Bündel an Wünschen an die Landespolitik

von Redaktion

CSU-Ehrenamtsempfang mit Innenminister Joachim Herrmann – Dank für vielfältiges Engagement

Bad Aibling – Im Großen und Ganzen eine große Zufriedenheit mit Blick auf die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung, aber auch etliche Wünsche prägten den Ehrenamtsempfang mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann im Kurhaus. Rund 150 Vertreter mehrerer Dutzend Hilfsorganisationen und Ortsvereine packten im Beisein von Rathauschef Stephan Schlier und seinen beiden Stellvertretern, Kirsten Hieble-Fritz und Markus Stigloher, von Landrat Otto Lederer und dem Landtagsabgeordneten Sebastian Friesinger die Gelegenheit beim Schopf und trugen nach der kurzen Vorstellung des jeweiligen Vereins ihre Sorgen und Nöte auf direktem Weg an die Landespolitik heran.

Zahlreiche Vertreter
der Feuerwehren

Es waren etliche Notizen, die sich der Innenminister machen musste. Dr. Matthias Brielmeier vom Roten Kreuz erinnerte beispielsweise daran, dass die Bereitschaft in Bad Aibling zwei Fahrzeuge für den Katastrophenschutz im Dienst habe, die längst ausgemustert gehörten. „Vielleicht können Sie Bewegung in die Angelegenheit bringen“, so seine Hoffnung.

Während auch aus den Reihen der zahlreich vertretenen Feuerwehren vereinzelt Fragen zur Ausstattung des Fuhrparks kamen, sprach Tobias Fraunholz von der Mietrachinger Feuerwehr ein anderes Problem an. „Den Feuerwehren gehen die Fahrer aus“, benannte er eine Konsequenz aus den derzeit geltenden Bestimmungen für den Erwerb eines Führerscheins, der zum Lenken eines Löschfahrzeugs berechtigt. Er bat den Minister, sich für pragmatische Lösungen einzusetzen und Abhilfe zu schaffen. Besonders viel Beifall vom Publikum gab es für die Wortmeldungen aus den Reihen der DLRG und des Vereins Sportbad Bad Aibling e.V., die sich einmal mehr für den Bau eines Hallenbades in der Kurstadt stark machten. „Wir haben seit 13 Jahren keines mehr in Bad Aibling. Unsere Rettungsorganisationen brauchen es für das Training. Außerdem können wir ohne Hallenbad den Kindern nicht den so wichtigen Schwimmunterricht in dem Maß anbieten, wie das erforderlich wäre“, betonte Franz Bartl vom Sportbad-Verein. Die Bitte an den Minister: nach Fördermitteln Ausschau zu halten, die trotz aller Finanzierungsprobleme auf kommunaler Ebene den Bau eines solchen Bades möglich machen könnten. Man dürfe nicht vergessen, dass dies eine Investition für das gesamte Mangfalltal wäre, so Bartl. Mit manchen aus ihrer Sicht unsinnigen Regelungen und Einschränkungen im Waffengesetz befassten sich Christian Hilz, Vorsitzender der Jagdgruppe Bad Aibling, und Pascal Geiger, der neue Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie. „Legale Waffenbesitzer werden kriminalisiert“, sagte Hilz. „Wir wünschen uns ein Waffengesetz, das es uns ein wenig leichter macht“, brachte Geiger das gemeinsame Anliegen auf einen kurzen Nenner. Christian Weigl, Vorsitzender des Trachtenvereins Edelweiß, sprach das komplizierte Verfahren bei der Ausstellung von Führungszeugnissen an und wünscht sich auch in diesem Bereich eine gesetzliche Vereinfachung mit dem Ziel, Bürokratie abzubauen.

Die Eröffnungsrede des Ministers war vor allem geprägt von einem großen Dank an die Adresse aller, die sich in Bad Aibling auf so vielfältige Weise ehrenamtlich engagieren. „Wir werden alles dafür tun, dass wir das erhalten, was wir hier an Hilfsbereitschaft haben“, gab Herrmann ein bayernweit gültiges Versprechen ab. Entschieden trat der Minister jenen entgegen, die ehrenamtliches Engagement oftmals als „Vereinsmeierei“ abtun. „Unsere Gesellschaft lebt von diesem Engagement. Wir sollten uns freuen, dass es solche Menschen gibt“, sagte der Minister.

Eine Aussage, der sich Bürgermeister Stephan Schlier nur anschließen konnte. „Mir geht das Herz auf, wenn ich in diesen Kurhaussaal mit Menschen voller Engagement und Einsatzbereitschaft schauen darf. Ich bin mir bewusst, hier trifft sich heute die tragende Säule unseres Gemeinwesens“, so Schlier. CSU-Ortsvorsitzender Dr. Thomas Geppert nannte das Ehrenamt „den Kitt, der die Stadt zusammenhält.“ Die Anwesenden seien in gewisser Weise „Helden von Aibling“.

Ein dickes Lob für die Anwesenden gab es auch von Landrat Otto Lederer. „Wir haben heute eine beeindruckende Leistungsschau des Ehrenamts in Bad Aibling erlebt. Hut ab, was es hier alles gibt und welch großes Engagement dahintersteckt.“ Lederer betonte, die Kommunen und auch der Freistaat könnten dieses Engagement niemals ersetzen. Um den Vereinen die Arbeit etwas zu erleichtern, habe der Landkreis vor vier Jahren bewusst die Stelle einer Ehrenamtskoordinatorin geschaffen. „Nutzen Sie diesen Kontakt“, ermunterte er die Vereinsvertreter.

Originelles
Gastgeschenk

Mit einem originellen Gastgeschenk bedankte sich der CSU-Ortsvorsitzende abschließend beim Innenminister für sein Kommen und spielte dabei auf das Motto „Echt Aibling“ an, unter dem der Kommunalwahlkampf der CSU steht. „Wir haben etwas Echtes aus Bad Aibling für Sie“, sagte er und überreichte Herrmann eine CSU-Breze in Großform. Gebacken hat sie Melanie Winhart, die erst kürzlich von Ministerpräsident Markus Söder als Oberbayerns beste Bäckerin des Meisterjahrgangs 2025 geehrt worden war (wir berichteten). Eigentlich hätte die junge Bäckerin bei der Geschenkübergabe dabei sein sollen, terminliche Gründe ließen dies aber nicht zu. Zum Zeitpunkt der Veranstaltung befand sie sich bereits wieder auf der Fahrt nach Straubing, wo sie derzeit die Meisterschule besucht, um dem Meisterbrief im Bäckerhandwerk einen zweiten im Konditorhandwerk folgen zu lassen.

Auch für die anwesenden Besucher gab es als äußeres Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit an diesem Abend ein Geschenk: Brezen mit Frischkäse und Freibier.