Auf sicheren Straßen zu den Wählern

von Redaktion

Ob der Ausbau des Radwegenetzes, mehr Sicherheit an der Staatsstraße 2078 oder die Einrichtung von Spielstraßen: Die politischen Bewerber für den Bruckmühler Marktgemeinderat verraten, mit welchen Verkehrsthemen sie in die Wahl am 8. März gehen.

Bruckmühl – Ob der Wunsch nach Tempo-30-Zonen, Diskussionen um die Verkehrsregelung im Ortszentrum oder Beratungen über Maßnahmen für mehr Sicherheit an der Staatsstraße 2078: Das Thema Verkehr hatte den Bruckmühler Marktgemeinderat in den vergangenen sechs Jahren immer wieder gefordert. Und wird es sicherlich auch den neuen Marktgemeinderat, der im Rahmen der Kommunalwahl am Sonntag, 8. März, gewählt wird. Das OVB hat sich im Vorfeld an Vertreter der Wahllisten gewandt, um den Parteien und politischen Vereinigungen rund ums Thema Verkehr auf den Zahn zu fühlen.

Besonders die Staatsstraße 2078 bietet seit Jahren Diskussionsstoff. Ein Beispiel: die Kreuzung der Staatsstraße 2078 zur Kirchdorfer Straße, an der es in den vergangenen Jahren immer wieder heftig gekracht hatte. Doch hier soll es laut Staatlichem Bauamt Rosenheim, das für die Staatsstraße verantwortlich zeichnet, schon bald eine Umbaumaßnahme geben, die zu mehr Sicherheit führen soll. Wurde zunächst noch über eine Ampelanlage, einen Kreisverkehr oder einen sogenannten höhenfreien Knotenpunkt, also Ein- und Ausfahrt ähnlich wie bei Autobahnen, diskutiert, scheint die Lösung per Kreisverkehr mittlerweile beschlossen zu sein. Die ersten Baumaßnahmen dazu sollen Mitte des Jahres anlaufen.

Eine Lösung, mit der auch alle Parteien und politischen Vereinigungen, die am 8. März zur Wahl des Marktratsgemeinderats antreten, gut leben können. So spricht Georg Ziegltrum, Vorsitzender der Bruckmühler CSU, aktuelles Marktgemeinderatsmitglied und Kandidat auf der CSU/PW-Liste, davon, dass sich die große Mehrheit seiner Gruppierung „in Abwägung Kosten, Eingriff in Natur und Grundeigentum sowie der langen Bauzeit“ für den Kreisverkehr ausgesprochen habe. Auch wenn er keinen Hehl daraus macht, dass es auch Parteikollegen gibt, die „eine höhenfreie Lösung als die beste betrachten“.

Als „beste Lösung“ im Vergleich zur Ampelanlage oder einer „Einschleifung mit Unterfahrung“ wird der Kreisverkehr seitens der Grünen angesehen, wie Ortssprecherin Pamela Krehl, die auch für den Marktgemeinderat kandidiert, betont. „Der Kreisverkehr spiegelt aus unserer Sicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Bezug auf Sicherheit, Verkehrsfluss, bauliche Investition, Grundstücksankauf, Unterhalt und nicht zuletzt Bürgerakzeptanz wider.“

Ähnlich sieht es Monika Kuchler, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Kandidatin für das Gremium auf der SPD/PU-Liste, denn: „Kreisverkehre reduzieren nachweislich Unfallrisiken und sorgen für mehr Übersichtlichkeit.“ SPD/PU gingen zudem davon aus, dass er den Verkehrsfluss beim Auffahren auf die Staatsstraße verbessere und „gleichzeitig die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger beim Überqueren“ erhöhe.

