahlen abgehalten. Hans Baumgartner aus Ostermünchen wurde als Wahlhelfer vorgeschlagen und sogleich begann er mit dem Prozedere. Einstimmig wiedergewählt wurden Hubert Stadler als 18er-Vorsitzender, Hubert Weigl als Kassier und als Schriftführerin Brigitte Kiemer. Beisitzerin war bisher Bettina Hanfstingl, doch diese kandidierte nicht mehr. Sie dankte für die vergangenen neun Jahre, diese seien „echt bärig“ gewesen. „Leider kollidieren vui Termine anderer Ämter, die i noch hob, mit den 18er-Terminen und deshalb kann i die Aufgabe ois Beisitzerin ned so ganz ausführen, wia i gerne mecht“, so Hanfstingl. Vorgeschlagen zur Wahl wurde den Vereinsvertretern Katharina Demmel vom Trachtenverein Helfendorf als neue Beisitzerin. Sie wurde einstimmig gewählt und nahm die Wahl an.
Der bisherige Vorplattler, Martin Huber junior, gab auch sein Amt zurück und schlug Severin Walter, Zweiter Vorplattler der Westerhamer Trachtler, als neuen 18er-Vorplattler vor. Auch dieser wurde einstimmig gewählt und nahm die Wahl an.
Hubert Stadler bedankte sich ebenso bei Bettina Hanfstingl für die neun Jahre, in denen sie den Tanzkurs und das Jugendsingen und Musizieren der 18er-Gemeinschaft organisiert hat und bei Martin Huber junior für seine Zeit als 18er-Vorplattler, in der er die jungen Aktiven der 18 Trachtenvereine stets motiviert und zusammengebracht hatte.
Das Besprechen der kommenden Veranstaltungen nahm einen großen Teil des Abends ein. Am 21. März findet das Jugendsingen und Musizieren in Tuntenhausen statt. Bettina Hanfstingl und Kathi Demmel werden noch gemeinsam die Organisation leiten. Die Anmeldungen hierfür laufen bereits.
40 Jahre Bittgang der 18er von Maxhofen nach Kleinhöhenrain wird am 26. April gefeiert. Für dieses Jubiläum laufen bereits die Vorbereitungen. Da zusätzlich auch die 18er-Vereinigung in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert, möchte man an das Andenken aller verstorbenen Trachtler mit einem Totengedenken in Höhenrain erinnern.
„Ein Foto, auf dem alle 18 Fahnen der Mitgliedsvereine zu sehen sind, soll entstehen“, so Stadler. Dieses wird am Gründungsfest der D’Sulzbergler Litzldorf am 21. Juni gemacht werden, da an diesem Fest alle Vereine geladen sind. Ebenso haben die 18er-Aktiven für den Festsonntag in Litzldorf einen Ehrtanz geplant. Ausweichtermin für das Bild wäre der 26. Juli am Gaufest vom Oberlandler Gauverband.
Die Herbstversammlung ist auf den 14. September um 20 Uhr in Bruckmühl im neuen Vereinsheim anberaumt. Die Tanzkurse finden am Mittwoch, 14. und 21. Oktober, von 19 bis 21 Uhr statt. Getanzt wird am 23. Oktober ab 20 Uhr am 18er Kirta in Mietraching mit der 84er-Musi aus Schönau.
Für das Jahr 2027 gab der Trachtenverein Vagen sein 105. Gründungsjubiläum vom 5. bis 10. Mai 2027 und der Trachtenverein Au sein 120. Gründungsjubiläum am letzten Juni- und am ersten Juli-Wochenende 2027 bekannt.
Bevor 18er-Vorstand Stadler zum Schluss der Versammlung kam, stellten sich noch Stefan Müller als neuer Dritter Vorsitzender des Bruckmühler Trachtenverein vor. Bernhard Kaffl ist der neue Zweite Vorsitzende vom Trachtenverein Götting und Martin Huber junior, ehemaliger 18er-Vorplattler, wurde zum Dritten Vorsitzenden des Trachtenvereins Dettendorf/Kematen gewählt.
Gastgeber präsentieren
ihre neue Heimat
Zu guter Letzt berichtete Andi Neichl, Vorsitzender des GTEV Almarausch Ostermünchen, einladender Verein des Abends, kurz von seinem Verein und dem neuen Vereinsheim. Gegründet wurde der Verein 1920. Rund 530 Mitglieder sind derzeit verzeichnet, davon 20 bis 30 Aktive und zusätzlich 80 Kinder und Jugendliche. Mit den Patenvereinen Schönau und Emmering ist man gut befreundet.
Seit Januar 2026 ist ein neuer Wirt im Landgasthof Ostermünchen tätig, mit dem man gut auskomme. Das neue Vereinsheim wurde mit der Gemeinde und in Abstimmung mit dem Wirt gebaut. Am 9. Oktober 2024 fand der Abriss des alten Gebäudes statt. Das neue steht auf Gemeindegrund und kostete rund 450.000 Euro. Davon hat die Gemeinde einen großen Teil bezuschusst. Eine Förderung durch das Leader-Programm der Europäischen Union, Eigenkapital und Spenden sowie ein zinsloses Darlehen der Gemeinde machten die Finanzierung und den Bau möglich. Die Einweihung fand am 5. Oktober 2025 statt, nach fast genau einem Jahr Bauzeit.