Großkarolinenfeld-Tattenhausen – Es war ein großartiger Premierenabend, an dem die Theatergemeinschaft Tattenhausen die Komödie „Natur Pur“ auf die Bühne brachte. Doch eigentlich kann man kaum von einer Bühne sprechen – das Ensemble verwandelte den Saal in einen detailreich gestalteten Wald mit hohen Bäumen, Ameisenhaufen und einer urigen Hütte. Allein dieses aufwendig gestaltete Bühnenbild war bereits einen Besuch wert, das Publikum klatschte schon hier ausgiebig.
Turbulenter Geburtstag
im vollen Saal
Gespielt wurde im Gasthaus der Bräu die Komödie „Natur Pur“ in drei Akten von Bernd Combold. Und in dem Stück sorgte eine turbulente Geburtstagsfeier für beste Unterhaltung im vollen Saal.
Im Mittelpunkt des Dreiakters steht Oma Maria (Heidi Geyer), die ihren 75. Geburtstag keineswegs im Restaurant, sondern in ihrer alten Waldhütte feiern möchte. Dort hatte sie einst mit ihren Kindern glückliche Ferientage verbracht. Doch die Zeiten haben sich geändert: Aus den Kindern sind eigenwillige Erwachsene geworden, die untereinander heillos zerstritten sind.
Widerwillig folgen sie der Einladung in den Wald und lassen ihrem Unmut freien Lauf. Zwischen Ameisen, Kröten und sogar einem toten Igel wird schnell klar: Natur pur ist nicht jedermanns – oder jederfraus – Sache. Besonders Schwiegertochter Lydia (Daniela Poertzler) sorgt mit ihrer übertriebenen Angst vor allem, was krabbelt, für zahlreiche Lacher. Sohn Rudi (Christian Baumann) hätte den Geburtstag lieber beim Edelitaliener gefeiert, während Erich (Heini Baumgartner) ständig unter der Regie seiner Frau steht. Tochter Martha (Simone Ehberger) empfindet das Ganze als Zumutung, einzig Christine (Marina Maicher) zeigt sich begeistert vom Abenteuer im Grünen. Für zusätzliche Heiterkeit sorgte auch der missglückte Zeltaufbau.
Als die rüstige Oma dann in der guten alten Hütte einen schwarzen Beutel mit 50.000 Mark Inhalt findet, spitzt sich die Situation zu, denn die Geldgier der Kinder wird geweckt. Doch die schlitzohrige Oma bringt ihrer Bagage schnell das Fürchten bei. Unerwartet tauchen dann aber weitere Personen im sonst so stillen Wald auf, die plötzlich Interesse an der alten Hütte und dem besagten schwarzen Beutel haben. Das wäre der überdrehte Schmetterlingsfänger Willi Würmlein (Georg Weichselbaumer), ein rustikaler Waldarbeiter (Jupp Schmiedbauer) und eine schokoladensüchtige Nordic-Walkerin (Lisa Maicher) sowie ein skrupelloser Immobilienmakler (Michael Stecher), dem der Naturschutz dazwischenkommt. Ab da dreht sich jedenfalls alles um den schwarzen Beutel. Der Lohn für die Theaterspieler war am Ende ein reichlicher Applaus.
Neues Regie-Team und weitere Akteure
Die Regie führte diesmal Jupp Schmiedbauer zusammen mit Tina Baumann. Als Schauspieler ist auch der junge Mann Tom (Martin Krichbaumer) zu sehen sowie folgende weitere Akteure: Verena Jäger und Martha Stecher (Souffleusen), Helmut Schnek (Souffleur), Sabine Rieder und Jenny Videmsek (Maske), Tina Baumann (Maske und Deko), Christian Stecher (Technik).