Mangfalltal – Am Sonntag gilt‘s: Dann sind die Bürger im Mangfalltal dazu aufgerufen, ihre Stadt- und Gemeindevertreter zu wählen. In Bad Aibling, Kolbermoor, Bruckmühl, Großkarolinenfeld und Tuntenhausen wird neben Stadt- beziehungsweise Gemeinderat auch ein Bürgermeister gewählt. In Feldkirchen-Westerham und Bad Feilnbach wurden die Bürgermeister vor wenigen Jahren bereits außerhalb des üblichen Wahlturnus gewählt, sodass dort die Wahl des Gemeinderats im Mittelpunkt steht. Zudem dürfen die Wähler in allen sieben Kommunen, die einst zum Landkreis Bad Aibling gehörten, über die Zusammensetzung des Rosenheimer Kreistags sowie über den Landrat entscheiden. Die wichtigsten Infos im Überblick:
Bad Aibling
In der Kurstadt sind am Sonntag gut 15.500 Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Vier Kandidaten bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters. So bekommt es Amtsinhaber Stephan Schlier (CSU), der erneut zur Wahl steht, mit den Herausforderern Silvia Groß (AfD), Florian Weber (BP/Aiblinger Liste) und Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) zu tun. Um die 24 Sitze im Bad Aiblinger Stadtrat bewerben sich Kandidaten auf acht Listen: CSU, FW/ÜWG, AfD, Grüne, SPD, BP/Aiblinger Liste, ÖDP und Linke.
Eine Wahlveranstaltung, zu der interessierte Bürger kommen und sich informieren können, gibt es nach Angaben von Stadtsprecherin Franziska Pasternack nicht. Wann am Wahlabend mit konkreten Ergebnissen zu rechnen ist, sei „schwer abzuschätzen“, so Pasternack: „Möglicherweise liegen vorläufige Wahlergebnisse der Bürgermeisterwahl bis circa 20 Uhr vor.“ Mit konkreten Zahlen zur Stadtratswahl sei hingegen voraussichtlich erst „einige Zeit nach Mitternacht“ zu rechnen.
Bad Feilnbach
Ein Bürgermeister wird in Bad Feilnbach erst wieder 2030 gewählt, nachdem sich Max Singer (ÜW) Anfang Januar 2024 gegen den vorherigen Amtsinhaber Anton Wallner (CSU) durchgesetzt hatte und nun der Gemeinde vorsteht. Neben Landrat und Kreistag dürfen die knapp 6.800 wahlberechtigten Bad Feilnbacher aber dennoch den Gemeinderat wählen. Um die 20 Sitze im Gremium konkurrieren Kandidaten folgender vier Listen: CSU, Grüne, SPD und Überparteiliche Wähler Gemeinde Bad Feilnbach (ÜW). Jasmina Krämer, Fachbereichsleiterin der Hauptverwaltung, rechnet damit, dass die Ergebnisse „in den frühen Morgenstunden“ des Montags, 9. März, vorliegen.
Bruckmühl
In der Marktgemeinde Bruckmühl dürfen die rund 13.600 wahlberechtigten Bürger zwar auch den Bürgermeister wählen. Allerdings steht mit Amtsinhaber Richard Richter (CSU/PW) nur ein Kandidat zur Wahl. Was zur Folge hat, dass die Wähler auf den Stimmzetteln ein freies Feld vorfinden, in dem sie auch den Namen eines Wunsch-Bürgermeisters eintragen dürfen. In puncto 24-köpfigem Marktgemeinderat können die Wähler hingegen Kandidaten von sechs Listen wählen: CSU/Parteifreie Wähler (PW), Grüne, SPD/Parteiunabhängige (PU), Offene Liste Bruckmühl (OLB), Bayernpartei (BP) und Linke.
Wer sich live über Zwischenstände und Ergebnisse informieren will, der ist in der Cafeteria des Bruckmühler Rathauses willkommen. Dort werden die Besucher auf einem Monitor über aktuelle Entwicklungen informiert. In puncto Bürgermeisterwahl rechnet Silvia Mischi, unter anderem in der Marktgemeinde zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, mit Ergebnissen bis spätestens 20 Uhr. Ergebnisse rund um die Marktgemeinderatswahl sind hingegen frühestens ab 22.30 Uhr realistisch.
Feldkirchen-Westerham
Wie in Bad Feilnbach werden die knapp 8.800 Wahlberechtigten auch in Feldkirchen-Westerham einen Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl vergeblich suchen. Dort wurde bereits im Frühjahr 2023 mit Johannes Zistl (OLV) ein Nachfolger von Hans Schaberl (parteifrei) gewählt, weshalb die Feldkirchen-Westerhamer erst 2029 wieder über einen Rathauschef abstimmen. Zur Wahl stehen am Sonntag allerdings Kandidaten auf den acht Listen CSU, AfD, Grüne, SPD, Pro Bürger, Parteifreie Wählergemeinschaft Gesamtgemeinde Feldkirchen-Westerham, Ortsliste Vagen (OLV) und Freie Wähler Feldolling (FWF), die einen Sitz im 24-köpfigen Gemeinderat ergattern wollen.
