Bruckmühl – Zum 1. Januar 2024 wurde Fachwirtin Lisa Brossmann zur Leiterin des Fachbereichs Ordnungs- und Sozialwesen in der Gemeinde Bruckmühl ernannt. Mit dieser Funktion geht das Amt der Wahlleitung einher. Doch bereits zuvor war Brossmann für die Landtags- und Bezirkstagswahl im Herbst 2023 als Wahlleiterin zuständig. Die Kommunalwahl am Sonntag ist bereits die vierte Wahl, die sie in leitender Funktion organisiert.
In 120 Arbeitsschritten
zur Kommunalwahl
Seit Oktober bereitet Brossmann den Wahlsonntag vor. „Die Arbeit einer Wahlleitung ist vielfältig und reicht von der organisatorischen Grundstruktur bis zu rechtlich vorgeschriebenen Prüf- und Dokumentationsschritten“, weiß Brossmann. Zu ihren Aufgaben gehörten in den vergangenen Monaten die Einteilung der Stimmbezirke, die Organisation der Briefwahl sowie die Berufung von Wahlhelfern, Wahlschulungen oder die Prüfung der Wahlvorschläge.
Insgesamt umfasst Brossmanns To-do-Liste rund 120 Arbeitsschritte, die bis zur Öffnung der Wahllokale abgearbeitet werden müssen. Einige dieser Aufgaben kann die Wahlleiterin an ihr fünfköpfiges Wahlteam delegieren.
„Die stellvertretende Wahlleitung betreut die Briefwahlbezirke, was mich erheblich entlastet, da ich mich auf die Wahllokale konzentrieren kann“, erklärt Wahlleiterin Brossmann. Vier weitere Mitarbeiterinnen besetzen am Sonntag das Wahlbüro im Rathaus, beantworten Fragen von Bürgern und Wahlvorständen und erfassen am Abend die Ergebnisse im Wahlprogramm. Nach Schließung der Wahllokale nehmen sie alle Unterlagen aus Lokalen und Briefwahlbezirken entgegen.
Ein arbeitsintensiver
Wahl-Countdown
Obwohl bereits alle großen Aufgaben abgeschlossen sind, bleiben die letzten Tage vor der Wahl arbeitsintensiv für Brossmann und ihr Team. Wahlmappen und Materialkisten für die Wahlvorstände müssen noch fertiggestellt und die Wahllokale eingerichtet werden.
Der Wahlsonntag selbst beginnt für Brossmann als Wahlleitung um 6 Uhr. „Zunächst bereite ich die letzten Unterlagen vor, damit ab 7 Uhr die Wahlvorsteher ihre Materialkisten und Stimmzettel abholen können“, erklärt die Wahlchefin. Danach startet sie ihre erste Runde durch die insgesamt 20 Wahllokale der Gemeinde Bruckmühl. Im Laufe des Tages klärt sie organisatorische Fragen, koordiniert die Abläufe im Rathaus oder füllt die Stimmzettelvorräte in den Wahllokalen auf.
„Mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr konzentriert sich meine Arbeit vollständig auf die Auszählung“, so die junge Wahlchefin weiter. Der Wahlabend endet für sie erst, wenn alle Ergebnisse erfasst, geprüft und übermittelt sind. „Bei den Kommunalwahlen ist damit erst tief in der Nacht zu rechnen.“
Allerdings ist die Arbeit mit der Stimmzettelauswertung für Brossmann längst nicht getan. Alle Ergebnisse müssen noch einmal geprüft und nachgezählt werden, bevor sie in das Wahlprogramm eingetragen werden können. Die geprüften Wahlunterlagen schickt die Wahlleiterin dann an die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes Rosenheim. Ein bis zwei Wochen nach der Wahl ist sie noch mit den Nachbereitungen beschäftigt. Hierzu gehören außerdem die Dokumentation des Wahlablaufs, interne Nach- und Aufräumarbeiten sowie die Vorbereitung aller Unterlagen für die Wahlausschusssitzung.
Auch Ehrenamtliche tragen
große Verantwortung
Als Wahlleiterin ist Brossmann selbst beim Markt Bruckmühl angestellt. Die Gewährleistung einer fairen Wahl ist für einige Monate ihr Fulltime-Job. „Die Wahlhelfer hingegen engagieren sich vollständig ehrenamtlich, sie tragen freiwillig eine große Verantwortung für unsere Demokratie“, weiß die junge Wahlchefin. Erfreulicherweise finden sich, so Brossmann weiter, zahlreiche Freiwillige, die diese Verantwortung gerne übernehmen. „Es freut mich sehr, zu sehen, wie viele Menschen sich auf diese Weise aktiv an demokratischen Prozessen beteiligen und die Demokratie im kommunalen Bereich lebendig gestalten“, bedankt sich Brossmann schließlich für die umfangreiche Unterstützung, die sie von der Gemeinde erfährt.