Respekt ist das gemeinsame Ziel

von Redaktion

Acht Gemeinderatskandidaten aus Feldkirchen-Westerham stellten sich bei einer Podiumsdiskussion den Fragen der lokalen Wirtschaftsverbände. Themen waren unter anderem bezahlbarer Wohnraum und die Schulsanierung.

Feldkirchen-Westerham – Für die Wähler in Feldkirchen-Westerham ist es kein leichtes Unterfangen: 170 Personen auf acht Wahlvorschlägen stehen am Sonntag, 8. März, bei der Wahl des Gemeinderats zur Abstimmung. Doch nur 24 können ins Gremium einziehen. Um den Wählern die Wahl zu erleichtern, hatte der Bund der Selbstständigen (BdS) Gewerbeverband Mangfalltal gemeinsam mit dem Werbering Mangfalltal zur Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Kandidatenlisten ins Schützen- und Trachtenheim nach Westerham geladen.

Vor rund 60 Besuchern stellten sich Bernhard Neumaier (CSU), Roland Zeddies (AfD), Carolin Günzl (Grüne), Michael Schmirl (SPD), Franz Faltlhauser (Pro Bürger), Vinzenz Schaberl (Parteifreie FWG), Rupert Meixner (Ortsliste Vagen) und Georg Glas (Freie Wähler Feldolling) den Fragen von Moderatorin Caroline Deinert, Vorsitzende des Werberings Mangfalltal. Die hatte zu Beginn der Gesprächsrunde seitens Kandidaten und Zuhörern „Sachlichkeit und Respekt“ eingefordert, woran sich alle Anwesenden auch hielten.

Bezahlbarer Wohnraum
ist ein wichtiges Thema

Was allerdings auch an großen inhaltlichen Schnittmengen zwischen den Kandidaten gelegen haben könnte. So hatte der Großteil der Kandidaten das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ auf der Agenda. „Das ist ein wichtiger Standortvorteil für die Wirtschaft“, machte SPD-Vertreter Schmierl deutlich, der als Lösungsansatz genossenschaftliche Modelle ins Spiel brachte. Neumaier von der CSU hingegen ist überzeugt, dass günstiger Wohnraum auch „mit privaten Investoren“ zu schaffen sei. Er betonte, dass es ihm primär nicht um Zuzug gehe, sondern: „Ortsansässige Familien müssen sich hier eine Wohnung anschaffen können.“ Die „traditionelle Familie“ will Zeddies (AfD) in den Mittelpunkt rücken, mit einem besonderen Vorschlag: „Eines unserer Ziele ist, mehrere Generationen unter ein Dach zu bringen.“

Wobei Glas, der für die Freien Wähler Feldolling (FWF) kandidiert, zu bedenken gab, dass es in der Kommune „kaum Baugrund“ gäbe. „Ich sehe eher die Chance einer Nachverdichtung, dass wir also höher bauen und auch mal im Außenbereich die Baugrenzen etwas lockern.“ Was allgemein in der Runde Zustimmung fand. Auch Faltlhauser (Pro Bürger) betonte, dass die Schaffung von Flächen für Gewerbe und Wohnen für die Kommune „existenziell“ sei: „Wer hier wohnt und arbeitet, der muss nicht rausfahren, was wiederum super für den heimischen Einzelhandel ist.“

Auch das Thema Schule wird den künftigen Gemeinderat intensiv beschäftigen. Seit Jahren wird in Feldkirchen-Westerham darüber diskutiert, wie die Kommune mit der nicht mehr zeitgemäßen Grundschule in Feldkirchen verfahren soll. Von der Sanierung über einen Umbau mit Erweiterung bis zum kompletten Neubau – derzeit werden alle Möglichkeiten geprüft. „Welche Lösung es am Ende wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, weil wir noch nicht wissen, was uns das kosten wird“, stellte Meixner von der Ortsliste Vagen (OLV) klar. „Zunächst müssen wir die Möglichkeiten ausarbeiten lassen, dann können wir darüber sprechen.“

Aus der Sicht von Grünen-Vertreterin Günzl ist das Bauwerk selbst zudem nicht das entscheidende Element. „Die Schulen werden zukünftig ganz andere Anforderungen haben“, ist sie sich sicher. Daher habe sich die Kommune bei der Auswahl der Ausrichtung „von den Dänen inspirieren lassen“. So werde es keine typischen Klassenzimmer mehr geben, sondern „Lernlandschaften“. Schaberl (Parteifreie FWG) machte sich derweil Gedanken darüber, wie die Kinder überhaupt in die Schule kommen. „Bei der Schülerbeförderung müssen wir einen ganz großen Schritt machen. Da sollte man auf keinen Fall sparen.“

Gegen die
Spezlwirtschaft

Viele Puzzleteile, die ein neu gewählter Gemeinderat zusammenfügen muss. Wie die Arbeit im Gremium aus ihrer Sicht aussehen sollte, dazu nahmen alle acht Bewerber Stellung. So erhofft sich Glas eine „konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, mit dem Bürgermeister und der Verwaltung“ und appellierte an die Ratsvertreter, „Entscheidungen auch zu akzeptieren“. Für Meixner ist „ein Dialog auf Augenhöhe“ wichtig, zudem eine „Offenheit für Neuerungen“, denn: „Der Satz, den ich abgrundtief hasse, ist: ‚Des hamma immer schon so gmacht.‘“

Günzl setzt ebenfalls auf „gegenseitigen Respekt, auch in der Debatte“. Zudem mahnte sie „Ehrlichkeit“ und eine „gute fraktionsübergreifende Zusammenarbeit“ an, denn: „Nur so werden wir die Herausforderungen bewältigen können.“ Faltlhauser ist dagegen „Transparenz und Offenheit“ sowie das „Mitnehmen des Bürgers“ besonders wichtig. Außerdem müsse das Gremium in seiner neuen Zusammensetzung „anpacken – und sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen“.

„Sachbezogene Entscheidungen und keine Spezlwirtschaft“ – so lautet das Credo von Schaberl, der ebenfalls an die künftigen Ratsmitglieder appelliert, Entscheidungen zu akzeptieren und nicht zu boykottieren. Außerdem forderte er dazu auf, „miteinander zu reden“: „Dann kommt meistens auch etwas Gutes raus.“ Schmierl will der Arbeit des künftigen Gemeinderats nicht nur das Prädikat „zuverlässig“ verleihen, sondern auch auf „soziale Gerechtigkeit“ achten: „Wir müssen alle Bürger mitnehmen.“

Für Zeddies hat nach eigenen Angaben höchste Priorität, „das wunderbare Feldkirchen-Westerham“ zu erhalten. Er wolle sich dafür einsetzen, dass „Freiheit, Sicherheit und Wohlstand“ auch in Zukunft „weitergegeben werden“ könne. Wobei die Gemeinderatsarbeit „im christlichen Kontext, damit alle wissen, hinter was wir stehen“, erfolgen müsse. Für Neumaier sind neben Ehrlichkeit auch „Transparenz, also nachvollziehbare Entscheidungen“ immens wichtig, zudem „nachhaltige Lösungen, keine Schnellschüsse“. Und ein Aspekt, der „eigentlich selbstverständlich ist“: „Das Gemeinwohl muss immer vor Einzelinteressen stehen.“

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