Wer sich live über die Ergebnisse informieren will, ist im Sitzungssaal des Rathauses bestens aufgehoben: Dort werden „traditionell die aktuellen Wahlergebnisse präsentiert“, wie Karolin Lohnwasser, Sprecherin der Gemeinde, verrät. Mit dem vorläufigen Ergebnis rechnet Lohwasser allerdings erst im Laufe des Montags.
Großkarolinenfeld
Erfahrener gegen einheimischen Bewerber – so könnte die Bürgermeisterwahl in Großkarolinenfeld betitelt werden. Die gut 5.900 Wahlberechtigten müssen sich dabei zwischen Anton Wallner (CSU/Parteilose Listenfreie Wählerschaft (PLW)/Grüne/SPD), einst Bürgermeister in Bad Feilnbach, und dem seit jeher in Großkarolinenfeld beheimateten Josef Baumann (FW und Großkarolinenfelder/Tattenhausener Bürgervereinigung GBV) als Rathauschef entscheiden, nachdem der langjährige Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifreie) nicht mehr antritt.
In puncto Gemeinderat geht es darum, 20 Sitze auf die Kandidaten der insgesamt sechs Wahlvorschläge zu verteilen. So bewerben sich Kandidaten von CSU, Freie Wähler-Großkarolinenfelder/Tattenhausener Bürgervereinigung (FW/ GBV), AfD, Grüne, SPD und die Parteilose Listenfreie Wählergemeinschaft Großkarolinenfeld (PLW) um die Sitze im Gremium. Sollte die Auszählung „reibungslos“ verlaufen, könnte es nach Angaben von Christian Baumann, Geschäftsleiter der Gemeinde, bereits gegen 18.45 Uhr ein Ergebnis zur Bürgermeisterwahl geben. Gegen 21.30 Uhr könnten zudem Ergebnisse zur Wahl des Gemeinderats vorliegen.
Kolbermoor
Gleich fünf Bewerber wollen in der Stadt Kolbermoor die Nachfolge von Bürgermeister Peter Kloo (SPD) antreten, der nach 24 Jahren auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat. So können sich die gut 15.700 Wahlberechtigten zwischen Leonhard Sedlbauer (CSU), Christian Demmel (AfD), Christian Morgenroth (SPD), Thomas Rothmayer (Parteifreie Kolbermoor) und Johanna Bössl (Linke) entscheiden.
In puncto Stadtratswahl ist das Angebot an Parteien und politischen Organisationen sogar noch größer: Hier konkurrieren Bewerber von CSU, AfD, Grüne, SPD, Parteifreie Kolbermoor und Linke um die 24 Sitze im Gremium. Ab 18 Uhr können Interessierte im Sitzungssaal des Rathauses die Ergebnisse live mitverfolgen, auch Ergebnisse aus anderen Kommunen sowie zu Landrats- und Kreistagswahl sind dort erhältlich. Ein Ergebnis zur Bürgermeisterwahl könnte laut Stadtsprecher Christian Poitsch gegen 20 Uhr vorliegen, die Ergebnisse der Stadtratswahl werden gegen Mitternacht erwartet.
Tuntenhausen
Christian Mayer (CSU/ Freie Wählergemeinschaft) ist der einzige Kandidat, der sich in Tuntenhausen um die Nachfolge von Bürgermeister Georg Weigl (CSU) bewirbt. Auch hier haben die Wähler, wie in Bruckmühl, die Möglichkeit, auf den Stimmzetteln zur Bürgermeisterwahl einen Wunsch-Rathauschef zu notieren. Größer ist die Auswahl bei der Besetzung des 20-köpfigen Gemeinderats: Hier stellen sich Kandidaten auf insgesamt acht Listen – CSU/Freie Wählergemeinschaft (FWG), Unabhängige Wähler Ostermünchen und Umgebung (UWO), Freie Wählergemeinschaft Beyharting (FW Beyharting), Parteifreie Wählergemeinschaft Schönau und Umgebung (PF Schönau), Wählergemeinschaft Hohenthann und Umgebung (WG Hohenthann), „Die Liste 83104“, Frauenliste (FL) und Unabhängige Liste Tuntenhausen (ULT) – zur Wahl.
Interessierte können im kleinen Sitzungssaal des Rathauses die Ergebnisse live mitverfolgen, mit einem Ergebnis zur Bürgermeisterwahl rechnet Erik Thomas vom Hauptamt gegen 19 Uhr. Was die Auszählung für den Gemeinderat anbelangt, hofft der Verwaltungsmitarbeiter, dass sich diese nicht zu lange in den Morgen hinziehen wird: Thomas: „Ich hoffe, dass bis spätestens 0.30 Uhr die Auszählung abgeschlossen ist.“