Kreisverkehr für
„spürbare Verbesserung“

Georg Pritzl von der Offenen Liste Bruckmühl (OLB) kann sich ebenfalls mit dem Kreisverkehr anfreunden. Er spricht von einer „praktikablen Lösung“, die das Unfallrisiko senke und eine „spürbare Verbesserung“ darstelle. Allerdings gäbe es aus seiner Sicht noch eine bessere Lösung für eine „zeitgemäße Anbindung der Ortschaften“ an die Staatsstraße: „Eine Unterführung würde den Verkehrsfluss deutlich verbessern, jedoch höhere Kosten und eine längere Bauzeit verursachen.“

Georg Oswald, der die Liste der Bayernpartei anführt, kann sich nach eigenen Angaben ebenfalls für den Kreisverkehr erwärmen. „Dann fahren die Leute wieder langsamer“, hofft Oswald, der es beim Ausfahren auf die Staatsstraße derzeit schwierig findet, dort überhaupt rauszukommen.“ Unterstützung findet die Kreisel-Lösung auch bei den Linken, die erstmals mit einer Liste bei der Wahl zum Marktgemeinderat antreten. „Als Linke unterstützen wir die Errichtung eines Kreisverkehrs, da hier der Flächenverbrauch minimal gehalten wird“, teilt Martin Bauhof, Linken-Landessprecher und Kandidat für den Marktgemeinderat, auf OVB-Anfrage mit.

Wobei nicht nur dieser Streckenabschnitt immer wieder Rufe nach Maßnahmen für mehr Sicherheit laut werden lässt. Auch der Abschnitt auf Höhe des bei Heufeld ansässigen Modehauses war nach einer Serie schwerer Unfälle in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Mittlerweile wurde dort das Tempo von 80 auf 60 km/h reduziert, zudem Schilder mit dem Aufdruck „Unfallstelle“ aufgestellt. Maßnahmen, die laut Oswald ausreichen. „Eine weitere Temporeduzierung braucht man dort nicht“, findet der Bayernpartei-Vertreter.

Auch Kuchler von der SPD findet, dass die Maßnahmen bereits „zur Entschärfung der Situation“ beigetragen hätten, Tempo 60 und das Verbot, aus der Einfahrt nach links abzubiegen, „sinnvoll und richtig“ seien. Sie würde sich allerdings eine zusätzliche Prüfung wünschen, „ob eine sichere alternative Zufahrt zum Modegeschäft möglich ist, um gefährliche Abbiegemanöver weiter zu reduzieren“.

Laut Krahl von den Grünen hätten die bisherigen Maßnahmen die „Gefahrensituation deutlich entschärft“, wobei die Pflicht zum Rechtsabbiegen für Verkehrsteilnehmer, die vom Parkplatz des Modehauses ausfahren, ihrer Meinung nach auch negative Aspekte hat. So hätten Verkehrsteilnehmer, die Richtung München müssen, laut Krahl erst nach rund zwei Kilometern am sogenannten Texaskreisel die Möglichkeit, ihre Fahrtrichtung zu ändern. „Aus unserer Sicht könnte langfristig ein weiterer Kreisverkehr auf Höhe Firma Fenster Wolf folgen, welcher zugleich eine neue, geregelte Zufahrt nach Heufeld bildet und die Justus-von-Liebig-Straße entlastet“, so der Vorschlag der Grünen.

Entlastung
durch Bahnausbau?

Neben Lob für das Rechtsabbiegegebot kann auch OLB-Vertreter Pritzl mit einer Idee für zukünftige Überlegungen aufwarten. „Wir werden nicht umhinkommen, eine direkte Anbindung an die Staatsstraße 2078 aufzuheben“, glaubt der Marktgemeinderat. „Eine indirekte Anbindung über die neu zu planende Anbindung von Heufeld und dem Gewerbegebiet nördlich der Staatsstraße wäre aus unserer Sicht die zukunftsorientierte Lösung.“

Auch CSU/PW arbeiten nach Angaben von Ziegltrum „seit Jahren an einer Verbesserung der Anbindung des Ortsteils Heufeld an die Staatsstraße 2078“. „Hieraus können sich für diesen Streckenabschnitt erhebliche Verbesserungen bis hin zur Beseitigung des Unfallschwerpunktes ergeben“, ist der Christsoziale überzeugt. Keine konkreten Aussagen zu diesem Streckenabschnitt will hingegen Bauhof treffen, der in diesem Zusammenhang darauf verweist, dass die Linke im Marktgemeinderat bisher nicht vertreten sei, aber: „Grundsätzlich ist für uns klar: Die Staatsstraße muss entlastet werden. Weshalb wir uns für einen zweigleisigen Ausbau der Bahnlinie von Bruckmühl Richtung Bad Aibling einsetzen, wie im Programm ,Bahnausbau Region München‘ von der Staatsregierung angedacht ist.“

Der Verkehr im Blickpunkt der Wahlbewerber

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