Bad Aibling – Bei der Kommunalwahl in Bad Aibling ist eine ganz große Überraschung ausgeblieben, entschieden ist das Rennen um das Bürgermeisteramt jedoch noch nicht. Denn dass es zu einer Stichwahl kommen würde, war angesichts von vier Kandidaten, die sich um den Chefposten im Rathaus bewarben, durchaus zu erwarten. Letztlich standen am Wahlabend der amtierende Bürgermeister und CSU-Kandidat Stephan Schlier mit 48 Prozent (4545 Stimmen) und Herausforderin Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) mit 33,1 Prozent (3130 Stimmen) in der Gunst der Wähler am weitesten oben. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,6 Prozent. 2020 waren nur 58 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen. 2,3 Prozent der Stimmzettel waren ungültig.
AfD-Kandidatin
landet auf Platz 3
Auf Platz 3 landete die AfD-Kandidatin Silvia Groß mit 11,3 Prozent (1065) der Stimmen. Deutlich abgehängt musste sich dahinter Floria Weber (Bayernpartei/Aiblinger Liste) geschlagen geben. Er erhielt nur 7,6 Prozent der Stimmen. So kommt es nun am 22. März zur Stichwahl zwischen Schlier und Hieble-Fritz, die am Sonntagabend jedoch lange auf Gewissheit warten mussten. Deutlich später als erwartet traf das vorläufige Endergebnis erst um kurz nach 21 Uhr ein. Was allerdings nichts daran änderte, dass beide Stichwahl-Kontrahenten sofort in den Angriffsmodus umschalteten.
Kontrahenten freuen
sich über Stichwahl
„Ich bin wirklich sehr zufrieden“, erklärte Amtsinhaber Schlier, der sich bereits im Laufe des Abends optimistisch gezeigt hatte. Bei vier Kandidaten habe man durchaus mit einer Stichwahl rechnen können. Dass er dennoch so nah an die 50-Prozent-Marke herankam, stimme ihn „sehr zufrieden“, erklärte er. „Top motiviert, mit den besten Ideen für Bad Aibling und dem besten personellen Angebot, gehen wir deshalb jetzt in die kommenden zwei Wochen.“
Dabei wolle man wie zuvor stets inhaltliche Themen in den Vordergrund stellen und in den intensiven Austausch mit der Bürgerschaft gehen. Am 22. März hofft Schlier dann auf eine noch bessere Wahlbeteiligung. Seine Herausforderin Kirsten Hieble-Fritz freute sich am Wahlabend ebenfalls sehr über ihre erreichten Stimmanteile und blickte optimistisch auf die Stichwahl. In der neuen Konstellation, mit der man nun angetreten sei, könne man nur dankbar für das Vertrauen der vielen Wähler sein.
Unabhängig vom eigenen Erfolg zeigte sich Hieble-Fritz erschrocken über das zweistellige Wahlergebnis der AfD-Kandidatin. Für den Wahlkampf in den kommenden zwei Wochen werde man sich ab Montag (9. März) zusammensetzen und besprechen, bei welchen Themen man sich noch stärker profilieren will. „Jetzt wollen wir die Menschen noch einmal überzeugen“, sagte sie und verwies auf den „großen Anteil“ von fast 40 Prozent der Wahlberechtigten, die am Wahlsonntag keine Stimme abgegeben haben.
Groß zufrieden,
Weber enttäuscht
Zufriedenheit herrschte auch bei AfD-Kandidatin Silvia Groß, die ohne große Bekanntheit im Vorfeld direkt auf 11,3 Prozent kam. „Ich bin erst ein halbes Jahr in Bad Aibling und mich kannte niemand – da bin ich nicht unzufrieden.“ Zwar hätte sie sich persönlich „natürlich noch ein paar Prozent mehr“ gewünscht. Sie akzeptiere jedoch das Voting der Bürger und zeigte sich dankbar für die „vielen Menschen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben“. Für Groß beginne „ab morgen der neue Wahlkampf und in sechs Jahren kann der Wähler neu entscheiden“.
Ergebnis „definitiv keine persönliche Tragödie“
Eine gewisse Enttäuschung machte sich im Laufe des Wahlabends dagegen bei Florian Weber breit. „Ich hatte mir natürlich mehr erhofft, das muss ich schon ehrlich sagen.“ Dennoch sei das Ergebnis „definitiv keine persönliche Tragödie“, stellte er klar. Für eine genaue Analyse des Wahlergebnisses sei es noch zu früh, aber: „Ich vermute, dass wir die Themen, insbesondere die Finanzen, den Wählern nicht richtig vermitteln konnten“, so Weber. Das Leben gehe dennoch weiter.
Um die 24 Sitze im Bad Aiblinger Stadtrat bewarben sich zudem zahlreiche Kandidaten auf acht Listen: CSU, FW/ÜWG, AfD, Grüne, SPD, BP/Aiblinger Liste, ÖDP und Linke. Die Ergebnisse zur Stadtratswahl lagen am späten Abend noch nicht vor und wurden erst nach Mitternacht erwartet (gesonderter Bericht folgt).