Feldkirchen/Unterlaus – Die Ursachenforschung für den Riss im Deckengewölbe der Kirche St. Vitus in Unterlaus schreitet voran. Nachdem in der vergangenen Woche bereits eine Firma Bohrungen mit Rammsonden durchgeführt hatte, um die Bodenbeschaffenheit im Umfeld des Gotteshauses zu erkunden, hat jetzt eine weitere Spezialfirma ihre Arbeit aufgenommen.
An sieben von Fachleuten ausgewählten Punkten treiben die Arbeiter entlang der Kirchenmauer Bohrkerne aus Stahl etwa sechs Meter in den Untergrund, um Aufschluss über den Zustand des Fundaments zu erhalten, auf dem die Kirche steht. „Eine zentrale Frage ist, ob Fugen zwischen Baugrund und Fundament entstanden sind, die für den Riss verantwortlich sind. Die Bohrungen sollen darüber Aufschluss geben“, erläutert Kirchenpfleger Hans Stahuber, der das Geschehen vor Ort mitverfolgt. Die Arbeiter setzen Diamantbohrer ein, mit denen sie das benötigte Material aus der Tiefe ans Tageslicht befördern.
Die Bohrkerne werden nach Abschluss des Bohrvorgangs mit einem Kran nach oben gezogen. Das auf diese Weise gewonnene Probematerial, das anschließend von Geologen in einem Labor analysiert wird, wird sorgfältig in bereitgestellten, extra langen und schmalen Holzkisten verstaut. Der Kirchenpfleger ist optimistisch, dass die Analyseergebnisse bis Ostern vorliegen.
„Dann wissen wir genau, was los ist. Und erst dann können wir gemeinsam mit Fachleuten ein Konzept erstellen, wie der Schaden am besten behoben werden kann“, sagt Stahuber. Bis der Plan steht und die Kostenermittlung erfolgt ist, wird es allerdings noch eine Zeit lang dauern.
Warten auf Ergebnisse
und Sanierungskonzept
Erst ab diesem Zeitpunkt kann sich die Kirchenverwaltung um Zuschüsse für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen bemühen. Ob noch heuer ein Zuschussantrag gestellt werden kann, daran hat der Kirchenpfleger seine Zweifel. Er hofft jedoch darauf, dass unterirdische Verschiebungen nicht der Grund für den Schaden im Deckengewölbe sind, wenngleich er ein solches Szenario im Moment noch nicht ausschließen kann. „Wenn im Untergrund nichts fehlt, kämen uns die erforderlichen Arbeiten sicher billiger“, ist er überzeugt.
Dass in nächster Zeit erst einmal viel Geduld angesagt sein dürfte, davon ist auch Verwaltungsleiter Michael Liegl vom Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus überzeugt, zu dem das Gebäude gehört. Stahuber ist sich mit ihm einig, dass das derzeit im Inneren des Gotteshauses befindliche Holzgerüst den Kirchenbesuchern noch längere Zeit erhalten bleibt. „Wir werden uns an das Warten gewöhnen müssen“, so der Kirchenpfleger.
Das Gerüst stützt das Deckengewölbe ab und dient als Notbehelf. Es wurde kurz vor Ostern 2025 errichtet und von einem Statiker als ausreichende Sicherungsmaßnahme für eine Übergangszeit eingestuft. Vor dem Einbau der Holzkonstruktion war die Kirche seit der Entdeckung des Schadens im November 2024 komplett gesperrt.