Bad Aibling – Es ist stets ein heikles Thema in der Kurstadt: Gefällte Bäume sorgen auch dieser Tage wieder für wilde Spekulationen und Aufregung in Bad Aibling. Jüngstes Beispiel: Der Maximiliansplatz am Bahnhof, wo Anfang der Woche alle sechs Bäume entfernt wurden. „Was soll das? Uns hat niemand darüber informiert und plötzlich ist alles abgeholzt“, ärgert sich eine Anwohnerin gegenüber dem OVB.
„Noch verkümmerter
als vorher“
Während sich jeder private Grundstücksbesitzer bei notwendigen Fällungen erklären müsse, gelte dies scheinbar nicht für die Kommune, ärgert sich die Bad Aiblingerin. „Im Sommer haben uns die Bäume Schatten gespendet und ich habe keine Schäden erkannt, die die Abholzung erforderlich gemacht hätten“, meint die Frau und sei nun, wie andere Anwohner, „einfach platt“.
Doch anders als es die Bürgerin wahrgenommen hatte, gibt es aus Sicht der Stadt Bad Aibling durchaus einen Grund für die Fällungen, den die Stadt auf OVB-Nachfrage schnell erläutert. „Die Bäume mussten gefällt werden, da sie krank waren“, erklärt Pressesprecherin Franziska Pasternack, ohne konkreter zu werden. Bei allen sechs gefällten Bäumen handelte es sich um Kastanien, deren Zustand die Maßnahme erforderlich machte.
Laut Pasternack sei jedoch eine Nach- beziehungsweise Neupflanzung bereits für Mitte, Ende März geplant. Dabei werde wieder die gleiche Anzahl an Bäumen an den Maximiliansplatz zurückkehren. „Außerdem wird in diesem Zuge auch die Begrünung der Schotterfläche vorgenommen“, so die Pressesprecherin.
Doch dass das Thema nicht nur viele Bürger umtreibt, zeigte sich nun auch während der jüngsten Stadtratssitzung, als sich Dieter Bräunlich (ÜWG) nach dem Grund der Fällungen am Maximiliansplatz erkundigte. „Jetzt ist der Platz noch kahler, noch einsamer und noch verkümmerter als vorher.“ Laut Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) waren die Bäume jedoch „nicht mehr zu halten“. Auch er betonte, dass die Ersatzpflanzungen bereits bestellt seien und zeitnah umgesetzt würden.
In dem Zusammenhang sprach Anna Maria Kirsch (ÖDP) weitere Fällungen, unter anderem neun beseitigte Bäume entlang der Ebersberger Straße, an. „Hieß es nicht mal, dass wir über solche Maßnahmen immer informiert werden?“, fragte Bräunlich.
Doch in allen angesprochenen Fällen beruhigte Bürgermeister Schlier (CSU) die Gemüter. „Wir haben in der Bauausschusssitzung über alles informiert.“ So seien die notwendigen Maßnahmen dem Gremium ordnungsgemäß vorgestellt worden. Und auch wenn die Fällungen unvermeidbar gewesen und Neuplanzungen bereits in Planung seien, kam Zweite Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) noch einmal auf den Maximiliansplatz zu sprechen. „Könnten wir nicht davor nochmals darüber sprechen, ob eine reine Ersatzpflanzung wirklich die beste Lösung ist?“
Nur wenig Spielraum
am Maximiliansplatz
Ihrer Ansicht nach sei es durchaus sinnvoll, über eine vermeintlich andere Anordnung der Bäume und eine „optimierte Gestaltung des Platzes“ nachzudenken. „Sprechen“, so Bürgermeister Schlier, „können wir über alles“. Allerdings gab er zu bedenken, dass am Maximiliansplatz nur wenig Spielraum bestehe beziehungsweise eine andere Anordnung der Bäume aufgrund der darunterliegenden Tiefgarage kaum möglich sei.