Containerlösung im Gespräch

von Redaktion

Grundschulen Ostermünchen und Schönau brauchen mehr Raum für Ganztagsbetreuung

Tuntenhausen – Überhaupt nicht einfach stellt sich die örtliche Bedarfsplanung für den Ganztagsausbau an den beiden Grundschulen in Schönau und Ostermünchen für die Gemeinde dar. Umso mehr, als die Kommune schon jetzt planen muss, aber erst im Frühjahr hierzu Ausführungsverordnungen von den Ministerien an die Kommunen erfolgen.

Und hierin sieht Bürgermeister Georg Weigl ein Problem: Für die Ausarbeitung und Umsetzung des Rechtsanspruches auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter in Bayern sind im Wesentlichen zwei bayerische Staatsministerien federführend: das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales sowie das für Unterricht und Kultus. Aber bereits ab August dieses Jahres haben Kinder der 1. Klasse Anspruch auf tägliche Betreuung: acht Stunden an fünf Tagen, maximal vier Wochen Schließzeit in den Ferien.

Bis 2029/2030 wird dies jährlich um eine Klassenstufe ausgeweitet. Solange bis alle Grundschulkinder in den Klassen 1 bis 4 abgedeckt sind. Bürgermeister Georg Weigl wies aber darauf hin, dass die Gesamtverantwortung beim Kreisjugendamt liegt, sofern Eltern ihren Anspruch auf Ganztagsbetreuung geltend machen.

Steigende Schülerzahlen vor allem in Schönau

Zur Vorgehensweise erklärte Christine Schindlbeck von der Gemeinde, dass der Gesetzgeber vorsieht, bis zum 30. April eines Kalenderjahres eine Abfrage zum Ganztagesbedarf bei den Eltern zu machen, da bekanntlich nicht jede Familie das Angebot annimmt.

Tuntenhausen hat sich mit der örtlichen Bedarfsplanung bereits auseinandergesetzt. Schindlbeck schilderte den Räten die Situation, dass es an beiden Grundschulen bereits das offene Ganztagesangebot (OGTS) gibt, zudem eine kostenlose Betreuung nach dem Vormittagsunterricht bis in der Regel 16 Uhr. Das Angebot beinhaltet Hausaufgabenbetreuung, pädagogische Angebote, Mittagessen und Schulbusbeförderung. Des Weiteren gibt es an der Grundschule Schönau eine für die Gemeinde zentrale Ferienbetreuung an festgelegten Ferienterminen, und zwar in der Zeit von 8 bis 14 Uhr.

Während die Schülerzahlen in Ostermünchen über die Jahre relativ stabil sind, steigen sie in Schönau nicht unerheblich. In Ostermünchen pendelten sie zwischen den Schuljahren 2020/21 und 2026/27 immer zwischen 166 und 205 Schülern. 2026/27 werden 183 erwartet – fast genau so viele wie im Schuljahr 2020/21, als es 186 waren.

In Schönau sieht die Lage deutlich anders aus. Dort stiegen im selben Zeitraum die Zahlen signifikant. Waren es 2020/21 noch 98 Schüler, stieg die Zahl bis 2025/26 auf 127. Und für 2026/27 wird sogar mit einem Sprung auf 154 Schüler gerechnet.

Im aktuellen Schuljahr betreut das OGTS-Team Ostermünchen 71 Kinder, was einer Betreuungsquote von 43 Prozent entspricht. In Schönau sind im OGTS-Team 59 Kinder, die Betreuungsquote beträgt hier 46,5 Prozent. „Aufgrund der hohen Zahl an Erstklässlern an der Grundschule Schönau ist hier wieder mit zwei ersten Klassen zu rechnen“, prognostizierte Bürgermeister Weigl. Damit ist aber das Schulhaus mit acht Klassen und 154 Schülern ab September voll belegt. Und auch für die OGTS ist mit mehr Kindern zu rechnen.

Fragebogen
geht an die Eltern

Nach Rücksprache mit Claudia Kohnle (Schulleitung) und der Koordinatorin der OGTS Schönau, Ramona Raphaela Christl vom BRK Rosenheim, wird der Raumbedarf steigen und kann nicht mit Doppelnutzung der Räumlichkeiten abgedeckt werden.

Aus dem Gemeinderat kam der Hinweis, ob man hierzu nicht das alte Schulhaus von Schönau nutzen könne. Laut Weigl wurde das bereits im Vorfeld diskutiert. Aber auch hier ist die Nutzung kaum möglich, da dort viele anderweitige Nutzungen gegeben sind. Vielmehr schlugen der Bürgermeister und die Verwaltung das Ostermünchner Modell mit Containern vor. „Diese könnten gen Osten hin aufgestellt werden“, sagte Weigl.

In Ostermünchen sind zehn Module mit den Außenmaßen 12,78 mal 12,11 Meter aufgestellt. Zusammen mit der Zweckausstattung wie Tische, Stühle, Wickelkommode, Garderobe und so weiter ergibt sich dort eine Jahresmiete von 42.400 Euro. Das könne man parallel auch in Schönau so machen.

Um exakter in die Zukunft schauen zu können will man zuerst einmal den genauen Bedarf ermitteln. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, dass die Verwaltung zur Bedarfsermittlung eine Elternbefragung zur Ganztags- und Ferienbetreuung mittels Fragebogen bis zum 30. April durchführt. Der für das Ganztagsschuljahr 2026/2027 erkennbare Platz- und Raumbedarf soll zunächst gegebenenfalls mit einer Containerlösung abgedeckt werden. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

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