Bohrungen sollen Rätsel um Riss im Gewölbe von St. Vitus lösen

von Redaktion

Mehrmonatige Sperre des Gotteshauses – Arbeiten haben nach Verzögerungen nun begonnen – Frage nach Sanierungsmaßnahmen noch offen

Feldkirchen/Unterlaus – Die Sondenbohrungen zur Ursachenforschung für einen Riss im Deckengewölbe der Kirche St. Vitus in Unterlaus haben mit etwas Verspätung begonnen. An vier festgelegten Punkten im Umfeld des Gebäudes treiben Arbeiter zunächst vier Rammsonden in den Boden. Sie sind etwa zehn Zentimeter dick und sollen laut Kirchenpfleger Johann Stahuber bis in sechs Meter Tiefe vordringen.

Weil die Fachfirma Terminprobleme hatte, verzögerte sich der Beginn der Arbeiten um zwei Wochen. „Damit gewinnen wir Erkenntnisse über die Bodenbeschaffenheit, die für die Ursachenforschung wichtig sind“, weiß Stahuber.

Noch immer ist unklar, warum im November 2024 der Riss im Deckengewölbe auftrat, der bis kurz vor Ostern zu einer mehrmonatigen Sperre des Gotteshauses geführt hatte. Erst als ein Statiker ein massives Holzgerüst, das seit einem Jahr den Innenraum abstützt, als „Notbehelf“ für die Sicherheit der Kirchenbesucher erachtete, können dort wieder Gottesdienste gefeiert werden.

„Sobald wir wissen, was los ist, steht die dauerhafte Behebung des Schadens im Mittelpunkt“, erläutert Stahuber. Bis dies der Fall sei, seien noch sieben „steile Schrägbohrungen“ im Bereich der Kirchenmauer erforderlich. An den hierfür bereits festgelegten und angezeichneten Bohrpunkten würden Bohrkerne entnommen und analysiert. „Erst dann wissen wir, ob eventuell Fugen zwischen Baugrund und Fundament entstanden sind, die die Ursache für den Schaden sind“, erläutert der Kirchenpfleger. Er hofft darauf, dass auch diese Bohrungen zeitnah über die Bühne gehen können.

Erst wenn Gewissheit über die Ursache des Schadens herrscht, kann sich die zuständige Kirchenverwaltung Gedanken über das Maßnahmenpaket und die damit verbundenen Kosten machen, die für die Reparatur anfallen. „Eine zentrale Frage dabei ist, ob Absenkungen zu befürchten sind“, sagt Michael Liegl, der Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus, zu dem das betroffene Gotteshaus gehört.

Wenn der Kostenaufwand für die Schadensbehebung feststeht, will sich Liegl mit der Bitte um einen Zuschuss an das Ordinariat wenden. „Das können wir aber erst tun, wenn wir konkrete Zahlen haben“, so der Verwaltungsleiter. Damit Geld von der Erzdiözese fließt, ist eine Eigenbeteiligung der Pfarrgemeinde eine zwingende Voraussetzung.

Das weiß auch der Kirchenpfleger und ist deshalb auch bereits im Bereich der Mittelbeschaffung aktiv geworden. Etwa 1.500 Euro habe beispielsweise eine Altmaterialsammlung zugunsten des Projekts erbracht. Angesichts der zu erwartenden Kosten vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein Anfang. Josef Stahuber will auf jeden Fall noch an die Bayerische Landesstiftung, den Bezirk Oberbayern und das Landesamt für Denkmalpflege mit der Bitte um Unterstützung herantreten. Norbert Kotter

Artikel 5 von 11